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Mladen Petric (r.) spielt seit August 2008 für den Hamburger SV © imago

Der Stürmer bewahrt den HSV vor der Pleite gegen St. Pauli und sammelt Pluspunkte für seine sportliche Zukunft.

Hamburg - Nach seinem Sonntagsschuss hatte Mladen Petric auch schon den Montag rasch im Blick.

"Da habe ich es unseren Fans auf der Arbeit wohl deutlich leichter gemacht", scherzte der Kroate nach dem 1:1 (0:0) im Lokalderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV.

Mit einem sehenswerten Distanzschuss in der 88. Minute wendete der 29-Jährige nicht nur die Pleite des großen HSV am Millerntor gegen die Kiezkicker ab, sondern sammelte auch Pluspunkte für seine sportliche Zukunft bei den Rothosen.

Von der Bank zum Traumtor

Der Stürmer fühlte sich in den vergangenen Wochen vom neuen Trainer Armin Veh wenig geschätzt, kokettierte daraufhin mit einem Wechsel des Arbeitgebers.

Der Transfer zum VfB Stuttgart auf den letzten Drücker platzte aber. "Das war nicht sehr schön für mich, aber ich bin ja noch hier", so Petric gelassen.

Er fand sich zunächst auf der Reservbebank wieder, auch gegen den FC St. Pauli.

Nach seiner Einwechselung lief es geschmeidiger beim HSV, das Traumtor in den Winkel 288558(DIASHOW: Die Bilder des 4. Spieltags) konnte Petric als zusätzliches Bewerbungsschreiben an die sportliche Leitung nur recht kommen.

"Sie wissen, was sie am mir haben"

Zudem war die zentrale Position hinter den Spitzen an diesem Nachmittag bei den Gästen mit Paolo Guerrero derart schwach besetzt, dass man sich Petric gut schon beim Heimspiel am Mittwoch gegen den VfL Wolfsburg (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) vorstellen kann.

Petric: "Dieser Treffer war eine gute Antwort. Sie wissen im Verein, was sie an mir haben."

Veh dementiert Unstimmigkeiten

Was nach eigenem Bekunden auch für Veh galt und gilt, wie er nach dem spannenden, aber auch eher ereignisarmen Derby auf Nachfrage erklärte:

"Auch wenn es immer so dargestellt wird, wir haben nichts miteinander. Grundsätzlich freue ich mich für jeden, der ein Tor für den HSV macht."

Spielerisch schwache Vorstellung

Im Rückblick beschäftigte sich Veh lieber mit der schwachen Vorstellung seiner Mannschaft.

"Sicher war das kein Fußball-Leckerbissen. Wir wollten uns nicht auskontern lassen. In der Defensive haben wir gut gestanden, nach vorne haben wir nicht gut gespielt", analysierte der Coach.

"Eigentlich war es ein 0:0-Spiel."

Nachdem aber Petric den Gegentreffer durch Fabian Boll (77.) ausgeglichen hatte, stand der "Punktretter" stellvertetend für die Erleichterung bei den Rothosen.

"Das war kein Spiel auf hohem Niveau. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein", so Petric.

"Ich bin Teil des Teams"

Insgesamt hat der HSV jetzt als Fünfter acht Zähler auf dem Konto. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und Veh wird sich ernsthaft überlegen müssen, ob er gegen die "Wölfe" nicht von Beginn an auf den motivierten Kroaten setzt.

"Ich versuche, Gas zu geben und der Mannschaft zu helfen. Schlussendlich bin ich ein Teil des Teams", so der Angreifer, dem der gemeinsame Erfolg am wichtigsten ist:

"Ich bin keiner der Stunk macht."

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