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Sportchef Klaus Allofs schlägt Alarm: Seit drei Spielen ist Werder nun schon ohne Sieg © imago

Nach dem Hannover-Debakel gibt's in Bremen eine Krisensitzung - zumal die kommenden Aufgaben nicht leichter werden.

Bremen - Krisensitzung, Kopfwäsche, Klartext: Mit deutlichen Worten haben Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs die Profis von Werder Bremen am Mittwochmorgen ins Gebet genommen.

Themen dürfte es nach dem 1:4 (1:1)-Debakel am Vorabend bei Hannover 96 genug gegeben haben. 290019(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Die Hanseaten waren vorgeführt, blamiert und überrollt worden. Verunsichert und über weite Strecken wie gelähmt hatten sich die Bremer in ihr Schicksal ergeben.

"Bei allem Respekt vor dem Gegner: In Hannover darf man nicht verlieren - vor allem nicht auf diese Art und Weise. Wir hängen sechs Punkte hinter unserem Plan hinterher", sagte Allofs nach der Aussprache.

Allofs will Ruhe bewahren

Konkrete Konsequenzen für das Nordderby am kommenden Samstag (18 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den Erzrivalen Hamburger SV wollte der Manager jedoch nicht benennen: "Wir dürfen jetzt weder in Panik verfallen, noch die Hände in den Schoß legen."

Magere vier Zähler haben die Bremer nach den ersten fünf Spielen der Saison auf dem Konto. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der desolaten Leistung beim 0:2 am vergangenen Samstag gegen den inzwischen bereits um elf Punkte enteilten Tabellenführer FSV Mainz 05 ließ die Werder-Elf gegen Hannover den nächsten Tiefpunkt folgen.

Frings stellt Charakter-Frage

"Nach dem Mainz-Spiel dachte ich, dass es nicht schlechter geht. Es geht doch", sagte Allofs: "In der zweiten Halbzeit waren wir von allen guten Geistern verlassen. Einige Spieler sind derzeit völlig von der Rolle."

Kapitän Torsten Frings setzte nach der Pleite sogar zu klarer Charakter-Kritik an den Kollegen an.

"Einige Spieler nehmen sich zu wichtig. Bei denen steht nicht die Mannschaft im Vordergrund", so der Ex-Nationalspieler.

"Man kann auch fünfmal am Tag trainieren"

Am Mittwochmorgen ergänzte Frings dann: "Man kann auch fünfmal am Tag trainieren. Das bringt alles nichts, wenn man nicht bereit ist." Kampf, Leidenschaft, Emotionen - all das fordert Frings ein. All das ließ Werder in Hannover jedoch vermissen.

Nach einem frühen Eigentor von Clemens Fritz (11.) hatte Frings per Foulelfmeter noch den Ausgleich geschafft (36.).

Dann brachen die Bremer jedoch völlig in sich zusammen. Didier Ya Konan (53.), Christian Schulz (79.) und Mohammed Abdellaoue (90.+2) legten die Schwächen des Champions-League-Teilnehmers gnadenlos offen.

Hammerwoche für Bremen

"So macht Fußball Spaß. Das war ein Festtag", sagte Schulz nach dem Abpfiff, als Werders Profis zu Partyclowns verkommen waren.

"Das war ein ganz schlechtes Spiel. Aber wir müssen mit solchen Situationen fertig werden und nun ganz schnell als Mannschaft besser funktionieren", forderte Allofs.

Die Zeit drängt. Auf die Bremer wartet eine Hammerwoche: Hamburg und Bayer Leverkusen in der Bundesliga, zwischendurch Titelverteidiger Inter Mailand in der Champions League.

"Vielleicht hilft ein altes Heilmittel, das heißt: Über den Kampf ins Spiel finden. In solchen Situationen wird nicht gezaubert", sagte Allofs: "Wir müssen erst die Pflicht absolvieren, dann kommt die Kür."

Hoffnungsträger Pizarro und Mertesacker

Frings ergänzte: "Es wird für uns natürlich jetzt immer schwieriger, weil es auch eine Frage des Selbstvertrauens ist. Das fehlt uns momentan aufgrund der vergangenen Spiele."

Gegen den HSV hoffen die Bremer nun auf die Rückkehr der in den vergangenen Wochen verletzten Per Mertesacker und Claudio Pizarro.

"Unsere Mannschaft ist gut. Aber sicherlich ist sie mit einigen Spielern, die zurückkommen, noch besser", sagte Allofs.

Werder-Boss dämpft Erwartungen

Der Sportchef wollte die Erwartungen jedoch nicht zu hoch ansetzen: "Man muss bedenken, dass die Rückkehrer nicht gleich in Topform sein werden."

Eigentlich müssen sie es aber sein - sonst droht die nächste Krisensitzung.

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