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Mainz-Manager Christian Heidel (l.) mit Bremens GeschäftsführerKlaus Allofs © getty

Mainz-Manager Heidel nennt im SPORT1-Doppelpass die Gründe für Schürrles Transfer nach Leverkusen und spricht über die Tabellenführung.

München - Manager Christian Heidel vom Spitzenreiter FSV Mainz 05 hat den Wechsel von Andre Schürrle verteidigt.

Der U-21-Nationalspieler Andre Schürrle geht für rund acht Millionen Euro im kommenden Sommer zu Bayer Leverkusen.

"Das sind einfach wirtschaftliche Gründe. Wenn ein Verein kommt, der eine zweistellige Ablösesumme bietet, können wir nicht nein sagen", sagte Heidel im SPORT1-Doppelpass:

"Diese wirtschaftliche Chance mussten wir nutzen, so leid es mir tut."

Heidel bestätigte für den Wechsel eine Ablösesumme im einstelligen Bereich. Allerdings gäbe es Zusatzvereinbarungen und viele Faktoren, durch die die Summe noch zweistellig werden könne. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zudem sprach der FSV-Macher über die Tabellenführung nach dem 2:0 in Bremen, Erfolgscoach Thomas Tuchel und die Perspektiven des Teams.

Christian Heidel über...

den Sieg in Bremen:

"Wir fahren zu jedem Bundesligaspiel und hoffen, dort zu gewinnen. Dass man anschließend Tabellenführer ist, ist eine sehr schöne Randerscheinung.

Grundsätzlich machen wir uns wenig Gedanken, gegen wen wir spielen, ob der Gegner nun in der Champions League spielt oder Deutscher Meister ist.

Wir haben wirklich eine eigene Stärke entwickelt. Wir sind in der Bundesliga noch ungeschlagen. Und das merkt man. Es ist ein sehr sehr großes Selbstvertrauen da."

Schürrles Transfer zu Leverkusen:

"Zum einen kam Andre zu uns und hat den Wunsch geäußert, eben gerne nach Leverkusen wechseln zu wollen.

Und wir haben drüber nachgedacht, ist es nicht besser jetzt zu sagen, er wechselt, wenn er sich schon klar ist mit Leverkusen? Oder wollen wir jetzt dieses Spiel in den Medien, wer holt ihn, wo geht er hin und machen das die ganze Saison durch."

den Einkauf von Marcel Risse:

"Die Transfers von Risse und Schürrle haben nichts mit einander zu tun. Das einzige was in dem Vertrag mit Marcel Risse in der Tat eingebaut wurde: Bayer Leverkusen operiert gerne mit Rückkaufoptionen.

Und auch bei Marcel Risse sollte so etwas vereinbart werden. Aber da war unsere Forderung: Wenn Schürrle nach Leverkusen geht, dann holen wir Risse ohne eine Rückkaufoption von Bayer. Die Ablösesummen haben aber nichts miteinander zu tun."

Trainer Thomas Tuchel:

"Ich würde sagen, er hat einen überragenden Fußballsachverstand, gepaart mit der wirklich ausgeprägten Fähigkeit der Kommunikation mit den Spielern. Er ist ein Trainer, der sehr viel mit den Spielern spricht, der hervorragend mit jungen Spielern umgehen kann.

Ich glaube das wichtigste ist, dass er den Jungs ein taktisches Konzept gibt. Sie wissen, wo sie hinlaufen und warum sie da hinlaufen sollen. Es gibt Trainer, die den Spielern erklären, wie sie verschieben müssen, sie wissen aber nicht warum sie das machen sollen.

Das was Tuchel den Spielern im Training sagt, greift immer mehr im Spiel."

den Vergleich von Tuchel und Klopp:

"Bei Jürgen Klopp war das damals eine reine Bauchentscheidung, ihn als Trainer einzustellen. Bei Thomas war das etwas völlig anderes.

´Denn ihn haben wir ein Jahr gesehen als Trainer der U 19 und hatten wir schon immer das Gefühl, er hat diese Mainz-05-Philosophie. Diese Entscheidung für Tuchel war also wohl überlegt."

die Zukunft von Tuchel:

"Ich glaube, Thomas Tuchel weiß, dass er von uns hier eine Chance bekommen hat, die nicht alltäglich ist. Ich weiß, dass es ihm unheimlich viel Spaß macht. Ich sehe ihn jeden Tag.

Es mag ja sein, dass er irgendwann zu einem großen Klub wechselt. Aber ich weiß, dass er sich unheimlich wohlfühlt."

die Zukunft von Mainz 05:

"Man muss unterscheiden, was ist in dieser Saison möglich ist und was ist mit Mainz 05 insgesamt möglich ist. Unsere Politik ist es, mit ganz kleinen Schritten weiter nach oben zu kommen.

Wir werden versuchen, uns mit dem neuen Stadion wirtschaftlich so aufzustellen, dass wir eine Chance haben, Bundesliga zu spielen. Wir träumen nicht von Europa, oder werden nach dem ersten Tabellenplatz schielen.

Für uns ist es wichtig, dass die Leute erkennen, dass der Verein eine Entwicklung durchläuft. Und das machen wir jetzt seit zehn bis 15 Jahren.

Wir hatten mal einen Knick mit dem Abstieg. Wir sind aber nicht umgefallen, weil wir wirtschaftlich gut aufgestellt waren."

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