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Thomas Müller erzielte in der Vorsaison 13 Treffer für den FCB © getty

Gegen Bremen zeigt sich deutlich der körperliche Rückstand von Bayerns WM-Fahrern. Rummenigge sieht die FIFA als Schuldigen.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - "Ich kann sie spielen, aber meine Lieblingsposition ist das nicht", zischte Miroslav Klose.

Die Frage, ob ihm seine Rolle gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen gefallen habe, beantwortete der Bayern-Angreifer schroff.

Generell war seine Stimmung am Samstagabend nach dem für den deutschen Rekordmeister enttäuschenden 0:0 verhagelt.

Trainer Louis van Gaal hatte den Nationalstürmer auf die "Zehn" beordert, hinter der eigentlichen Spitze Ivica Olic.

"Noch mitten in der Vorbereitung"

Sein Konzept ging nicht auf, der Münchner Offensivabteilung fehlte es an Ideen. Erst als Toni Kroos im zweiten Abschnitt für Klose kam, wurde es besser.

Dennoch: Der FC Bayern ist "noch nicht da, wo er hin will und hin muss", wie Sportdirektor Christian Nerlinger erklärte.

Die WM-Fahrer wirken müde und kraftlos. "Wir sind noch mitten in der Vorbereitung. Manche sind geschlaucht", bemerkt Klose passend dazu.

Rummenigge attackiert FIFA

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge griff in diesem Zusammenhang die FIFA an.

"Es ist kein Wunder, dass wir noch nicht den Rhythmus haben, den wir uns wünschen. Von den 14 Spielern, die Louis van Gaal eingesetzt hat, sind zwölf wieder 14 Tage bei der Nationalmannschaft gewesen."

Und weiter: "Das werden wir in Zukunft nicht mehr akzeptieren. Das ist eine Frechheit der FIFA. Ich appelliere an die FIFA, dass sie den Trainern mehr Respekt und Solidarität entgegenbringt", polterte er.

Lahm pflichtet Rummenigge bei

Die FIFA, ihre aufgeblähte WM-Endrunde und ihre unnötigen Länderspiele haben die Bayern-Profis aus Rummenigges Sicht müde gemacht.

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In den Beinen, vor allem aber im Kopf: "Dass wir noch nicht bei 100 Prozent sind, sieht man bei jedem Spiel. Nicht nur physisch, auch psychisch", klagte auch Vize-Kapitän Philipp Lahm.

AS Rom vor der Brust

Für den heißen Herbst mit sieben Spielen binnen 23 Tagen ist da nicht unbedingt die beste Voraussetzung.

Am Mittwoch kommt AS Rom zum Champions-League-Auftakt nach München. "Es ist wichtig, dass wir da einen guten Start hinlegen. Dafür müssen wir aber die Chancenverwertung deutlich verbessern", sagte Rummenigge.

Deja-Vu bei van Gaal

Van Gaal zeigte sich ob des Chancenwuchers regelrecht "erbost" (Rummenigge).

"In der zweiten Hälfte haben wir drei 100-Prozent-Karat-Chancen kreiert", sagte er in dem ihm eigenen Deutsch, "da muss man ein Tor schießen.

Schade, dass ich das wieder sagen muss wie im letzten Jahr. Da hab ich das drei Monate getan. Und jetzt muss ich das wieder sagen."

"Am Ende werden die Preise verteilt"

Auch van Gaal monierte die mangelnde Fitness der Profis, von einem Fehlstart nach nur vier Punkten aus drei Spielen wollte er aber nicht sprechen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und überhaupt, auch das hatte er im schwierigen Sommer 2009 immer und immer wieder betont: "Am Ende werden die Preise verteilt."

Zwei dieser "Preise" hat er dann ja doch noch nach München geholt, nur der Triumph in der Königsklasse blieb van Gaal verwehrt.

Rotation im Sinn

Am Mittwoch beginnt der FC Bayern einen weiteren Anlauf, "und natürlich werden wir gegen die Roma treffen, wenn wir wieder so viele Chancen haben", meinte van Gaal.

Gegen die Italiener, die 1:5 bei Cagliari Calcio untergingen, will der Trainer "vielleicht anderen Spielern eine Chance geben".

Kaum Redebedarf bestand bei den Bremern, die mit der gleichen Ausbeute an Punkten viel zufriedener sind als die Bayern.

Schaaf lobt Neuzugänge

"Wir waren stark", sagte Trainer Thomas Schaaf zufrieden. Mit dem Kopfball von Sebastian Prödl, der vom linken Innenpfosten an den Fuß von Bayern-Torwart Jörg Butt und von dort an die Latte prallte, war Werder sogar näher dran an einem Tor.

Der gute Auftritt war nach Ausfällen von Naldo, Per Mertesacker und Claudio Pizarro "das richtige Zeichen" (Schaaf) für das Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Tottenham Hotspur.

Auch mit den Debütanten Wesley und Mikael Silvestre durfte Schaaf zufrieden sein. "Sie haben sich sehr gut eingefügt. Man hat nicht gemerkt, dass sie neu sind", lobte er die Last-Minute-Zugänge.

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