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Sebastian Kehl (M.) hat bisher eine Nominierung in die Sport1-Elf © getty

Mit Borussia Dortmund ist in dieser Saison wieder zu rechnen. Beim 1. FC Köln ist die Euphorie zunächst einmal dahin.

Köln - Borussia Dortmund blickt nach dem überzeugenden 1:0 (0:0)-Sieg im 104. West-Derby beim 1. FC Köln rosigen Zeiten entgegen, und Trainer Jürgen Klopp war geradezu fasziniert.

"Ich muss mich zusammenreißen, damit ich nicht zu sehr ins Schwärmen gerate. Aber die Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht, sie hat die richtigen Schlüsse aus den letzten Spielen gezogen", lobte Klopp sein Team.

Mit dem BVB ist in dieser Saison offensichtlich wieder zu rechnen, was auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke feststellte:

"Die Mannschaft ist dabei sich weiterzuentwickeln. Es werden auch noch Rückschläge kommen, aber die Bilanz von nur zwei Niederlagen in 14 Pflichtspielen kann sich sehen lassen."

Kringe trifft an alter Wirkungsstätte

Das spiegelt sich auch in der Tabelle wider: Mit 17 Punkten halten die Schwarz-Gelben mit den Topteams der Liga Schritt.

Deshalb war der dritte Auswärtssieg der Saison laut Matchwinner Florian Kringe - der Ex-Kölner erzielte in der 65. Minute das Tor des Tages - auch so ungemein wichtig: "Jetzt ist die Phase, wo sich die Liga ein wenig aufbröselt. Deswegen war es wichtig, dass wir mit einem Sieg dranbleiben."

Nur Chancenverwertung mangelhaft

Den hatte sich der BVB auch redlich verdient. Die Westfalen erarbeiteten sich reihenweise guter Möglichkeiten, einzig die Chancenverwertung war mangelhaft.

So trafen Nelson Valdez (30.) und Florian Kringe (58.) noch Pfosten und Latte.

"In erster Linie bin ich froh, dass wir uns so viele Torchancen überhaupt erarbeiten. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch mal einer reingeht", meinte Klopp.

Sonderlob für Kehl

Ein Extra-Lob erhielt dabei Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl, der im Mittelfeld eine überragende Partie ablieferte.

"Von vielen guten Spielern war er einer der besten", betonte Klopp: "Jeder konnte erkennen, welche Qualitäten er hat." Der hochgelobte Kehl wollte derweil nicht "in Euphorie verfallen" und mahnte mit Blick auf das "kleine" Revierderby gegen den VfL Bochum am Sonntag: "Da müssen wir jetzt nachlegen."

Euphorie in Köln erstmal dahin

Von Euphorie kann in Köln dagegen nicht mehr die Rede sein. "Wir sind mit allen möglichen Beinen auf den Boden zurückgeholt worden", meinte Trainer Christoph Daum nach der zweiten Niederlage in Folge.

"Dortmund hat uns die Grenzen aufgezeigt. An so einer Leistung müssen wir uns orientieren, um uns in der Bundesliga zu etablieren", betonte Daum.

Mit 13 Punkten liegt der FC aber weiter auf einem Platz im gesicherten Mittelfeld. "Die Differenz nach unten ist geblieben", analysierte FC-Sportchef Michael Meier, für den die Partie gegen den früheren Arbeitgeber ein "besonderes Spiel" war.

BVB in allen Belangen überlegen

Beunruhigender war beim FC aber vielmehr die Art und Weise, wie man "von den Dortmundern weggeputzt" (Daum) wurde.

"Wir hatten in der Defensive nicht die Dominanz wie in den vergangenen Spielen. Dortmund war uns in allen Belangen überlegen", sagte Meier treffend.

Köln ohn echte Torchance

Enttäuschend war zudem die Tatsache, dass sich die Kölner nicht eine echte Torchance erarbeiten konnten.

Das Manko zieht sich bereits durch die gesamte Saison. Mit acht Toren aus zehn Spielen hat derzeit nur Schlusslicht Energie Cottbus eine schlechtere Trefferquote.

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