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Jermaine Jones (r.), seit 2007 bei Schalke, mit Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar © getty

Ein zufriedener Magath findet beim ersten Saisonsieg in Freiburg den richtigen Mix. Metzelder will noch nicht von Wende sprechen.

Von Thorsten Mesch und Björn Seitner

München - Sie sind also doch eine Verstärkung.

Schalkes Millionen-Zugänge überzeugen - und prompt gewinnen die Königsblauen ihr erstes Saisonspiel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem 2:1 (1:0) beim SC Freiburg herrscht erstmals in dieser Spielzeit so etwas wie Zufriedenheit beim FC Schalke 04.

Vor allem Felix Magath war die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg ins Gesicht geschrieben:

"Ich bin glücklich, dass wir die ersten drei Punkte eingefahren haben. Wir haben gut gekämpft und aus meiner Sicht verdient gewonnen", verkündete der Coach bei "Sky".

"Wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen"

"Im Moment war es ein ganz wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen", sagte auch Christoph Metzelder.

Von einer Wende wollte der Abwehrspieler, der den gesperrten Franzosen Nicolas Plestan in der Innenverteidigung ersetzte, aber noch nicht reden.

"Die Situation hat sich ja nicht wirklich großartig verbessert", sah Metzelder keinen Grund zur Euphorie und betonte: "Wenn wir uns bis zur Länderspielpause im Oktober weiter steigern und erfolgreich sind, dann kann man von einem Turnaround sprechen."

Freier Fall gestoppt

"Es kann nur ein Anfang gewesen sein", fand auch Metzelders Abwehrkollege Benedikt Höwedes.

Letzter sind die Schalker auch dem Sieg immer noch, aber zumindest stoppten die Gelsenkirchener am Mittwochabend erst einmal den freien Fall.

"Wir hatten leider die ersten vier Spiele in den Sand gesetzt und standen heute unter Druck", gab Magath zu: "Von daher war ich überaus zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft."

Magath baut gewaltig um

Auf fünf Positionen hatte der Trainer die Mannschaft gegnüber dem 1:3-Fiasko im Derby gegen Dortmund verändert.

Statt mit einem offensiven 4-4-2 zu spielen, stellte er auf eine Raute um und brachte mit Joel Matip, Jermaine Jones und Ivan Rakitic drei defenisv ausgerichtete Spieler.

Metzelder kehrte in die Abwehr zurück und spielte in der Innenverteidigung.

Fünftes Saisontor von Cisse

Und im offensiven Mittelfeld feierte der vor der Saison von Atletico Madrid für 13 Millionen Euro verpflichtete Jose Manuel Jurado sein Startelf-Debüt in der Bundesliga.

Schon in der neunten Minute trugen die Veränderungen Früchte: Rakitic traf zum 1:0. 290019(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Doch Magaths Mannen überließen den Freiburgern immer mehr die Initiative, und die Breisgauer glichen durch Papiss Demba Cisse mit dessen fünfen Saisontreffer (69.) aus.

Lob für Matip

Bis 14-Millionen-Zugang Klaas Jan Huntelaar in der 87. Minute schließlich den verdienten Siegtreffer für die Knappen erzielte.

"Ich war schon zufrieden bevor das Siegtor gefallen ist", verriet Magath anschließend - und sprach dem Tor-Vorbereiter ein Sonderlob aus: "Dem Tor ging eine hervorragende Einzelleistung von Joel Matip voraus. Das hat er super gemacht und Klaas Jan Huntelaar perfekt eingesetzt."

Matip leitete das Lob gleich an einen Teamkollegen weiter: "Für mich war es super, wieder von Beginn an zu spielen. Das Zusammenspiel mit Jurado hat gut funktioniert. Er hat große Qualität."

Jurado zeigt gute Ansätze

Auch Magath registrierte den ansprechenden Auftritt des Spaniers.

"Es war zu sehen, dass er ein überragender Fußballer ist. Mit dem Ball ist er einer der stärksten, die ich je gesehen habe", meinte der 57-Jährige: "Man hat aber gemerkt, dass er noch den spanischen Rhythmus mit viel Klein-Klein-Spiel hat."

Magaths Vorstellungen vom weiträumigen und schnellen Fußball muss Jurado also erst noch komplett verinnerlichen. Siegtorschütze Huntelaar scheint schon einen Schritt weiter zu sein.

"Werden mit diesem System weiterspielen"

"Ich freue mich, dass ich das Tor gemacht habe. Wir haben gut gespielt und verdient gewonnen", sagte der Niederländer.

Dank Huntelaar und Magaths Veränderungen feierte Schalke den ersehnten ersten Dreier.

"Dieses System liegt der Mannschaft wohl besser als das System zuvor. Ich denke, wir werden mit diesem System weiterspielen", erklärte Magath. "Wir haben eine neue Mannschaft, da kann kein Trainer genau sagen, welches System am besten ist. Da muss man improvisieren und probieren."

Von wegen Glück

Von Glück wollte Schalkes Coach allerdings nichts wissen:

"Wenn ich sehe, für was wir Rote Karten bekommen und wie heute ein Schlag an Huntelaars Kopf von Oliver Barth nur mit Gelb gewertet wird, dann glaube ich nicht, dass wir Glück hatten", merkte der Coach an.

Banovic sieht Rot

Freiburgs Ivica Banovic hatte in der Nachspielzeit für einen Ellbogencheck gegen Peer Kluge Rot gesehen.

"Diese Ellbogenschläge möchte ich nicht mehr sehen. Die Rote Karte gegen uns war absolut berechtigt", räumte Freiburgs Coach Robin Dutt ein, dessen Mannschaft den vierten Sieg in Folge verpasste.

Kluge beendete die Partie aber dennoch - mit einem Kopfverband.

Kein leichtes Spiel gegen Gladbach

Am Samstag trifft der Mittelfeldspieler mit Schalke auf seinen Ex-Klub Mönchengladbach.

Magath erwartet gege die kriselnde Borussia, die nach dem 1:2 gegen St. Pauli drei Spiele in Folge verlor, keine leichte Aufgabe.

"Ich hoffe, dass wir unseren Fans einen Heimsieg bieten, aber es wird sicher für uns zu Hause ein bisschen schwerer, das Spiel zu machen", so der Trainer.

Magath meinte aber auch: "Wenn uns die Zuschauer helfen und unterstützen, dann wird auch der erste Dreier zu Hause gelingen."

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