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Piotr Trochowski spielt seit der Saison 2005/2006 für den Hamburger SV © getty

Das Foul von Thomas Hitzlsperger an David Jarolim erhitzte die Gemüter nach der Partie des Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart.

Hamburg - Herr Lehmann hatte etwas zu sagen.

Also setzte der ehemalige Nationaltorhüter vor den TV-Kameras wieder sein spezielles Gesicht auf, das er so gerne bei wichtigen Aussagen trägt.

"Der David Jarolim lässt sich immer fallen", erklärte Jens Lehmann mit seiner Mimik des abgeklärten Alles-Wissers: "Das habe ich auch dem Schiedsrichter mitgeteilt. Es ist schade, wenn man so verliert."

Eine Schwalbe also hatte der Schlussmann als ursächlich für die 0:2 (0:1)-Niederlage des VfB Stuttgart beim Hamburger SV ausgemacht.

Nach dem von Piotr Trochowski verwandelten Foulelfmeter (17.) warf Lehmann dann den Ball frustriert Richtung Jarolim.

Hitzlsperger entlastet Jarolim

Vielleicht hätte er aber mal seinen Kapitän Thomas Hitzlsperger fragen sollen, der Jarolim zu Fall brachte: "Da war Kontakt, den Strafstoß kann man geben", räumte der Nationalspieler fair ein.

Auf jeden Fall hatte Herr Lehmann abgelenkt vom Spiel und den Fokus auf die angebliche Fallsucht von David Jarolim gerichtet.

"Ach der Jarolim...", meinte Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt zu dem inzwischen als Schwalbenkönig stigmatisierten Tschechen dagegen nur.

Und Trainer Armin Veh ergänzte: "So darf Thomas da nicht hingehen, das war blöd." Der Coach wollte die Elfmeterdiskussion nicht mitmachen.

VfB ohne Ideen

In dem insgesamt ansprechenden Spiel fehlte es seinem Team einfach an Ideen und Durchschlagskraft gegen eine disziplinierte Hamburger Mannschaft, die mit dem vierten Heimsieg die 0:3-Pleite von Hoffenheim abschüttelte und Platz drei behauptete.

"Wir hatten zwar in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile", sagte Veh, "aber wir waren nicht zwingend genug."

Als Tabellenneunter mit vier Zählern Rückstand auf Platz drei haben die Schwaben im direkten Vergleich mit einem Europacup-Kontrahenten den Anschluss an die absolute Spitze zunächst verloren.

"Wenn wir auf Platz neun stehen, dann sind wir wohl nicht besser", sagte Veh, "die Tabelle lügt nicht."

Freude beim HSV

Nach zehn Spieltagen, so die allgemeine Meinung in der Liga, formt sich ein realistisches Bild der Leistungsstärke.

Umso erfreuter waren die siegreichen Gastgeber.

"Platz drei in der Liga mit 20 Punkten und vor den Bayern, Schalke und Bremen, im UEFA-Cup mit einem Sieg gestartet und noch im DFB-Pokal dabei", zählte HSV-Chef Bernd Hoffmann auf, "wenn man mir das vor der Saison gesagt hätte, ich hätte sofort unterschrieben."

Trainer Martin Jol freute sich über die Reaktion seiner Spieler nach dem peinlichen 0:3 vom Sonntag. "Die Mentalität meiner Mannschaft stimmte."

Alex Silva überzeugt

Der Niederländer hatte seinen Fehler aus der Partie gegen Hoffenheim korrigiert und ließ Joris Mathijsen wieder neben Bastian Reinhardt in der Innenverteidigung auflaufen. Das eingespielte Duo zeigte eine starke Leistung.

Mathijsen sorgte mit einem abgefälschten Treffer (74.) auch noch für den Endstand: "Das Tor fühlt sich richtig gut an", sagte der Abwehrspieler, "gut, dass wir nach drei Tagen wieder zeigen konnten, was in uns steckt."

Das gilt insbesondere für 6, 2-Millionen-Zugang Alex Silva, der eine starke Partie im defensiven Mittelfeld zeigte und langsam in Hamburg anzukommen scheint. "Ich bin sehr froh, dass er dabei war", meinte Jol, "er hat gezeigt, dass er ein sehr guter Fußballer ist."

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