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Gerald Asamoah (r.) erzielte gegen Logan Bailly (l.) sein erstes Tor für St. Pauli © getty

Der Aufsteiger dreht einen Rückstand in seinen zweiten Auswärtssieg. Für Gladbach setzt es die dritte Niederlage in Serie.

Mönchengladbach - Edeljoker Gerald Asamoah und Florian Bruns haben Borussia Mönchengladbach den nächsten Tiefschlag verpasst.

Nach turbulenten Wochen mit dem 0:7 beim VfB Stuttgart als negativem Höhepunkt unterlag der fünfmalige Deutsche Meister im heimischen Borussia-Park dem Aufsteiger FC St. Pauli trotz 1:0-Führung noch mit 1:2 (1:0) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Asamoah, der nur drei Minuten zuvor eingewechselt worden war, erzielte zunächst das 1:1 (66.), fünf Minuten später traf Bruns souverän per Foulelfmeter zum Endstand.

Fast gleiche Elf wie gegen Stuttgart

Juan Arango hatte Borussen-Trainer Michael Frontzeck zuvor vermeintlich für dessen Mut belohnt, mit beinahe derselben Elf anzutreten, die in Stuttgart nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen worden war.

Der Venezolaner, beim VfB noch nach 36 Minuten ausgewechselt, erzielte sein zweites Saisontor (25.). St. Paulis Torhüter Thomas Kessler hatte zuvor einen Kopfball von Mohamadou Idrissou noch zur Seite abwehren können.

Der Kameruaner sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.

Frontzeck ist zufrieden

"Das war nach dem Stuttgart-Spiel ein Schritt nach vorne", sagte der Gladbacher Coach Michael Frontzeck. Kritik richtete er an das Schiedsrichter-Gespann: "Das war ein klares Handspiel. Wenn es der Schiedsrichter nicht sieht, muss es der Linienrichter eben sehen."

Frontzeck bezog sich dabei auf eine Szene in der 90. Minute, als Fin Bartels sich an die Hand köpfte.

Auch Borussias Sportdirektor Max Eberl griff den Schiedsrichter an: "Es ist so, dass zum wiederholten Male spielentscheidende Situationen gegen uns ausgefallen sind." Seiner Mannschaft machte er hingegen keinen Vorwurf: "Sie hat das gebracht, was sie bringen konnte. Sie hat von Anfang an gezeigt, dass sie etwas wieder gut machen will. Und das hat sie getan."

"Das ist bitter, gleich die nächste Niederlage zu kassieren. Wir waren zu passiv, dabei hatten wir das Spiel in der ersten Halbzeit völlig im Griff", sagte Gladbachs Abwehrspieler Filip Daems.

Reus' Treffer zählt nicht

6:3, 0:4, 0:7: Die 41.080 Zuschauer fragten sich, was sie wohl diesmal in der Wundertüte Borussia finden würden. "Nur Worte sind nicht genug", hatte die Mannschaft in einem offenen Brief an ihre Fans geschrieben - und Taten folgten zügig.

Marco Reus überwand mit dem ersten Torschuss des Spiels bereits Kessler, hatte aber im Abseits (5.) gestanden.

Die Befürchtung, die Gladbacher Abwehr könnte nach der Verletzung von Innenverteidiger Dante wieder wackeln, bewahrheitete sich zunächst nicht. Anderson vertrat den Abwehrchef sehr gut, allerdings spielten die Gäste auch nur selten gefällig nach vorne.

Brouwers rettet für Bailly

Dies änderte sich in der zweiten Halbzeit, die St. Pauli mit der Einwechslung von Fin Bartels und wesentlich mehr Risiko begann.

In der 55. Minute hatte Neuzugang Carlos Zambrano dann auch den Ausgleich auf dem Fuß, doch Roel Brouwers warf sich von der Seite in den Schuss aus neun Metern und bekam noch den Fuß an den Ball 290019 (DIASHOW: Der 5. Spieltag).

St. Pauli übernahm nun die Initiative.

Gladbach aber blieb insbesondere durch Standardsituationen gefährlich, beispielsweise mit einem sehenswerten Freistoß von Arango, der den Winkel knapp verfehlte (59.).

Brouwers foult Bartels

Mit Asamoahs Einwechslung aber änderte sich das Spiel völlig, St. Pauli bestürmte nun das Gladbacher Tor und wurde belohnt.

Brouwers versuchte zuerst vergeblich, Asamoahs Tor mit der Hand zu verhindern. Dann foulte der Niederländer auch noch Bartels, und die Gäste bekamen sogar die Führung geschenkt.

Beste Gladbacher Spieler waren Arango und Anderson, für St. Pauli überzeugten die Torschützen Asamoah und Bruns.

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