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Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer bei Borussia Dortmund © getty

Vor dem Heimspiel gegen Lautern lobt BVB-Geschäftsführer Watzke im Interview das junge Team, erwartet aber auch Rückschläge.

Von Tobias Hlusiak

München - Hans-Joachim Watzke macht einen äußerst zufriedenenen Eindruck.

Im Gespräch mit SPORT1 gibt er sich betont locker.

Die gute Laune von Borussia Dortmunds Geschäftsführer verwundert nicht. Mit dem Derby-Sieg auf Schalke hat der BVB schon ein wichtiges Saisonziel erreicht.

Zuvor gelangen dem Team von Jürgen Klopp bereits zwei souveräne Erfolge in Stuttgart und gegen Wolfsburg.

Bei einem Dreier gegen Aufsteiger Kaiserslautern (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) winkt nun der Sprung auf Platz zwei.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es greift zunehmend ein Rad in das andere", zeigt sich Watzke vom Entwicklungsstand der Mannschaft zufrieden.

Im SPORT1-Interview spricht der 51-Jährige außerdem über die Erwartungen für den weiteren Saisonverlauf und die Schalker Vereinspolitik.

SPORT1: Wie haben Sie im Rückblick das Derby erlebt?

Hans-Joachim Watzke: Das war schon etwas komisch, weil wir so dominant waren. Bis auf die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit war diese kribbelige Derby-Stimmung gar nicht gegeben. Auf der einen Seite war das ein komisches Gefühl. Unseren Nerven hat das aber auch gut getan. Am Ende steht aber der Sieg, darüber freuen wir uns.

SPORT1: Hat es der jungen Dortmunder Mannschaft Sicherheit gegeben, dass der Gegner so schwach war?

Watzke: Nuri Sahin hat es auch schon gesagt: Es wird jetzt jede Woche erzählt, dass der Gegner so schwach war. Das stimmt ja so nicht. So dominant wie in Gelsenkirchen haben wir auch vor einer Woche gegen Wolfsburg gespielt. Auch in Stuttgart haben wir zur Halbzeit schon 3:0 geführt. Da hieß es dann: Die Stuttgarter waren so schlecht. Vielleicht spielen wir nur momentan auch einfach so zwingend.

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SPORT1: Was macht die Borussia dann im Moment so gut?

Watzke: Wir haben den nächsten Entwicklungsschritt gemacht. Wir haben zwar eine extrem junge Mannschaft - mit acht Spielern in der Stammformation, die 22 Jahre oder jünger sind. Aber jeder einzelne hat schon eine enorme Erfahrung. Neven Subotic und Nuri Sahin beispielsweise haben schon internationale Erfahrung. Es greift zunehmend ein Rad in das andere. Diese Entwicklung, die wir vor zwei Jahren eingeleitet haben, die verstetigt sich.

SPORT1: Die von Ihnen genannten Spieler spielen ohne Zweifel gut. Der überragende Mann gegen Schalke war aber Shinji Kagawa.

Watzke: Das ist richtig, nach dem Spiel wurde er von den Fans gefeiert und auf Händen getragen.

SPORT1: Wie hält man den jetzt am Boden?

Watzke: Shinji ist ein so ruhiger und vernünftiger Junge, der wird auf keinen Fall abheben. Das kriegt er hin. Ansonsten ist es mir immer lieber, dass gut über unsere Spieler geschrieben wird, als schlecht. Wir haben eine Mannschaft, die einen so guten Charakter hat - die heben definitiv nicht ab.

SPORT1: Ist es angesichts des derzeitigen Laufs gut für die Mannschaft, dass das nächste Spiel schon vor der Tür steht, oder fürchten Sie eine Überlastung?

Watzke: Die vergangene Woche war ohne Zweifel hart. Das Spiel in der Ukraine war schon nicht ganz einfach, dann das Derby, und jetzt schon wieder ein Spiel. Aber für die Mannschaft ist es absolut kein Problem, das Spiel gegen Kaiserslautern zu machen. Der eine Tag mehr, den Kaiserlautern zur Erholung hatte, ist am Ende auch nicht entscheidend. Die Zuschauer werden die Mannschaft nach vorne peitschen, weil die Fans so glücklich sind über den Derbysieg. Die Mannschaft wird getragen werden.

SPORT1: Wo soll das noch hinführen mit dem BVB? Es warten zwei Aufsteiger, da winkt die Tabellenführung.

Watzke: Das Leben holt dich früher oder später immer zurück. Wir versuchen natürlich diesen Moment noch möglichst lange nach hinten zu ziehen, aber es wird auch in unserer Entwicklung wieder Rückschläge geben. Wir haben aber eine gute Mannschaft und fahren seit Monaten gut damit, immer nur auf das nächste Spiel zu schauen. Was in vier Wochen passiert, ist mir völlig egal. Wichtig ist, Kaiserslautern zu schlagen.

SPORT1: Macht Schalke die gleichen Fehler wie der BVB Anfang des Jahrtausends?

Watzke: Das maße ich mir nicht an, die Schalker Politik zu beurteilen. Das muss jeder für sich wissen. Tatsache ist: Die Philosophie von Schalke und die des BVB sind diametral entgegengesetzt. Jede Philosophie kann am Ende des Tages erfolgreich sein. Wir sind von unserer total überzeugt und werden diese auch nicht ändern. Auch nicht nach der erfolgreichen Europa-League-Qualifikation. Die Schalker sind für ihre Vereinspolitik zuständig.

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