vergrößernverkleinern
Simon Rolfes hat seit 2005 144 Spiele für Bayer Leverkusen bestritten © getty

Mit dem Comeback des Nationalspielers entspannt sich Leverkusens Lage. Frankfurt gibt dem Referee die Schuld für die Pleite.

Leverkusen - Die schier endlose Zeit von 241 Tagen musste Simon Rolfes auf sein Comeback warten, dann ging doch alles viel schneller als zuvor abgesprochen.

"Der Trainer hat mich in der Halbzeitpause gefragt, ob ich spielen könnte. Das war so nicht geplant", schilderte der Kapitän von Bayer Leverkusen seine Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne und war sichtlich erleichtert.

"Ich habe wieder ein gutes Niveau, auch konditionell", ergänzte der Nationalspieler. 290019 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Dass auch noch in letzter Minute ein 2:1 (1:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt heraussprang, rundete das Rolfes-Comeback ab.

"Harte Zeit" für Rolfes

Kein Wunder, dass der 28-Jährige den Interview-Marathon in vollen Zügen genoss.

"Das war eine harte Zeit, vor allem die unzähligen Stunden alleine im Kraftraum. Ich war ja fast zwölf Monate weg. Vor meinem Knorpelschaden hatte ich schließlich auch eine Phase, wo ich ausgefallen bin", sagte Rolfes, der von Trainer Jupp Heynckes ein Extra-Lob erhielt:

"Er hat in der zweiten Halbzeit für Ruhe gesorgt und die Mannschaft mit seinem taktischen Geschick geführt. Das ist in der momentanen Situation sehr wichtig", so der 65-Jährige.

Kapitän trotz Ballack-Verpflichtung

Fast schon selbstverständlich übernahm Rolfes auch gleich die Kapitänsbinde.

"Es war gut zu wissen, dass keine Diskussionen aufgekommen sind und der Trainer mir den Rücken gestärkt hat", sagte Rolfes, der trotz der Verpflichtung von Superstar Michael Ballack von Heynckes in seinem Amt bestätigt worden war.

Nun will er "ganz sachte" wieder zu alter Leistungsstärke finden.

Neue Seiten der Werkself

Durch die Rückkehr des Nationalspielers hat sich die Personalsituation bei Bayer wieder etwas entspannt.

Denn durch die Ausfälle von Ballack (Fraktur des Schienbeinkopfes), Stefan Kießling (Syndesmoseriss), Patrick Helmes (Läsion am Oberschenkel) und Gonzalo Castro (Muskelfaserriss im Oberschenkel) war gegen Frankfurt viel dem Prinzip Zufall geschuldet.

So lernte Heynckes eine ganz neue Seite seiner Mannschaft kennen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn es mal schwierig und holprig wird, muss man die Ärmel hochkrempeln. Das hat die Mannschaft gemacht", sagte der Coach.

Unglücksrabe Ochs

So war der Erfolg in letzter Minute auch ein "Sieg des Willens" (Rolfes), wenngleich sich die Werkself auch bei Patrick Ochs bedanken durfte.

Erst vertändelte der Verteidiger den Ball, dann leistete er sich ein Foul im Strafraum, wofür er die Gelb-Rote Karte sah (90.+1).

Arturo Vidal verwandelte den Elfmeter eiskalt.

"Das gibt ein wenig Ruhe"

"Die drei Punkte sind unheimlich wichtig. Das gibt ein wenig Ruhe", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler nach dem ersten Heimsieg seit dem 24. April.

Mit acht Punkten aus fünf Spielen lässt sich unterm Bayer-Kreuz wieder etwas besser leben, zumal die Konkurrenten nicht viel besser dastehen.

"Es hat sich gezeigt, dass alle Mannschaften, die viele WM-Spieler im Team haben, zum Start Probleme hatten", stellte Rolfes fest.

Schuld der Schiedsrichter

Probleme hat auch Frankfurt. Nach vier Niederlagen in fünf Spielen steckt die Eintracht wieder tief im Tabellenkeller.

Trainer Michael Skibbe hat für die Misere auch schon die Schuldigen ausgemacht.

"Wir wurden letzte Woche gegen Freiburg betrogen, in Hannover kriegt der Gegner keine Rote Karte, diesmal wir keinen Elfmeter. So langsam müssen die Schiedsrichter auch mal bei uns die Augen richtig aufmachen", echauffierte sich der Coach an früherer Wirkungsstätte und sprach ein Foul von Tranquillo Barnetta an Maik Franz an.

Franz beschwert sich

Franz fand noch deutlichere Worte.

"Barnetta tritt mir mit voller Wucht in den Oberschenkel. Wenn ich so etwas mache, werde ich fünf Wochen gesperrt und es heißt: 'Franz der Rüpel, der Bad Boy'", giftete der Verteidiger, der aber auch Naivität für die Niederlage ausmachte.

Denn nach dem Ausgleich von Theofanis Gekas (18.), der die Bayer-Führung durch Lars Bender (9.) egalisierte, hatten die Hessen vor 24.404 Zuschauern die Partie eigentlich im Griff.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel