Bayern schwächelt mal wieder pünktlich zum Oktoberfest. Wie man es besser macht, zeigt Stuttgart. Schalkes Krise setzte sich fort.

Zwölf Böllerschüsse klangen am Samstagmittag nach dem Fass-Anstich beim Münchner Oktoberfest über die Theresienwiese.

Doch die Bayern-Profis nahmen sich die Schützen nicht wie erhofft zum Vorbild, so dass die anfängliche Partylaune in der Allianz Arena nach 90 Minuten Katerstimmung gewichen war.

Denn den Titelverteidiger plagt offenbar die Torschuss-Panik: Das 0:0 gegen Köln war bereits das dritte Bundesligaspiel ohne Tor, weniger als die bislang zwei Törchen hatte der Rekordmeister nach vier Spieltagen noch nie.

Rohrkrepierer statt Schützenfest: Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 33 Jahren herrschte in München Wiesn-Kater - wieder Mal.

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Schon beim letzten Oktoberfest gab es nur eine Nullnummer gegen die Kölner, 2008 sogar das 2:5-Debakel gegen Bremen.

Daher sprach Philipp Lahm als einer der wenigen Bayern-Profis Klartext, als er fehlende Kreativität und Rhythmus anprangerte.

Sein Fazit: "Langsam wird es schwer, weil wir schon einen gewaltigen Abstand nach oben haben."

Daran allerdings kann man als aufmerksamer Beobacher Zweifel anmelden - denn ähnliche Warnungen hörte man vom FCB schon im Vorjahr. Am Ende aber wurde die Mannschaft souverän Deutscher Meister.

Das lag an der fehlenden Konstanz der Konkurrenz. Und auch diesmal haben die Bayern gute Chancen, dass wieder kein Team ihre Schwächephase ausnutzen wird.

Das zeigt der Blick auf die Tabelle, wo sich die anderen Top-Teams der letzten Saison sogar noch hinter dem achtplatzierten Champion einreihen.

Der Vorjahresvierte Leverkusen ist nach dem 0:0 gegen Nürnberg punktgleich vor den Bayern Achter, die auch beim 0:2 gegen Mainz schwächelnden Bremer sind Zehnter und Vize-Meister Schalke ist nach der 1:3-Derby-Katastrophe gegen Dortmund sogar Tabellenletzter und als einzige Mannschaft noch ohne Punkt.

Umgekehrt stehen an der Spitze Mannschaften, die sich mit Ausnahme von Hamburg und vielleicht Hoffenheim nicht bis zur Rückrunde dort oben halten werden.

Allen voran die nach dem 2:0 bei Werder bislang verlustpunktfreien Mainzer, gefolgt von Hoffenheim, Freiburg und Aufsteiger Kaiserslautern.

Als neutraler Beobachter machen die Ausgeglichenheit und die vielen Überraschungen vor allem eins: Spaß.

In dieses Bild passte auch das Scheibenschießen in Stuttgart. Vor der Länderspielpause feierten sich die Gladbacher nach ihrem 6:3 gegen Leverkusen noch selbst.

Danach mutierte die Borussia mit zwei deftigen Pleiten und 0:11 Toren zur Schießbude der Liga.

Und der VfB ist nach zuvor drei Niederlagen in Folge durch das 7:0 plötzlich wieder obenauf.

Allerdings leider eine Woche zu früh: Der Cannstatter Wasen - das schwäbische Gegenstück zum Oktoberfest - beginnt erst nächsten Freitag.

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