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 "Ich habe für mein Schweinefleisch fünf verschiedene Lieferanten. Ich rufe an, lasse mir die Preise geben und kaufe dann. Für was aber brauchen Banker Schweinebäuche?" (Bratwurstfabrik-Besitzer Hoeneß über die Spekulationsgeschäfte von Banken)
Uli Hoeneß betont unter anderem, Bastian Schweinsteiger solle in München bleiben © getty

Uli Hoeneß sieht den FC Bayern in der Liga mittlerweile auf Kurs. Sorgenkind Lukas Podolski bekommt harte Kritik zu hören.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mit schönen Worten eine Aussage zu umschiffen, das ist nicht die Sache von Uli Hoeneß.

Der Manager des FC Bayern sagt, was Sache ist. Auch wenn es weh tut, wie ihm Fall von Lukas Podolski.

Der Nationalstürmer habe gegen Wolfsburg und Frankfurt "zwei Chancen bekommen und sie nicht genutzt".

Oder Keeper Michael Rensing: "Er soll auf dem Boden bleiben." An dem Tag, an dem in Bayern die neue schwarz-gelbe Landesregierung vereidigt wurde, hat auch Hoeneß quasi eine Regierungserklärung abgegeben.

Sport1.de war an der Säbener Straße dabei und hat die wichtigsten Statements zusammengefasst.

Uli Hoeneß über Lukas Podolski...

"80 Prozent der Spiele der Nationalmannschaft sind doch Durchschnitt wie gegen Liechtenstein, San Marino, Moldawien. Estland. Das hat doch mit tollen Mannschaften nichts zu tun. Wenn Podolski gegen Liechtenstein zwei Tore macht, heißt es in den Medien: 'ganz toll'. Wahrscheinlich würde unsere Drittliga-Mannschaft gegen die auch nicht schlecht aussehen. Es zählt aber nur die Bundesliga und Champions League. Das Hauptproblem ist, dass er in der Nationalmannschaft hochgejubelt wird und vielleicht glauben dann er und sein Umfeld, dass jetzt alles wunderbar ist."

... über die Entwicklung im Bayern-Team:

"Der ein oder andere Spieler hat einen Schritt gemacht, Verantwortung gezeigt und den Willen, das Spiel umzubiegen. Die Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Miro Klose und Philipp Lahm - bis zu seiner Verletzung - sind im Moment auch bei uns absolute Leistungsträger. Das war in der Vorsaison nicht immer so."

... über die Aufholjagd in der Bundesliga:

"Ich habe ein bisschen provokant von der Herbstmeisterschaft gesprochen. Die Mannschaft hat jetzt aber gegen Wolfsburg und Frankfurt gezeigt, dass das Mia-san-Mia-Gefühl wieder da ist, die Mannschaft an sich glaubt."

... über den Ligakonkurrenten Hoffenheim:

"Als Kaiserslautern damals Meister wurde, war das eine Eintagsfliege. Hoffenheim wird sich dagegen nachhaltig in der Bundesliga etablieren. Hoffenheim ist nicht das Produkt von einem halben Jahr oder Jahr, sondern die akribische Arbeit von mindestens drei bis vier Jahren. Sie haben ein sehr gutes System. Wir sind uns im Klaren, dass wir sie nicht so einfach werden abschütteln können. Die Hoffenheimer werden uns am Hacken bleiben."

... über den Wert des Ausnahmetechnikers Franck Ribery:

"Er ist zweifellos ein wichtiger Spieler, aber wir haben mit ihm schon gute und schlechte Spiele gemacht. Allerdings sind es außergewöhnliche Spieler wie Beckenbauer, Maradona, die den Unterschied machen, dementsprechend teuer waren sie auch."

... über das Talent Toni Kroos:

"Er hat das Problem, dass sich die Mannschaft jetzt einspielen muss. Sobald wir wieder in der Tabellenspitze etabliert sind, wird er eine Chance bekommen. Ich kann Jürgen voll verstehen, dass er an der eingespielten Mannschaft festhält. Toni Kroos muss Geduld haben, er ist erst 18 Jahre alt und er wird 100prozentig seinen Weg gehen, deshalb müssen wir ihm die Zeit geben."

... über Andreij Arschawin und Anatoli Timoschtschuk:

"Wir haben uns überhaupt nicht mit Arshawin beschäftigt. Mit Timoschtschuk haben wir uns im Sommer auseinander gesetzt, aber er hat von Zenit St. Petersburg keine Freigabe bekommen. Normalerweise ist es ja so, dass russische Spieler meist im Ausland nicht so gut sind."

... über die Vertragsverhandlung mit Bastian Schweinsteiger:

"Wir werden sicher in den nächsten Wochen Gespräche mit ihm führen und schauen, was dabei herauskommt. Er ist Stammspieler, kommt aus Bayern und ist ein sehr großer Sympathieträger für den Verein. Da werden wir uns sehr viel einfallen lassen, um ihn zu halten."

... über die Gespräche Schweinsteigers mit italienischen Klubs wie Juventus Turin, AC und Inter Mailand:

"Es ist das gute Recht des Beraters, Verhandlungen in Italien zu führen und so den Preis zu treiben."

... über die Vertragssituation bei Ze Roberto:

"Ze ist ein emotionaler und liebenswerter Mensch. Er wird das Ganze im Frühjahr von seiner Gefühlslage abhängig machen und davon, wie steht der FC Bayern da, wie geht es seiner Familie. Dann dauert so ein Gespräch drei bis zwölf Minuten. Wenn er so weiterspielt wie jetzt, werden wir klar verlängern."

... über Torwart Michael Rensing:

"Ich will nicht viele Worte über ihn verlieren. Er muss auf dem Boden bleiben. Er hatte in Frankfurt sicherlich das ein oder andere Problem beim Ballabschlagen und dafür die Gelbe Karte kassiert, hätte fast sogar die Gelb-Rote bekommen. Das sind Dinge, die mich geärgert haben."

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