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Adam Szalai (l.) und Lewis Holtby bleiben mit Mainz auch im fünften Spiel ohne Punktverlust © getty

Mit dem fünften Sieg in Folge feiern die Mainzer ein weiteres Fußballfest. Am Samstag will der Spitzenreiter nun die Bayern ärgern.

Mainz - Als die nächste rauschende Party des FSV Mainz 05 ihren Höhepunkt fand und die Bundesliga-Überflieger mit einer überdimensionalen "1" aus Pappe auf dem Rasen tanzten, schlüpfte Matchwinner Lewis Holtby in die Rolle des Kameramanns. 290019(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Mit einem Camcorder hielt der U 21-Nationalspieler die historische Stunde des Spitzenreiters nach dem 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln in Wort und Bild fest, nachdem er zuvor im fünften Kapitel des Mainzer Fußball-Märchens mit zwei Toren selbst die Hauptrolle gespielt hatte.

Doch zum Feiern blieb den Mainzern nach dem fünften Sieg im fünften Spiel, was in 47 Jahren Bundesliga zuvor nur Bayern München, dem 1. FC Kaiserslautern, dem VfB Stuttgart und Köln gelungen war, kaum Zeit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Höhenflug soll gegen Bayern weitergehen

Denn der Höhenflug soll weitergehen, am Samstag wollen die Mainzer nun den Meister FC Bayern ärgern.

"Ich freue mich auf diesen Wiesn-Tag. Von mir aus könnte es schon morgen losgehen", sagte Holtby.

Und auch Erfolgstrainer Thomas Tuchel dachte in der Stunde des Sieges schon an den nächsten Coup:

"Wir werden uns etwas überlegen, um den Gegner vor eine schwierige Aufgabe zu stellen. Natürlich ist das für uns eine hohe Hürde. Die Bayern sind das Nonplusultra, aber wir dürfen mutig nach München fahren und uns was zutrauen."

Holtby krönt Power-Fußball

Wohl wahr, denn in der derzeitigen Verfassung ist mit den Mainzern durchaus auch beim Meister zu rechnen.

In beeindruckender Manier hatten die Rheinhessen gegen überforderte Kölner 90 Minuten Tempo- und Angriffsfußball zelebriert.

"Das war Premier-League-würdig. Die erste Halbzeit war die beste, seit ich hier Trainer bin. So stelle ich mir das vor", lobte Tuchel seine Youngsters.

Einziges Manko war die Chancenverwertung.

[kaltura id="0_8n5md9m7" class="full_size" title="Mainz Rotation f r die Spitze"]

Erst als der Coach seinen Joker zog, waren die Weichen auf Sieg gestellt. In der 64. Minute eingewechselt, traf Holtby acht Minuten später zur Führung, ehe die Schalker Leihgabe in der Nachspielzeit alles klarmachte.

"Der Junge ist für sein Alter sehr weit. Er hat Tempohärte mit unglaublicher Kreativität. Dazu will er sich immer weiter entwickeln", schwärmte Tuchel.

Tuchel hat Alternativen

Ein Rädchen greift derzeit bei den 05ern ins andere. Dass Tuchel im Vergleich zum Bremen-Spiel fünf Spieler rausrotierte, machte sich nicht bemerkbar.

"Er kann aus 22 Spielern auswählen, ohne dass ein Qualitätsverlust zu verspüren ist. Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt", erklärte FSV-Manager Christian Heidel.

Und Tuchel braucht frische Spieler, um sein laufintensives Spiel durchzusetzen. Wer auf dem Platz steht, gibt Vollgas.

So einfach und genial ist die Philosophie des Trainers: "Unser Spiel macht den Zuschauern Spaß. Sie kommen gerne ins Stadion. Wir haben ja auch einen Auftrag."

Köln ohne Tempo und Risiko

Den hatten die Kölner zumindest in Mainz nicht. Ohne Spielwitz, ohne Tempo trat der FC vor 20.300 Zuschauern im Stadion am Bruchweg auf.

Mit dem einzigen Ziel, die Offensivaktionen des Gegners zu zerstören, bauten die Geißböcke ein recht unansehnliches Abwehrbollwerk aus.

Kein Wunder, dass Lukas Podolski, der in der Nationalmannschaft eine andere Philosophie gewohnt ist, stinksauer war:

"So dürfen wir nicht auftreten. Das war ein peinlicher Auftritt. Wir müssen offensiver spielen und mehr nach vorne riskieren. Ohne in die Zweikämpfe zu gehen, ohne Laufbereitschaft - das geht nicht."

Keine Chance aus dem Spiel heraus

Sogar FSV-Manager Heidel war verwundert: "Als wir 1:0 führten, haben unsere Spieler in der 75. Minute gemeckert, dass die Kölner einen Einwurf nicht schnell genug ausgeführt haben."

So verzeichnete der FC ganze zwei Torchancen durch Freistöße.

"Diese Niederlage müssen wir erstmal verarbeiten", ergänzte Podolski mit Blick auf das Hoffenheim-Spiel.

Und eins ist klar: Sollte es am Freitag die nächste Niederlage geben, dürfte es wieder einmal unruhig in Köln werden.

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