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Ralf Rangnick ist sich sicher: Deutschland wird Weltmeister
Ralf Rangnick schaffte mit Hoffenheim den Durchmarsch von der 3. Liga ins Oberhaus © getty

Ralf Rangnick spricht im SPORT1-Interview über Hoffenheims Traumstart und vergleicht die Situation mit der vor zwei Jahren.

Von Daniel Rathjen

München - Drei Spiele, drei Siege: Der Traumstart von 1899 Hoffenheim in der Bundesliga macht selbst Ralf Rangnick locker. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Einen Vergleich zur Saison vor zwei Jahren, als Hoffenheim als Aufsteiger zur Herbstmeisterschaft stürmte, tut der 1899-Trainer aber mit einem Schmunzeln ab.

"Damals hatten wir nur sechs Punkte nach drei Spielen", sagt er. Da kann der Konkurrenz angst und bange werden.

Im SPORT1-Interview spricht der Trainer über das Gefühl, an der Tabellenspitze zu stehen.

SPORT1: Herr Rangnick, die Euphorie in und um Hoffenheim herum lebt wieder auf. Müssen Sie sie schon wieder bremsen, um Überheblichkeit vorzubeugen?

Ralf Rangnick: Nein, ganz und gar nicht! In der Mannschaft sind außerdem keine Anzeichen von Überheblichkeit vorhanden. Und wenn die Fans feiern, das Stadion wie gegen Schalke brodelt, haben wir absolut kein Problem damit.

SPORT1: Warum ist Ihre Mannschaft neu erstarkt?

Rangnick: Man erkennt wieder viel mehr Team im Spiel. Die Bereitschaft, Fehler eines anderen auszugleichen, wenn es mal nicht so läuft, ist wieder da. Die Körpersprache ist positiv. Zum anderen gibt es derzeit bis auf unsere Langzeitverletzten Jaissle und Obasi keine Ausfälle.

SPORT1: War die Eingespieltheit der entscheidende Vorteil im Duell mit den "zusammengewürfelten" Schalkern?

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Rangnick: Es war auf jeden Fall ein Vorteil. Mit Mlapa und Starke hatten wir nur zwei Neuzugänge in der Startformation. Der Rest der Mannschaft spielt schon seit drei Jahren zusammen.

SPORT1: Trotzdem schien der Teamgeist abhanden gekommen zu sein - wie haben Sie ihn wieder geweckt - speziell auch nach dem Weggang von Carlos Eduardo zu Rubin Kasan?

Rangnick: Carlos Eduardo war ein sehr wertvoller Spieler, ohne den wir nicht da wären, wo wir sind. Aber beim 4:1 zum Saisonauftakt gegen Bremen wollten die Spieler zeigen: Wir können auch ohne ihn Siege einfahren.

SPORT1: Ihre Mannschaft wirkt wie verwandelt!

Rangnick: Sie hat, wenn man die letzte Saison mit einbezieht, seit acht Pflichtspielen nicht mehr verloren. Das gibt natürlich Selbstvertrauen. Es gibt aber keinen Grund abzuheben, sondern vielmehr geht es darum, kontinuierlich und bescheiden an den Dingen weiterzuarbeiten, die uns wieder stark gemacht haben.

SPORT1: Was tun Sie, damit es keinen Einbruch gibt wie in der Saison 2008/09 - nach der furiosen Herbstmeisterschaft?

Rangnick: Ich denke nicht, dass es in der Saison 2008/09 einen Einbruch gab. Den gab es eher in der vergangenen zweiten Saisonhälfte. In der Rückrunde 2009 waren die wichtigsten Elemente unseres Spiels immer zu erkennen, wir hatten durch den Ausfall von Ibisevic sowie zeitweise Obasi und Ba nur ein Problem mit dem Toreschießen.

SPORT1: Daran hapert es nun nicht mehr. Wie realistisch ist der Titelgewinn?

Rangnick: Überhaupt nicht realistisch. Damit beschäftigen wir uns auch nicht, sondern bereiten uns mit voller Konzentration auf den nächsten Gegner vor. Nur so haben wir eine Chance, ihn auch zu schlagen.

SPORT1: Warum sagen Sie nicht - wie in der letzten Saison - wir wollen zumindest unter die ersten Fünf?

Rangnick: Wir haben gelernt, dass uns der Erwartungsdruck in der letzten Saison geschadet hat. Insbesondere in der Rückrunde, als viele Stammspieler verletzungsbedingt gefehlt haben, haben wir das zu spüren bekommen. Als wir dann nach den ersten drei Niederlagen gemerkt haben, dass wir das Ziel gar nicht mehr erreichen können, fielen wir in ein Motivationsloch.

SPORT1: Sie wollen vor allem die Identität, die 1899 so populär gemacht hat, wiederherstellen. Ist Ihnen das gelungen?

Rangnick: Wir sind nach drei Spieltagen auf einem guten Weg und spüren das natürlich durch die Unterstützung unserer Fans, aber auch die Sympathien in anderen Teilen Deutschlands.

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