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Der Offensivallrounder bejubelt seinen ersten Saisontreffer für Freiburg © getty

Jan Rosenthal ist der Neuanfang in Freiburg mit dem Siegtor bestens geglückt. Der Eintracht stößt der Fehlstart dagegen bitter auf.

Frankfurt/Main - Im Vorjahr erlebte Jan Rosenthal bei Hannover 96 eine schwere Zeit. Der Tod von Robert Enke setzte ihm zu, Rosenthal nahm wie viele 96-Profis zeitweise die Hilfe eines Psychologen in Anspruch.

Doch am Freitag ist dem früheren U 21-Nationalspieler der Neuanfang in der Bundesliga als später Siegschütze zum 1:0 (0:0) für den SC Freiburg bei Eintracht Frankfurt geglückt.

"Es war keine Flucht aus Hannover. Ich habe einen Neuanfang gesucht. Dass er mir so gelingt und ich in meinem zweiten Spiel für Freiburg gleich so ein wichtiges Tor schieße, stimmt mich natürlich froh", sagte Rosenthal, der einen Konter in der 89. Minute zum 1:0 abschloss.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Tor hätte nicht zählen dürfen"

Im Augenblick des Triumphes zeigte sich der 24-Jährige als fairer Sportler. "Das Tor hätte eigentlich nicht zählen dürfen. Zuvor stand Maximilian Nicu im Abseits. Ich verstehe den Ärger und Unmut der Frankfurter", sagte Rosenthal nach der Co-Produktion der Neuzugänge.

Trotz Freiburgs erstem Sieg in Frankfurt seit 14 Jahren und dem bestem Saisonstart der Klubgeschichte mit neun Punkten aus vier Spielen bleiben Rosenthal und seine Kollegen auf dem Teppich.

"Wir können das einordnen. Ich freue mich einfach, dass ich einen Teil zum Erfolg beitragen kann", sagte der Mittelfeldspieler und blickte aufs nächste Spiel am Mittwoch gegen Vize-Meister Schalke 04: "Das ist noch ein anderes Kaliber."

Rosenthal gilt als der etwas andere Fußballer. Zu Beginn seiner Profikarriere absolvierte er parallel seinen Zivildienst. Im Moment treibt er abseits des Platzes sein Fernstudium für internationales Management voran.

Dutt sieht noch Luft nach oben

Nach dem Sieg in Frankfurt dozierte Rosenthal, der schon mal als Vertreter von Florian Fromlowitz einen Elfmeter von Edin Dzeko gehalten hat, über die Freiburger Taktik: "Wir haben im Mittelfeld eine Raute mit zwei Spielmachern aufgeboten. Das zeigt unsere Flexibilität."

So etwas gefällt Freiburgs Trainer Robin Dutt, der die "reife Spielanlage" seiner Mannschaft lobte und möglicherweise sogar noch Spielraum nach oben sieht: "Ich weiß nicht, ob wir schon das Optimum erreicht haben."

Präsident Fritz Keller wollte von einem Aufstand des Außenseiters aber nichts wissen. "Die Tabelle spielt keine Rolle, wir haben neun Punkte gegen den Abstieg - mehr nicht", sagte der Nachfolger des verstorbenen Achim Stocker.

"Luxusproblem" im SC-Kasten?

Mit den Neuzugängen haben die Freiburger einen ausgeglicheneren Kader.

Ein "Luxusproblem" hat der Sport-Club im Tor, wo Oliver Baumann den verletzten Stammkeeper Simon Pouplin hervorragend vertrat. "Der Oli hat mit seinen 20 Jahren grandios gehalten. Aber er hat ja noch lange Zeit. Er wird ins zweite Glied zurücktreten, wenn Simon wieder fit ist", sagte Keller.

Ob Pouplin aber schon gegen Schalke zwischen die Pfosten zurückkehren kann, ist fraglich.

Bei der Eintracht herrscht Ernüchterung

Bei den seit dem 3:2 gegen Bayer Leverkusen am 3. April im eigenen Stadion sieglosen Hessen stieß der Fehlstart mit nur drei Punkten den Verantwortlichen bitter auf.

"Die Realität kann graumsam sein", sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.

Der 62-Jährige hatte zuvor die öffentliche Saison-Zielvorgabe von Trainer Michael Skibbe von 50 Punkten kritisiert. Am späten Freitagabend wirkte es so, als fühle sich Bruchhagen in seiner stets vorsichtigen Art bestätigt.

Skibbe hadert mit Assistent

Skibbe hingegen war sauer auf das Schiedsrichtergespann.

"Es ist so was von ärgerlich, dass der Schiedsrichter-Assistent diese klare Abseitssttellung nicht gesehen hat und unglaublich, dass man im modernen Fußball durch so eine Fehlentscheidung verliert", sagte Skibbe, für den am Mittwoch bei seinem Ex-Klub Leverkusen schon viel auf dem Spiel steht.

Im Vorjahr hatte die Eintracht 0:4 in Leverkusen verloren. Keine guten Voraussetzungen.

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