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Thomas Müller (l.) hat ein Saisontor erzielt, Mario Gomez ist noch ohne Treffer © getty

Bayern Fehlstart ist perfekt. Die mangelnde Durchschlagskraft im Sturm bereitet Sorgen. Butt fordert nun zwei Siege.

Von Martin Volkmar und Daniel Rathjen

München - Strahlender Sonnenschein begleitete die Profis des FC Bayern am Sonntag beim Auslaufen.

Doch die Stimmung an der Säbener Straße war dennoch gedrückt.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn der Deutsche Meister steuert pünktlich zur Eröffnung des Oktoberfestes auf seine erste Krise zu - zumindest den nackten Zahlen nach:

Die Nullnummer gegen den 1. FC Köln war bereits das dritte Spiel in Folge ohne eigenen Treffer, kein Bundesligist hat weniger Tore erzielt.

"Erstmal verdauen"

"Dieses Spiel müssen wir erstmal verdauen", gab Miroslav Klose nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1976 zu.

Trotzdem wollte Mark van Bommel nicht von einem Fehlstart sprechen, "denn unser Spiel ist viel besser als letztes Jahr".

Damals wie heute hat der FCB nur fünf Pünktchen nach vier Spieltagen auf dem Konto, allerdings war vor einem Jahr die Torbilanz besser (6:4). Und die Tabellenspitze ist bereits sieben Zähler entfernt.

Zudem hatten die Münchner seinerzeit Wolfsburg mit 3:0 vom Platz gejagt, inklusive zweier Treffer des kurz zuvor verpflichteten Hoffnungsträgers Arjen Robben.

Robben fehlt an allen Ecken und Enden

Jetzt fehlt der verletzte Niederländer vermutlich sogar die komplette Hinrunde und wird an allen Ecken und Enden vermisst - vor allem seine Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Trotz 69 Prozent Ballbesitz, 11:1 Ecken und 20:8 Torschüssen stand am Ende erneut die Null - viel zu wenig für die eigenen Ansprüche.

"Wir müssen die Klasse haben, durch die Mauer durchzukommen", zeigte sich Holger Badstuber im Gegensatz zu van Bommel selbstkritisch.

"Der Start ist nicht optimal. Wir hätten es wesentlich besser machen können."

Zwei Siege Pflicht

Dementsprechend groß ist bereits der Druck vor den beiden nächsten Aufgaben am Dienstag beim Tabellenzweiten Hoffenheim und Samstag gegen Überraschungs-Spitzenreiter Mainz.

So sprach sogar der sonst so zurückhaltende Jörg Butt Klartext. "In beiden Spielen müssen jeweils drei Punkte her", forderte der Keeper.

"Wir müssen zusehen, dass wir jetzt die Kurve kriegen. Uns gibt man nicht die Zeit und wir selber dürfen uns auch nicht die Zeit geben."

Auch Louis van Gaal war sichtlich angefressen, wie seine Mini-Pressekonferenz von gerade mal vier Minuten nach dem Spiel deutlich machte.

Van Gaals einfache Erklärung

Doch nach außen wollte der Chefcoach nicht den Stab über sein Team brechen. "Uns fehlt im Moment das Glück", lautete seine etwas einfache Begründung für die Ladehemmung.

Und weiter: "Wir müssen diesen Weg weitergehen, dann bin ich sicher, dass wir auch wieder unsere Tore machen. Das ist nur eine Frage der Zeit."

Kritischer äußerte sich Christian Nerlinger über die fehlende Durchschlagskraft.

"Das ist ein Problem, das wir beheben werden und müssen", sagte der Sportdirektor.

"Gegen solch defensiv eingestellte Mannschaften wie Köln muss man Dinge auch erzwingen. Es wird uns öfter passieren in der Saison, dass wir auf massiv defensiv ausgerichtete Gegner treffen. Da müssen wir Tore erzielen, es hilft nichts."

Nerlinger bleibt ruhig

Sonst droht tatsächlich ein ungemütlicher Herbst beim Rekordchampion. Doch so weit wollte Nerlinger noch nicht gehen.

"Für unsere Ansprüche ist das zu wenig, aber es gibt noch keine Alarmzeichen", meinte er.

"Ich sehe keinen echten Konkurrenten, der stabil ist und davonzieht. Deshalb werden wir in keinster Weise unruhig."

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