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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verspricht "Pakete für die Zuschauer" © getty

Die Spieltage werden entzerrt, ein Samstagsspiel um 18.30 Uhr kommt auf jeden Fall. Sport1.de zeigt mögliche Varianten auf.

München - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will beim Millionenpoker um die Bundesliga-Rechte nicht nur nach dem Faktor Geld entscheiden.

Das erklärte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Tag vor der offiziellen Vorstellung der Ausschreibung am Freitag und kündigte an, dass es künftig in jedem Fall ein Samstag-Spiel um 18.30 Uhr geben werde.

Insgesamt gebe es über 30 Bieter für die Pakete, folglich ist auch die traditionelle Sportschau in der ARD gefährdet.

"Pakete für die Zuschauer"

"Wir tun gut daran, nicht nur auf den Euro zu schauen. Wir machen keine Pakete für Bieter, sondern für die Zuschauer", sagte Seifert bei den Medientagen in München.

Mit Sicherheit werde es eine "Entzerrung der Spieltage" geben: "Das Spiel am Samstag um 18.30 Uhr kommt mit Sicherheit. Das stößt auf größere Nachfrage als das Freitag-Spiel."

Zugleich machte Seifert deutlich, dass die diskutierte Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine "nicht automatisch mehr Geld bringt".

Bis spätestens Anfang Dezember will die DFL über die zukünftigen Rechteinhaber entscheiden.

Kirch-Deal geplatzt

Zuvor war der Vertrag der DFL mit Leo Kirchs Rechteagentur Sirius geplatzt, die pro Spielzeit 500 Millionen Euro garantieren wollte.

Grund waren die Vorgaben des Bundeskartellamtes, nach denen die Höhepunkte des Kernspieltages am Samstag vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein müssen.

Ziel ist, zumindest wie bisher 409 Millionen Euro pro Saison für die Bundesliga-Rechte zu erlösen. Seifert ist optimistisch, dass das auch funktioniert:

"Wir werden es nicht jedem recht machen können. Aber am Ende wird ein Kompromiss rauskommen, mit dem alle leben können", so der DFL-Boss.

Sport1.de gibt einen Überblick über die Bieter und mögliche Varianten.

Murdoch, ESPN und Sat1

Der millionenschwere Medienunternehmer Rupert Murdoch und der amerikanische Sportsender ESPN sollen zu den Bietern zählen.

Murdoch hält seit Anfang 2008 Anteile am Bezahlsender Premiere. Der gebürtige Australier will angeblich für die Bundesliga-Rechte im Pay-TV und Free-TV mitbieten und könnte die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen an einen Privatsender wie Sat1 weiterreichen.

Damit wäre die ARD-Sportschau aus dem Rennen und ran würde zurückkehren. Sat1 hat von Juli 2009 an die TV-Rechte für die Champions League und den UEFA-Cup gekauft und baut gerade eine Sportredaktion auf.

Schon jetzt überträgt Sat1 die Champions League, allerdings via Sublizenzierung vom Rechteinhaber Premiere.

Wo ESPN im Ernstfall die Bundesliga zeigen würde, ist noch unklar.

ARD und die Sportschau

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff erklärte, dass es für die öffentlich-rechtlichen Sender immer schwerer werde, im Bieterkampf um wichtige Sportrechte mitzuhalten.

"Wir sind sehr konkret daran interessiert, die Sportschau mit der Bundesliga bei uns zu behalten. Aber man darf sich nichts vormachen, wenn da die großen Player kommen, dann gibt es für den gebührenfinanzierten Rundfunk auch Grenzen", sagte Raff.

Die ARD will für die Free-TV-Rechte an der Bundesliga eher weniger als die bisher 97 Millionen Euro zahlen, da zeitgleich zur Zusammenfassung am Samstag künftig um 18.30 Uhr ein "Match of the day" stattfinden wird und deshalb nur fünf statt bislang sechs Spiele zur Verfügung stehen.

Premiere

Premiere will nur mehr als die bisher gezahlten 205 Millionen Euro pro Saison aufbringen, wenn mit einem zusätzlichen Live-Spiel mehr Exklusivität garantiert wird.

ZDF, RTL und DSF

Das ZDF sitzt genüsslich zwischen allen Stühlen und wartet ab, was dem Aktuellen Sportstudio bleibt. Bei RTL ist unklar, ob die Schumi-Millionen aus der Formel 1 im Etat umgewidmet werden oder eher nicht. Das DSF spekuliert wie eh und je auf Nischen.

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