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Andre Schürrle kommt bisher auf 35 Bundesligaspiele (7 Tore) © getty

Das Mainzer Top-Talent bringt die Wende gegen Lautern und wird heftig umworben. Seine Chefs machen sich keine Illusionen.

Mainz - Andre Schürrle kommt, trifft und bringt die Wende. Das war beim 4:3 in der vergangenen Partie beim VfL Wolfsburg so, und das war auch beim 2:1 (0:1) am 3. Spieltag im Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern der Fall.

Doch der Super-Joker wird seine Tore nur noch in dieser Saison für die 05er erzielen. Der Wechsel des Ludwigshafeners, der am Sonntag keine Gnade mit seinen pfälzischen Landsmännern hatte und die Mainzer auf den zweiten Tabellenplatz schoss, ist vorprogrammiert.

Schließlich stehen die Spitzenklubs bereits Schlange.

Bayer mit den besten Karten

"Ich bin froh, in Mainz zu sein. Ich fühle mich pudelwohl. Fakt ist aber auch, dass der nächste Schritt kommen wird. Diese Saison werde ich allerdings defintiv in Mainz spielen", sagte der 19-Jährige.

Bayer Leverkusen, der deutsche Rekordmeister Bayern München und der englische Rekord-Champion Manchester United sollen an ihm interessiert sein.

1899 Hoffenheim hatte im Sommer sogar zehn Millionen für den Jungstar, der bis 2013 beim FSV unter Vertrag steht, geboten.

Laut "kicker" soll Leverkusen derzeit die besten Karten im Werben um den Stürmer haben. Sportchef Rudi Völler: "Wir machen uns ja strafbar, würden wir uns nicht für ihn interessieren."

"Kann nicht sagen, dass er nicht geht"

"Wir haben nie darüber nachgedacht, Andre abzugeben. Wir glauben nämlich, dass er noch besser wird. Wir hatten zudem keine wirtschaftliche Notwendigkeit für einen Transfer. Und wir werden ihn auch nicht in der Winterpause abgeben", erklärte Manager Christian Heidel.

Für den Manager scheint aber bereits klar, dass Schürrle in der kommenden Spielzeit ein anderes Trikot tragen wird.

"Dieses Jahr zieht er bei uns durch. Das ist die Absprache mit ihm. Aber ich kann nicht sagen, dass er nach dieser Saison nicht geht", meinte Heidel.

"Mainz muss wirtschaftlich denken"

Auch der Mainzer Präsident Harald Strutz hat sich mit dem Abgang des U21-Nationalspielers offenbar schon abgefunden.

"Es ist doch toll für den Jungen, wenn er umworben wird. Warum soll er nicht irgendwann zu einem großen Verein gehen? Außerdem ist das auch für uns erfreulich. Wir sind immer noch Mainz 05 und müssen auch wirtschaftlich denken", sagte der Klubchef.

Freude über Rekord-Start

Von der Diskussion um Schürrle wollten sich Strutz und die anderen Mainzer Verantwortlichen die Freude über den Sieg gegen den rheinland-pfälzischen Rivalen allerdings nicht verderben lassen.

Schließlich sind die Rheinhessen, die saisonübergreifend seit acht Spielen ungeschlagen sind, erstmals in ihrer Klubgeschichte mit drei Siegen in eine Bundesliga-Saison gestartet.

"Wir sind nicht bescheuert..."

"Von mir aus könnte jetzt Schluss sein", sagte Heidel, der allerdings vor Übermut warnte:

"Den Unsinn, nun neue Ziele zu formulieren, werden wir nicht machen. Wir sind nicht bescheuert und reden nach drei gewonnen Spielen von der Europa League oder der Champions League. Ich bin sehr froh, dass wir sehr weit vom Strich da unten bei den Abstiegsplätzen weg sind."

Doppelschlag bringt die Wende

Die Mainzer taten gut daran, den Erfolg nicht überzubewerten.

Schließlich sahen die "Roten Teufel" vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Bruchweg nach dem vierten Saisontor von Srdjan Lakic (20.) lange Zeit wie der sichere Sieger aus.

Dann trafen Niko Bungert (71.) und der nach der Pause eingewechselte Schürrle (74.) für die Mainzer, die schon am vergangenen Spieltag in Wolfsburg ein 0:3 noch in ein 4:3 umgewandelt hatten.

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