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Maik Franz flog in der Bundesliga bislang fünfmal vorzeitig vom Platz © getty

KSC-Kapitän Maik Franz kommt nach seinem Ausraster ungeschoren davon.

München - Er bekam Gelb-Rot, tobte, pöbelte, rempelte und entlud seine Wut per Tritt gegen einen Plastikstuhl.

Maik Franz, der Kapitän des Karlsruher SC, muss jedoch kein Nachspiel in Form einer zusätzlichen Sperre befürchten.

Der DFB verzichtet auf ein Ermittlungsverfahren.

"Als Klinsmann in die Tonne trat, ist auch nichts passiert!", argumentiert Dr. Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses, in Anspielung auf eine Unbeherrschtheit des aktuellen Bayern-Coaches im Jahr 1997.

"Es tut mir leid"

Der 27-jährige "Übeltäter" möchte den Vorfall im Spiel gegen Schalke 04 (0:3) am liebsten ungeschehen machen.

"Es tut mir Leid. Ich war unzufrieden. Auch mit mir", bedauerte er im "kicker" und gelobte Besserung.

"Niederlagen waren Hardcore"

Vier Pleiten haben offenbar Spuren hinterlassen.

"Das war Hardcore, wie die Niederlagen teilweise zustande kamen. Das bleibt schon beim einen oder anderen in den Kleidern stecken", versucht KSC-Trainer Edmund Becker das Verhalten zu erklären.

Davon, den "meistgehassten Spieler der Liga" (Franz über Franz) zu bremsen, hält er aber weiterhin nichts.

"Wir wollen Typen, die emotional sind. Manchmal sind Spieler so aufgeladen, dass sie nicht mehr zu hundert Prozent kontrollierbar sind und auch mal gegen eine Tonne treten."

Franz zeigt Reue

Pikant: Die Szene vor dem Platzverweis, den Schiedsrichter Herbert Fandel wegen "Provokation in aggressiver und unsportlicher Weise gegen die Trainerbank" aussprach, war eher ein Grund für die vorzeitige Hinausstellung gewesen.

Franz kollidierte mit Jefferson Farfan. "Die Aktion war unnötig. Ich blocke ihn weg. Das musste wirklich nicht sein", sah Franz ein.

Fandel gestand: "Franz musste da schon raus. Doch wir haben es nicht richtig gesehen. Ich gebe zu, es war eine Fehlentscheidung."

Sperre so oder so

Ob nun Gelb-Rot oder fünfte Gelbe Karte - beim Spiel gegen 1899 Hoffenheim am Sonntag hätte Franz so oder so gefehlt.

Der "Bad Boy" gibt sich handzahm: "Ich muss mich einfach besser im Griff haben, gerade als Kapitän. Aber ich bin auf einem guten Weg, bin in den ersten acht Spielen nicht einmal aufgefallen", sagte er der "Bild".

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