Huub Stevens sieht S04 mit dem Sieg in Freiburg auf dem Weg aus der Krise. Außerdem spricht er über den Aufstieg des BVB und Ribery.

Hallo Fußball-Freunde,

der Anfang ist gemacht. Schalke holt den ersten Sieg der Saison und kann etwas durchatmen.

Ich bin überzeugt, dass sie auch am Wochenende gegen die ebenfalls schwächelnde Borussia aus Mönchengladbach die drei Punkte mitnehmen und sich damit aus ihrer Krise befreien werden.

Im Breisgau jedenfalls haben die Königsblauen eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert.

Das frühe Tor, die erste Führung in dieser Saison überhaupt, hat den Schalkern natürlich gut getan. Aber nach dem Ausgleich haben sie sich auch noch mal zurückgekämpft.

Es war ja klar, dass Felix Magath mit den vielen neuen Spielern Zeit brauchen würde, gerade weil viele der Zugänge sehr kurzfristig dazugekommen sind.

Als Trainer muss man eben schauen, welche Spieler am besten zusammenpassen und als Mannschaft funktionieren - das müssen nicht immer die elf prominentesten sein.

Magath hat sicher im Training genau hingeschaut, auf wen er in einem Spiel wie in Freiburg setzen kann.

Jetzt scheint er eine gute Grundordnung gefunden zu haben, auf der sich aufbauen lässt. Trotzdem gilt natürlich allgemein: Man ist vor Unwägbarkeiten wie Sperren oder Verletzungen nie gefeit.

Eine Schlüsselrolle nahm in Freiburg der neuverpflichtete Spanier Jurado ein, der ein ansprechendes Debüt in der Startelf absolvierte.

Wir wissen ja, dass Jurado fußballerisch über jeden Zweifel erhaben ist und ein Spiel ankurbeln kann. Die Herausforderung für ihn und das gesamte Team wird jetzt sein, über einen längeren Zeitraum das eigene Potenzial in der Bundesliga abzurufen.

Parallel dazu setzt sich der Dortmunder Höhenflug munter fort.

Der BVB macht in kleinen Schritten da weiter, wo er letztes Jahr aufgehört hat.

Den Verantwortlichen muss man dabei ein großes Kompliment aussprechen, dass sie so besonnen mit dieser jungen Mannschaft arbeiten. Die Früchte dieser kontinuierlichen Entwicklung können sie jetzt auf dem Platz ernten.

Vor allem die Einkaufspolitik ist in Dortmund über die letzten Jahre wirklich gut gelungen. Es müssen nicht immer zehn Neue mit großen Namen sein, die Qualität muss stimmen. Es muss einfach passen - und man muss den Mut haben, diesen Weg langfristig zu gehen.

Wir hätten damals auf Schalke auch sofort einen Umbruch einleiten müssen. Wir gewannen aber gleich den UEFA-Pokal, da hätte man mich für bekloppt erklärt, wenn ich diese Spieler weggeschickt hätte. Deshalb bekamen wir nach 1997 Probleme.

Wo der Weg des BVB in dieser Saison hinführt, muss man abwarten. Ich denke, dass ein Platz im internationalen Geschäft das Ziel sein muss, obwohl es momentan so aussieht, als könnte mehr drin sein. Die Frage ist aber: Wie reagiert die Mannschaft auf den Erfolg?

Der FC Bayern München hat in Hoffenheim zwar gewonnen, aber einen weiteren Nackenschlag hinnehmen müssen. Franck Ribery fällt erst mal aus.

Panik ist in München trotzdem nicht angebracht. Sie haben schließlich schon gezeigt, dass sie Ausfälle wegstecken können. Gegen 1899 haben die Bayern das Spiel auch ohne den Franzosen nach Hause gebracht.

Natürlich fehlt die Genialität eines Ribery: Aber wenn ein Bundesligaklub Verletzungen kompensieren kann, dann sind es die Münchner.

Der Kader bietet aus meiner Sicht genug Alternativen - ich denke speziell an Hamit Altintop.

Bis bald,Euer Huub Stevens

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