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Nach dem Stotterstart im Vorjahr führte Louis van Gaal den FCB zum Double © getty

Louis van Gaal will sich von der Torflaute nicht irre machen lassen, fordert aber gegen Hoffenheim ganz klar ein Erfolgserlebnis.

Vom FC Bayern berichtet Tim Tonner

München - So richtig verarbeitet hat er den neuerlichen Dämpfer - das schwache 0:0 gegen den 1. FC Köln - wohl noch nicht.

Louis van Gaal ist dennoch bemüht, vor dem nächsten Auftritt, dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim (Di., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER), Gelassenheit zu demonstrieren.

"Ich habe die Situation analysiert und kann nicht sagen, dass wir schlecht spielen", sagt der Bayern-Trainer in der obligatorischen Presserunde trotzig.

Torflaute als größtes Manko

Auf dem Papier allerdings steht eine andere Wahrheit:

Nach vier Partien hatten die Münchner im Vorjahr ebenfalls nur fünf Zähler auf dem Konto (Platz 8), aber das große Manko aktuell ist die Torausbeute.

Zuletzt blieb der FCB in drei Ligaspielen hintereinander ohne eigenen Treffer.

Dabei gaben die Bayern die meisten Torschüsse aller Bundesligisten ab, hatten gegen Köln gar 77 Prozen Ballbesitz.

Unterm Strich kam der schlechteste Saisonstart des Rekordmeisters seit 33 Jahren heraus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das Glück erzwingen"

Van Gaals bekannte Erklärungen lauten auch am Montag WM-Müdigkeit und das fehlende Quäntchen Glück im Abschluss.

"Man muss das Glück erzwingen", formuliert er sein Rezept gegen die Tor-Krise:

"Aber das klappt nur, wenn alle Spieler hundertprozentig fit und motiviert sind."

Mark van Bommel übrigens macht sich auch noch keine Sorgen. "Wir haben in der vergangenen Saison das Ruder auch rumgerissen", so der Kapitän im SPORT1-Interview.

Taten statt Worte

An ihm und seinen Profis könne es jedenfalls nicht liegen.

"Ich mache alles, die Spieler machen alles, und sie wollen alle", bestätigt der 59-Jährige und hebt den Zeigefinger:

[kaltura id="0_1d5u9cj0" class="full_size" title="Doppelpass Kriselnde Bayern"]

"Wenn sie nicht wollen, dann bin ich ein sehr harter van Gaal."

Damit er sich nicht so stark verwandeln muss, fordert er in Sinsheim eine Reaktion seiner Mannschaft.

"Es ist nicht wichtig, was ich glaube und was gesagt wird. Es ist wichtig, dass wir alle damit beschäftigt sind, dass wir sechs Punkte holen."

Der Druck ist bekannt

Damit lenkt der Niederländer auch schon den Fokus auf das Spiel gegen Mainz 05 am kommenden Samstag.

Denn er weiß auch, dass der "Druck von außen, von den Medien, vom Vorstand" wachse, wenn die Ergebnisse ausbleiben.

"Das ist logisch, wir sind eine Spitzenmannschaft und müssen oben stehen."

Tabelle zählt erst "im März, April, Mai"

Auf Hoffenheim fehlen dem FC Bayern derzeit fünf Punkte, auf den aktuellen Tabellenführer Mainz sieben.

"Vielleicht stehen wir am Ende dieser Woche mit Mainz und Hoffenheim wieder zusammen. Das kann auch passieren", beschwichtigt van Gaal.

Wichtig sei ihm die Tabelle eh erst viel später in der Saison. "Im März, April, Mai ist es wichtig, da müssen wir oben dabei sein."

Hoffnung auf offensive Gastgeber

Eine Ausrede, die schon in den letzten Wochen und vor allem am vergangenen Samstag nach dem Köln-Spiel verstärkt herhalten musste, dürfte am Dienstagabend wohl nicht gelten - nämlich, dass der Gegner nur gemauert hat.

"Hoffenheim will auch Fußball spielen. Und Fußball nenne ich, wenn man ein bisschen angreift", hofft der FCB-Trainer.

Ralf Rangnick sei von seiner Spielweise her aber leider eine Ausnahme.

Rangnick will Punkte, kein Spektakel

Der nimmt van Gaal aber den Wind aus den Segeln.

"Mir ist egal, ob es wieder ein Spektakel wird. Hauptsache, wir behalten die Punkte", meint Rangnick. Seine Ziele sind nach dem tollen Saisonstart (drei Siege, ein Remis) hoch: "Wir sind deutlich weiter als voriges Jahr, aber noch lange nicht da, wo wir hinwollen."

Der 1899-Coach will vielleicht "den ein oder anderen frischen Spieler" bringen, weil mit Vedad Ibisevic (Knöchel) und Sejad Salihovic (Rücken) zwei Stammspieler angeschlagen sind.

"Besser als letztes Jahr"

Van Gaal hingegen nahm bisher lediglich in der Offensive ein paar kleine Änderungen vor und vertraut weiterhin seinem Personal.

"Wir spielen viel besser als letztes Jahr", verkündet van Gaal. Das Team sollte das jetzt allerdings auch beweisen.

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