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Lewis Holtby erzielte zwei Treffer - seine Bundesligatore Nummer drei und vier © getty

Wenige Minuten nach seiner Einwechslung trifft Holtby gegen Köln zum 1:0 und erhöht in der Nachspielzeit. Der fünfte Sieg in Folge.

Mainz - Das Mainzer Fußball-Märchen geht dank "Joker" Lewis Holtby weiter. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Durch die späten Treffer des eingewechselten Youngsters zum 2:0 (0:0)-Erfolg verteidigten die Überflieger von FSV-Trainer Thomas Tuchel die Tabellenspitze und feierten zugleich den fünften Sieg im fünften Spiel. 290019(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Damit rückt für die 05er sogar der Bundesliga-Startrekord von Bayern München (1995/96) und des 1. FC Kaiserslautern (2001/02), die einst mit sieben Erfolgen begonnen hatten, in greifbare Nähe.

Tuchel euphorisch - Podolski sauer

"Die Zuschauer waren fantastisch, und dann werden wir auch noch mit zwei späten Toren belohnt, das ist Wahnsinn", sagte FSV-Trainer Thomas Tuchel.

"In der ersten Halbzeit hatten wir große Schwierigkeiten. Danach haben wir umgestellt, und es lief besser, aber die Gegentore waren zu billig", meinte Kölns Coach Zvonimir Soldo.

"Der Sieg der Mainzer ist vollkommen verdient. Wir hatten das Spiel nie im Griff und haben uns keine Möglichkeit erarbeitet", sagts FC-Star Lukas Podolski bei "Sky": "Das ist einfach zu wenig. So können wir einfach nicht auftreten", ärgerte sich der Nationalspieler: "Wir müssen offensiver spielen und mehr nach vorne riskieren."

Dritte Niederlage für Köln

In einem Geduldsspiel vor 20.300 Zuschauern im erneut ausverkauften Stadion am Bruchweg mussten die FSV-Fans bis zur 72. Minute warten, ehe der acht Minuten zuvor eingewechselte Holtby das Kölner Abwehrbollwerk mit einem Kopfball aus kurzer Entfernung knackte.

In der Nachspielzeit machte der Ex-Schalker alles klar.

Für den FC, der jüngst bei Bayern München ein 0:0 erkämpft hatte, setzte es dagegen die dritte Saisonpleite.

Mainz von Beginn an überlegen

Die Rollen waren schon zu Beginn der Partie klar verteilt. Mit dem Selbstbewusstsein eines Spitzenreiters übernahm der FSV von Beginn an die Initiative.

Allerdings war die Mainzer mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen selten ein Durchkommen gegen die dichtgestaffelte Kölner Hintermannschaft, an der sich bereits die Offensive von Meister München am Samstag die Zähne ausgebissen hatte.

Mohamad rettet

Erstmals gefährlich wurde es bereits nach neun Minuten, als zweimal Marcel Risse über rechts durch war. Bei der ersten Flanke segelten allerdings alle Spieler am Ball vorbei, beim zweiten Versuch rettete Kölns Kapitän Youssef Mohamad in höchster Not.

Der FC-Abwehrspieler war nach abgesessener Rotsperre für Kevin Pezzoni zurück ins Team gerückt.

Mondragon mit Glanzparade

Es dauerte eine gute halbe Stunde, ehe das Kölner Abwehrbollwerk erstmals ins Wanken geriet. Zunächst scheiterte Adam Szalai zweimal per Kopf (jeweils 31.).

Zwei Minuten später setzte Risse den Ball aus kurzer Entfernung über das Tor, danach zwang Szalai den Kölner Keeper Faryd Mondragon zu einer Glanztat (34.).

Tuchel von erster Halbzeit begeistert

"Was die erste Halbzeit von uns gespielt wurde, war glaube ich das Beste, seit ich hier Trainer bin", sagte der Tuchel:

"Da war ich begeistert, da hat uns nur ein Tor gefehlt. Mit der Leistung könnten wir auch in der Premier League spielen."

Podolski scheitert knapp mit Freistoß

Doch auch der FC blieb nicht chancenlos. Mit ein wenig mehr Glück wäre den Kölnern Mitte der ersten Halbzeit sogar fast das Führungstor gelungen.

Ein Freistoß von Podolski aus halbrechter Position strich nur knapp am Tor vorbei (26.). Podolski spielte wieder im Sturmzentrum, konnte aber nur wenig Akzente setzen.

05 mit Mühe nach der Pause

Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Die auf fünf Positionen im Vergleich zum Bremen-Spiel veränderten Mainzer drückten, stellten sich aber häufig zu umständlich an.

Das galt auch für Shootingstar Andre Schürrle, der als Einwechselspieler bereits dreimal getroffen hatte und diesmal nach auskurierter Schambeinverletzung erstmals von Beginn an spielte.

Jajalo an die Latte

Der FC sorgte tauchte weiter nur sporadisch vor dem Tor auf und war meist nur bei Standards gefährlich. Wie etwa in der 67. Minute, als Mato Jajalo einen Freistoß an die Latte setzte.

Drei Minuten zuvor hatte Tuchel den früheren Schalker Holtby für Schürrle ins Spiel gebracht und damit ein glückliches Händchen bewiesen.

Sechster "Joker"-Treffer des FSV

Nach einem Freistoß von Christian Fuchs tauchte der 20-Jährige frei vor Mondragon auf und traf zum 1:0.

In der Nachspielzeit stellte Holtby mit seinem zweiten Treffer, Fuchs hatte ihm den Ball mit einem langen Pass aus der eigenen Hälfte in den Lauf gespielt, den Endstand her. Es war bereits der sechste "Joker"-Treffer der Tuchel-Truppe.

"Ich war nicht traurig, dass ich zunächst nicht gespielt habe. Die Pause hat mir gut getan", erklärte der Matchwinner und ergänzte: "Ich freue mich, vor den tollen Fans in einer tollen Mannschaft und unter einem topp Trainer Fußball spielen zu dürfen."

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