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Der Senegalese Papiss Cisse hat das Netz bereits viermal zum wackeln gebracht © getty

Fast unbemerkt hat sich Freiburgs Cisse zum Top-Torjäger aufgeschwungen. In Frankfurt will der Senegalese nachlegen.

Von Christian Stüwe

München ? Heimlich, still und leise hat sich Papiss Demba Cisse an die Spitze der Torjägerliste der Bundesliga geschossen:

Bereits vier Tore erzielte der Stürmer des SC Freiburg in den ersten drei Spielen - und teilt sich damit den ersten Platz der mit Kaiserslauterns Srdjan Lakic.

Ein Star ist der Senegalese bislang trotzdem nicht: Die Schlagzeilen über den 25-Jährigen sind rar gesät.

Was auch an Cisses bescheidener Art liegen mag. "Ich bin frei im Kopf, gehe einfach auf den Platz und spiele Fußball", erklärte Cisse in der "Sport Bild" nun sein simples Erfolgsgeheimnis.

Skibbe warnt vor Cisse

Die Konkurrenz ist jedoch längst auf ihn aufmerksam geworden.

Vor dem Gastspiel der Breisgauer am Freitagabend in der Commerzbank-Arena (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) warnte denn auch Eintracht Frankfurts Trainer Michael Skibbe vor dem Angreifer.

"Wir wissen um die Gefährlichkeit von Cisse. Er ist sowohl schuss- als auch kopfballstark", so der Coach über den Rechtsfuß vom FC Metz, der zwischenzeitlich an den französischen Zweitligisten LB Chateauroux verliehen war, ehe er im Breisgau anlandete.

Teuerster Freiburger aller Zeiten

Angeblich legten die Freiburger damals 1,6 Millionen Euro für den Senegalesen auf den Tisch.

Damit ist er der teuerste Spieler des Sportclubs überhaupt ? was im bescheidenen Umfeld der Freiburger teilweise auch kritisch gesehen wurde.

Doch Cisse begann sofort mit dem Toreschießen und widerlegte damit die Kritiker: Sechs Treffer und eine Vorlage standen in der vergangenen Rückserie zu Buche ? eine sehr ordentliche Quote.

Letzte Saison noch in Idrissous Schatten

Damals stand der Offensivallrounder allerdings noch im Schatten von Mohamadou Idrissou, der in der abgelaufenen Spielzeit als "Lebensversicherung" der Freiburger galt.

Der mittlerweile zu Gladbach gewechselte Kameruner hatte mit neun Treffern in 30 Spielen zwar eine deutlich schlechtere Bilanz.

Im Gegensatz zu Cisse ist Idrissou aber außerhalb des Platzes alles andere als ein Leisetreter und hielt das Team von Coach Robin Dutt nicht zuletzt mit öffentlichen Abwanderungsgedanken in Atem.

"Jeder mag ihn"

Mittlerweile redet niemand mehr von Idrissou - weil ihn Cisse vergessen gemacht hat.

Im Klub ist der 25-Jährige hoch angesehen. "Jeder in der Mannschaft und im Verein mag ihn sehr", sagte SC-Manager Dirk Dufner den "Stuttgarter Nachrichten".

Anderweitig "liebevoll" um Cisse kümmern dürfte sich die Frankfurter Abwehr.

Frankfurter Luxusproblem in der Abwehr

Nachdem sich Kapitän Chris wieder fit gemeldet hat, plagt Skibbe in der Defensive die Qual die Wahl.

Das bedeutet, dass entweder Sebastian Jung, Maik Franz oder Marco Russ für den Brasilianer weichen müssen.

Keine leichte Entscheidung für Skibbe, überzeugten doch alle drei zuletzt.

Chris will sich oben "ranarbeiten"

Abwehrchef Chris jedenfalls brennt auf seinen Einsatz und möchte nach dem 4:0-Sieg zuletzt in Gladbach nachlegen. "Wir wollen uns mit einem Dreier ans obere Drittel ranarbeiten", sagte der Brasilianer der "Bild"

Die Freiburger hingegen könnten mit dem dritten Sieg im vierten Spiel den besten Saisonstart ihrer Klubgeschichte perfekt machen. Bei einem Erfolg mit sechs Toren Unterschied würde vorübergehend sogar die Tabellenführung winken.

Doch Dutt bleibt wie immer bescheiden: "Siege sind für uns keine Selbstverständlichkeit. Wir wissen, dass es in Frankfurt sehr schwer wird."

"Da ist es einfach zu treffen"

Was die Aufgabe nicht leichter macht: Stammtorwart Simon Pouplin und Stürmer Jonathan Jäger sind angeschlagen.

In Abwesenheit von Jäger könnte einmal mehr Cisse im Blickpunkt stehen. "Ich fühle mich in Freiburg wohl, hier passt alles. Da ist es einfach zu treffen", sagt der Stürmer.

Gegen die Frankfurter Adlerträger will Cisse seine Torquote weiter nach oben schrauben: Damit aus dem stillen Torjäger doch noch ein echter Star wird.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz (Russ), Chris, Tzavellas - Ochs, Meier, Schwegler, Köhler - Altintop, Gekas

Freiburg: Baumann (Pouplin) - Mujdza, Barth, Butscher, Bastians - Schuster - Abdessadki, Rosenthal, Makiadi (Putsila), Nicu - Cisse

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