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Marko Pantelic (Mi.) steht momentan im Mittelpunkt bei der Hertha © getty

Sieg gegen Hannover, aber Wirbel um Marko Pantelic. Bei Hertha BSC dreht sich alles um den Stürmer, Hannover bläst Trübsall.

Berlin - Als Hertha BSC Berlin ausgelassen den besten Saisonstart seit acht Jahren feierte, nutzte Kapitän Arne Friedrich die Gelegenheit und forderte ein Ende des schwelenden Dauerstreits zwischen Torjäger Marko Pantelic und Trainer Lucien Favre.

"Wenn es irgendwelche Probleme zwischen ihnen gibt, dann sollten sie diese in geschlossenen Räumen besprechen. Das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können, sind irgendwelche Brandherde", sagte der Nationalspieler nach dem 3:0 (0:0)-Erfolg gegen Hannover 96.

Vor dem Spiel hatte Pantelic in der "Sport Bild" lautstark ("Habe die Schnauze voll") mehr Respekt von Favre eingefordert und damit abermals Öl ins Feuer gegossen.

Dann war es aber ausgerechnet der serbische Nationalstürmer, der mit dem Treffer zum 1:0 (62.) sein Team auf die Siegerstraße brachte und die nun seit sechs Pflichtspielen ungeschlagenen Hauptstädter auf Platz fünf schoss.

Kritik von Friedrich

Während Friedrich kritisierte, dass ihm in der Kommunikation zu viel über die Öffentlichkeit gehe, waren die Berliner Verantwortlichen um demonstrative Gelassenheit bemüht.

"Mich interessiert nur, was auf dem Platz passiert. Es gab im Interview nichts Aufregendes", meinte Hertha-Manager Dieter Hoeneß und verwies darauf, dass das Team intakt sei.

"Ich habe diese Zeitung nicht gelesen", sagte Coach Favre sichtlich genervt von dem Dauerthema: "Für mich zählt nur seine Leistung. Wenn Pantelic gut spielt, bleibt er auf dem Platz, wenn er schlecht spielt, setze ich ihn auf die Bank - fertig", meinte der Schweizer über seinen exzentrischen Stürmer-Star, der wie gewohnt nach dem Spiel schwieg.

Geldstrafe für Pantelic?

Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach Pantelic eine interne Geldstrafe von bis zu 125.000 Euro drohe, wollte Hoeneß nicht kommentieren ("Wir reden nicht mehr darüber").

Stattdessen untermauerte der Hertha-Manager gegenüber dem "kicker", den 30 Jahre alten Angreifer, dessen Vertrag nur noch bis Saisonende läuft, behalten zu wollen: "Wir werden ihm ein Angebot machen. Ob das Markos Vorstellungen entspricht, muss man sehen."

Nachdem sein Verein Kurs in Richtung Europapokal genommen hatte, wollte Hoeneß vielmehr über die positive sportliche Entwicklung sprechen.

"Die Handschrift des Trainers ist klar erkennbar. Das Team hat eine Gewinnermentalität und endlich den Killerinstinkt", lobte der 55-Jährige. Gleichzeitig warnte Hoeneß aber vor der schwierigen Aufgabe bei Werder Bremen: "Wir dürfen nicht satt werden und müssen unser Ding bis Weihnachten konsequent durchziehen."

Trübsal bei Hannover

Bei den seit vier Partien sieglosen Gästen, die als schlechtestes Auswärtsteam der Liga (ein Punkt, 1:13 Tore) weiter auf den ersten Saisonsieg in der Fremde warten, war dagegen Trübsal angesagt.

Schließlich hatten die Niedersachsen vor 31.329 Zuschauern im Olympiastadion gut mitgespielt, ehe Andrej Woronin (84.) und Waleri Domowtschiski (90.+1) für die Entscheidung sorgten.

"Wir waren sicherlich nicht drei Tore schlechter. Aber dafür können wir uns am Ende nichts kaufen", sagte 96-Trainer Dieter Hecking.

Vor dem Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV liegt Hannover in der Tabelle weiter nur zwei Punkte vor der Abstiegszone. "Jetzt geht es darum, das Team bis zum HSV-Spiel wieder aufzubauen", meinte Hecking.

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