Nach Schalkes Absturz ans Tabellenende wird offensichtlich: Auch Magier Magath ist fehlbar. Der Umbau ist total fehlgeschlagen.

In den letzten zwei Jahren konnte man eigentlich fortwährend den Hut vor Felix Magath ziehen.

Erst führte er die No-Names aus Wolfsburg zur Sensations-Meisterschaft, dann Schalkes abgehalfterte Mannschaft von Platz sieben im ersten Jahr auf Rang zwei.

Als nächstes werde er wohl auf Wasser gehen, vermuteten manche, zumindest aber Schalke wie von ihm angekündigt endlich zum Meister machen.

Doch nach nur vier Spieltagen stehen die Königsblauen mit null Punkten genau am anderen Ende der Tabelle.

Nach dem schlechtesten Start in Schalkes Bundesliga-Geschichte und der bitteren Derby-Pleite gegen Erzrivale Dortmund liegt der Traditionsverein am Boden.

Und offensichtlich wird: Auch Magier Magath ist fehlbar.

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Im Prinzip ist sein totaler Umbau des Kaders total fehlgeschlagen. Alle Neuzugänge zeigen bisher lediglich, warum sie ihre Ex-Klubs abgegeben haben.

Metzelder und Raul besitzen zwar noch immer klangvolle Namen, eine Verstärkung sind sie aber nicht. Huntelaar braucht noch Zeit, um sich zurechtzufinden.

Gleiches gilt für Derby-Rotsünder Plestan, 13-Millionen-Bankdrücker Jurado sowie die ebenfalls keinesfalls billigen Deac, Escudero und Papadopoulos.

Das Resultat: Schalke ist hinten wacklig, vorne harmlos und wegen des nach wie vor fehlenden Spielmachers ohne Ordnung und Ideen.

Was neben den schwachen Zugängen daran liegt, dass Magath die Eckpfeiler des Vorjahreserfolgs vom Hof gejagt hat: Bordon, Westermann, Rafinha (beste Abwehr der letzten Saison) und Kuranyi (18 von 53 Schalker Treffern).

Auch sonst bleibt Magaths Vorgehen unverständlich. Er fordert weiter Zeit zum Einspielen, die er erst recht in der Krise nicht mehr hat.

Schließlich hat der sportliche Alleinherrscher viel zu lange gewartet, ehe er seinen Kader zusammenhatte. Und dabei hat er sich gleich doppelt verpokert.

Denn die Ablösesummen wurden durch sein Zögern auch nicht geringer, im Gegenteil: Insgesamt 36,4 Millionen Euro haben die Schalker ausgegeben - bei bereits 250 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

So bleibt die große Frage, wie Magath mit der zunehmend verunsicherten Mannschaft die Kurve kriegen will. Momentan hat er offenbar selber keine Antwort darauf.

Eine Trainerentlassung kann sich Schalke aber kaum leisten, nachdem der Klub Magath alle Macht übergeben hat.

Daher helfen nur noch Siege aus der katastrophalen Situation. Sonst droht nicht nur die sportliche, sondern auch die finanzielle Pleite.

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