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Da kommt Freude auf: Dortmunds Neven Subotic schultert Lukasz Piszczek © imago

Kantersieg gegen Lautern, bester Saisonstart der Klubgeschichte und Platz zwei: Trotzdem sehen die Dortmunder Luft nach oben.

Dortmund - Nach dem besten Saisonstart in der Geschichte von Borussia Dortmund schwebt eine ganze Region auf Wolke sieben.

Nur die Himmelsstürmer selbst fanden nach dem Abpfiff schnell wieder Bodenkontakt.

"Es gibt niemanden in der Mannschaft, der jetzt träumt", sagte Mittelfeldspieler Nuri Sahin nach dem vierten Sieg am fünften Bundesliga-Spieltag und dem Sturm auf Tabellenplatz zwei. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zuvor hatten 70.100 Fans das 5:0 (2:0) gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern als spektakuläre Zugabe zu den Feierlichkeiten um den Derby-Triumph (3:1) am vergangenen Sonntag bei Schalke 04 mit Standing Ovations honoriert.

Sechster Sieg in Folge

Es war der achte Sieg im neunten Pflichtspiel, der sechste in Folge - und damit ebenfalls Vereinsrekord.

Doch nicht nur die Statistik belegt den Lauf des BVB in der noch jungen Saison, besonders die Art des attraktiven und effektiven Fußballs zieht Anhänger und Klub-Verantwortliche gleichermaßen in ihren Bann.

"Dass wir einen so guten Fußball gespielt haben, da muss ich lange zurückdenken", sagte Sportdirektor Michael Zorc. 290019 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

"Harte Arbeit wird belohnt"

Kein Wunder, dass nach dem Abpfiff an den Biertischen rund um das Stadion bereits kühnste Prognosen für das Saisonende die Runde machten.

Der erneut überragende Sahin stellte klar: "Wir zählen uns nicht zum Favoritenkreis."

Und Neven Subotic ergänzte: "Unsere harte Arbeit wird jetzt belohnt. Aber wir werden durch diese Siege sicher nicht arrogant. Heute waren wieder alle füreinender da, das zeichnet uns aus."

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Klopp lobt Charakter

Das sind Töne, die Trainer Jürgen Klopp in seiner Einschätzung bestätigen: "Der Charakter ist das herausragende Merkmal dieser Mannschaft."

Wie seine Youngsters das dritte kraftraubende Spiel innerhalb von sieben Tagen bewältigten, animierte Klopp zu einem Sonderlob: "Beeindruckend, wie wir auch in der 80. Minute noch versucht haben, den Ball zu pressen."

Zu diesem Zeitpunkt hatten Lucas Barrios (31.), Kevin Großkreutz (38.), Mats Hummels (65.) und der eingewechselte Robert Lewandowski (75.) schon längst alles klar gemacht,

Startrekord verbessert

Erneut Barrios (88.) verbesserte den Startrekord aus der Meistersaison 2001/02 (ebenfalls vier Siege in fünf Spielen) schließlich um ein Tor

"Unsere Einstellung, unser Wille und der Spaß am Fußball sind der Schlüssel. Wir sind auch noch nicht am Limit, da ist noch mehr drin", erklärte Sahin.

Der bei den letzten EM-Qualifikationsspielen vom türkischen Nationalcoach Guus Hiddink auf die Tribüne Verbannte lieferte einmal mehr beste Referenzen für einen Einsatz.

Beweispflicht erfüllt

"Ich bin gern bereit, Guus Hiddink eine DVD von diesem Spiel zu schicken", so Klopp.

Sahin als Dreh- und Angelpunkt einer harmonierenden Mannschaft steht als Symbol für die Dortmunder Spaß-Fußballer, die auch die zahlreichen Positiv-Schlagzeilen in den kommenden Tagen mit der nötigen Distanz zur Kenntnis nehmen werden.

"Wir wussten schon vor dem Spiel, dass so etwas passieren kann, aber das ist nicht so problematisch, wie es klingt", so Klopp.

Zorc warnt vor St. Pauli

Wichtig sei, dass man die Beweispflicht nach dem großen Sieg auf Schalke erfüllt habe. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie in der Spur bleibe.

Die Zeit sei "schön und intensiv", aber man habe kaum Zeit, sie zu genießen, so der BVB-Coach weiter.

"Denn die Jungs wissen, wenn sie morgen wach werden, dass sie übermorgen mit dem Zug nach St. Pauli fahren." Und dort steigt nach Ansicht von Zorc "das schwerste Spiel dieser Woche".

FCK zahlt Lehrgeld

Die Dortmunder sind sich sicher, dass ihre "Junioren" den Spagat zwischen Bundesliga und Europa League mit insgesamt sieben Spielen in 23 Tagen schaffen werden.

"Jeder Sieg hat bisher Kräfte freigesetzt", bestätigte Torschütze Hummels.

Den nach einem Blitzstart mit zwei Siegen seit nunmehr drei Begegnungen sieglosen Lauterern und ihrem Trainer Marco Kurz blieb am Ende ihres Gastspiels in Dortmund nur die Erkenntnis, dass "wir viel Lehrgeld bezahlt haben und das Ergebnis, so wie es da steht, gerecht ist."

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