vergrößernverkleinern
Louis van Gaal ist seit Sommer 2009 Trainer beim FC Bayern © getty

Die Bayern sind "überzeugt, dass er der Richtige ist", legen dem Trainer offenbar eine Verlängerung vor. Van Gaal kokettiert noch.

Von Christian Paschwitz

München - Es hatte sich angedeutet, nun ist die Vollzugsmeldung nur noch eine Frage von Tagen:

Trainer Louis van Gaal und der FC Bayern haben sich nach SPORT1-Informationen grundsätzlich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit um ein Jahr bis 30. Juni 2012 geeinigt.

Zwar umschiffen die sportlich Verantwortlichen eine finale Aussage noch und verweisen darauf, dass noch nichts unterschrieben sei. Christian Nerlinger wollte entsprechende Meldungen weder bestätigen noch dementieren.

Der Sportdirektor sagte der "Bild" aber: "Wir haben immer gesagt, dass wir über 2011 hinaus mit Louis van Gaal weiter machen wollen. Weil wir überzeugt sind, dass er der Richtige ist. Van Gaal hat uns eine Philosophie gebracht, die wir fortsetzen möchten."

Die Bestätigung könnte sogar noch in dieser Woche erfolgen.

Am Montag sollen Verwaltungsbeirat und Aufsichtsrat der Bayern der Vertragsverlängerung mit van Gaal bereits zugestimmt haben.

Van Gaal kokettiert

Der Niederländer selbst geriert sich dabei einmal mehr als nonchalantes Pokerface:

"Ich habe gelesen, dass der Vorstand mit mir verlängern will. Ich werde mir anhören, was sie zu bieten haben - und dann werden wir sprechen", sagte van Gaal bei "Sky" nach dem 2:1 (0:1)-Sieg der Münchner bei 1899 Hoffenheim. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass auch der 59-Jährige sehr gern beim Rekordmeister bliebe:

"Mein Image war noch nie so gut"

"Ich war noch nie bei einem Klub, der so professionell geführt wurde", wird van Gaal in der aktuellen Ausgabe der "Sport Bild" zitiert. 290019 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Und weiter: "Mein Image war noch nie so gut. Ich habe das Gefühl, dass ich respektiert werde, von den Fans geliebt und sogar von den Journalisten gemocht."

Dass der 59-Jährige weiter kokettiert ("Vielleicht habe ich Bedingungen, die der Vorstand nicht erlaubt"), ist typisch van Gaal - und könnte bloß der versteckte Hinweis sein hinsichtlich einer Ausstiegsklausel bei einem Engagement als Nationaltrainer.

Traum bleibt unberüht

Schließlich hatte van Gaal bereits mehrfach verlauten lassen: "Mein Traum bleibt weiterhin, noch einmal eine Nationalmannschaft zu trainieren. Diese Positionen werden aber eher 2012 als 2011 besetzt."

Bei den Bayern bis zum übernächsten Sommer dranzuhängen, steht dem nicht entgegen. Es ergibt vielmehr Sinn, weil es Planungssicherheit für van Gaal bedeutet:

Nach dann drei Jahren an der Säbener Straße könnte er nach der Europameisterschaft in Polen und in der Ukraine eine Nationalelf übernehmen und durch die Qualifikation bis zur WM 2014 in Brasilien führen.

Nachfolger Jonker?

Zumal: Die Enttäuschung über sein Scheitern als Bondscoach, als er 2002 mit dem vermeintlichen Titel-Favoriten die WM verpasste, sitzt noch immer tief. "Ich kann mir auch vorstellen, eine Nationalmannschaft wie Argentinien zu trainieren", so der Fußball-Lehrer.

Auch seinen möglichen Nachfolger hat van Gaal den Bayern-Verantwortlichen schon vor drei Wochen ans Herz gelegt:

"Falls ich verlängere, bleibt alles beim Alten. Tue ich es nicht, könnte mein Co-Trainer Andries Jonker meine Philosophie als Cheftrainer bei Bayern fortführen."

Gerüchte um Kahn

Derweil gibt es das Gerücht, wonach Ex-Keeper Oliver Kahn Favorit sei für die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge, dessen Vertrag als Vorstandschef Ende 2011 ausläuft.

Gestützt ist die Spekulation der "Sport Bild" bisher aber durch wenig - allenfalls durch den Blick auf den Kalender, wenn Kahn lapidar erklärt: "Die nächsten zwei Jahre gehören meinem Studium."

Bayerns Aufsichtsrat will ohnehin, dass Rummenigge zwei weitere Jahre im Amt bleibt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel