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Wie sein ganzes Team läuft Diego seiner Form hinterher © getty

Im zweiten Teil der Bundesliga-Zwischenbilanz analysiert Sport1.de das Mittelfeld, die Kellerkinder und die Enttäuschungen.

Von der Sport1.de-Redaktion

München - Zehn Spieltage sind in der Bundesliga gespielt. Erste Trends haben sich gefestigt.

Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Im zweiten Teil des Formchecks von Sport1.de werden das Mittelfeld, die Abstiegskandidaten und die Enttäuschungen analysiert.

Und ganz vorne kann in dieser Kategorie im Moment nur eine Mannschaft stehen.

Die Enttäuschungen:

Werder Bremen: Die Hanseaten stecken in der Krise. Spätestens das 0:2 gegen Leverkusen dokumentiert die fehlende Klasse, um wie gewohnt ganz vorne mitzumischen.

Bis auf das 5:2 bei den Bayern ist wenig Positives im Gedächtnis geblieben. 22 Gegentore machen Werder zum Team mit der schlechtesten Defensive. Dazu lenken Nebenkriegsschauplätze ab, allen voran das Nationalmannschafts-Theater um Torsten Frings.

Hannover 96: Die Niedersachsen peilten vor der Saison eigentlich die internationalen Plätze an. Die neuen Stürmer Jan Schlaudraff und Mikael Forssell sollten für die entscheidenden Tore sorgen.

Doch bis auf das 5:1 gegen Mönchengladbach hatten die Angreifer Ladehemmung. Zur Sturmflaute gesellt sich auch noch eine chronische Auswärtsschwäche. Mit einem einzigen Punkt auf fremden Plätzen steht 96 am Ende der Auswärtstabelle.

Eintracht Frankfurt: Der letzte Eindruck mit den beiden Last-Minute-Siegen gegen Karlsruhe und Cottbus und der starken kämpferischen Vorstellung beim 1:2 gegen Bayern ist gut.

Und die Katastrophen-Bilanz vorher ist auch durch viele Verletzungen zu erklären. Trotzdem: Die Saison ein klarer Rückschritt, der Trainer Friedhelm Funkel schon fast den Kopf gekostet hätte.

Und so viel Wert Vorstandschef Heribert Bruchhagen auch legt, dass der Verein sein notorisch hohes Anspruchsdenken im Zaum hält: Auf Dauer kann es bei den Möglichkeiten in Frankfurt nicht im Interesse der SGE sein, im zweistelligen Tabellenbereich zu krebsen.

Das Mittelfeld:

Hertha BSC Berlin: Die Hertha ist die launische Diva der Saison: In einer Woche verliert sie daheim gegen Cottbus, in der nächsten entführt sie drei Punkte aus Leverkusen.

Dabei sieht die Gesamtbilanz gar nicht schlecht aus: Platz fünf - punktgleich mit den Bayern.

Das fällt aber oft gar nicht auf, denn die Daueraufregung um Torjäger Marko Pantelic überlagert beim Hauptstadtklub alles.

Ein positives Signal: Gegen Stuttgart ist Hertha der erste Pflichtspielsieg ohne den Serben gelungen.

VfB Stuttgart: Platz neun für den VfB - zu wenig für die Ansprüche der Schwaben, dem Überraschungs-Meister von 2007.

Der als Spielmacher verpflichtete Jan Simak quält sich mit Verletzungen, in der Offensive ist alles von Mario Gomez (5 Treffer) abhängig. Alle anderen Stürmer leiden an Ladehemmung.

Dem VfB fehlt bis jetzt die Konstanz, um zum Angriff auf die Großen der Liga zu blasen.

1. FC Köln: Nach anfänglichen Problemen haben die Spieler immer besser zueinander gefunden. Christoph Daum bemühte das Bild vom aufgehenden Samenkorn.

Doch nach drei Siegen in Folge ist nach zuletzt zwei Niederlagen wieder etwas Ernüchterung eingekehrt. Das große Manko des FC ist die Offensive. Außer Milivoje Novakovic strahlt niemand Torgefahr aus.

Die Kellerkinder:

Karlsruher SC: Wo ist er hin, der Schwung der Hinrunde 2007/08? Das Überraschungsteam von damals knüpft zu seinem Leidwesen nahtlos an die Rückrunde an, in der man sich als zweitschlechtestes Team selbst entzauberte.

Besonders in der Offensive hakt es: Stürmer Joshua Kennedy lässt Effektivität ebenso vermissen wie Spielmacher Antonio da Silva.

Auf den bislang enttäuschenden Hajnal-Nachfolger konzentriert sich der Karlsruher Fan-Zorn, aber es ist nicht nur das: Fast alle Spieler finden ihre 2007er-Form einfach nicht.

Arminia Bielefeld: Die Ostwestfalen stehen auf einem Nicht-Abstiegs-Platz, aber hier kann die tabellarische Zwischenbilanz täuschen: Die Hammer-Spiele gegen Bayern, Hoffenheim und Leverkusen kommen nämlich noch.

Das Kardinalproblem der Arminia ist die ungesunde Abhängigkeit von Artur Wichniarek. Sieben von elf Toren hat der Pole erzielt.

Der als Entlastung geholte Christopher Katongo strahlt mit nur einem Treffer aus zehn Spielen nicht die erhoffte Gefahr aus. Die anderen Bielefelder Angreifer trafen noch gar nicht.

VfL Bochum: Platz 16 mit nur einem Sieg ist zum Teil durch Verletzungspech zu erklären, aber dem Bochumer Spiel fehlt es an Konstanz. Keine Partie, in dem Bochum rundweg überzeugte, blieb in Erinnerung.

Sportvorstand Thomas Ernst hat nun auf den Tisch gehauen, fehlende "Galligkeit" und einen Mangel an "letzter Entschlossenheit" diagnostiziert. Die Spieler sollten es sich zu Herzen nehmen: Sie stecken schon mitten im Abstiegskampf.

Borussia Mönchengladbach: Beim Klassen-Neuling ging es drunter und rüber: Jos Luhukay rotierte ohne Ende, strich einige Aufstiegshelden aus dem Kader - und musste nach sieben Spieltagen weg, weil er gute Resultate schuldig blieb.

Der inzwischen installierte Hans Meyer hat in zwei Spielen bisher auch noch nicht viel bewegen können. Die Borussia hat zig personelle Baustellen: Im Tor muss mittlerweile Greenhorn Frederic Löhe ran, in der Mitte fehlt ein Ideengeber, und vorn klemmt es nicht zuletzt beim letztjährigen Zweitliga-Knipser Rob Friend.

Energie Cottbus: Deja Vu in der Lausitz: Wie schon in der vergangenen Saison steht Cottbus am Tabellen-Ende.

Es ist das alte Lied: Spielerisch können die Cottbuser keine großen Sprünge vollführen, es bleiben Kondition, Kampf und Disziplin als Mittel, um die Liga zu halten.

Bislang ist der Ertrag gering: nur ein Sieg und sechs Punkte. Andererseits: Im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt zwei weniger - und Cottbus hat es doch geschafft. Abschreiben darf man den Trupp von Bojan Prasnikar nie.

Hier geht es zum ersten Teil des Formchecks

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