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VfB-Keeper Sven Ulreich ist gegen das 0:1 durch Sami Hyypiä machtlos © getty

Der VfB fängt sich gegen Leverkusen aufgrund einer desolaten ersten Hälfte eine bittere Pleite ein - und ist nun Letzter.

Stuttgart - Nach der fünften Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz steckt der VfB Stuttgart wieder mitten in der Krise.

Die Mannschaft von Trainer Christian Gross war gegen Bayer Leverkusen nach einem in der ersten Hälfte verheerenden Auftritt mit dem 1:4 (0:2) noch gut bedient.

In dieser Form droht den Schwaben eine unruhige Saison. Bayer darf in der Verfassung der ersten Halbzeit trotz langfristiger Ausfälle von Michael Ballack und Stefan Kießling auf einen goldenen Herbst hoffen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Sami Hyppiä (19.) und Arturo Vidal (21.) stellten die Weichen für Leverkusen mit ihren Kopfballtreffern frühzeitig auf Sieg. Als dann Mauro Camoranesi wegen einer Notbremse gegen Tranquillo Barnetta auch noch die Rote Karte (31.) sah, war der VfB nicht mehr zu retten 291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag).

Schlafmützig angestellt

Zdravko Kuzmanovic ließ das Gros der 38.300 Zuschauer mit seinem Tor zwar noch einmal hoffen (52.). Hanno Balitsch (69.) und Sidney Sam (88.) machte dann aber alles klar für Bayer, das beim Lieblingsgegner bereits zum zwölften Mal gewann.

"Heute hat viel gefehlt, sehr viel", räumte Gross bei LIGA Total ein: "Wir sind anfangs überhaupt nicht ins Spiel und in die Zweikämpfe gekommen."

Leverkusen war von Beginn an die wachere, willigere Elf und erarbeitete sich ein deutliches Übergewicht. Folgerichtig kommentierten die VfB-Fans das Gekicke ihrer Lieblinge nach dem 0:2 mit wütenden "Aufwachen, aufwachen!"-Sprechchören.

Schließlich hatte sich Stuttgart (nicht nur) bei den Gegentoren schlafmützig angestellt - Bayer hatte schon zuvor einige Gelegenheiten. Dass Jupp Heynckes neben Ballack und Kießling auch Gonzalo Castro und Lars Bender fehlten sowie Patrick Helmes und Simon Rolfes nur auf der Bank saßen, war nicht zu spüren.

Qualitätsmängel offensichtlich

Dem 0:1 durch Hyppiä, der wie Renato Augusto nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt in die Startelf zurückgekehrt war, ging eine Flanke von Barnetta voraus.

Hyppiä setzte sich dann gegen Matthieu Delpierre durch. Der VfB-Kapitän stand wie Camoranesi wieder in der Anfangsformation, den nach Daniel Didavis Ausfall vakanten Posten auf der linken Außenbahn übernahm Martin Harnik.

Die Umstellungen brachten allerdings nicht den erhofften Aufschwung. Die überzeugenden Siege gegen Bern (3:0) und Mönchengladbach (7:0) waren offenbar nur Ausreißer eines Teams, dem es - auch aufgrund der Verletzungen - an Qualität fehlt.

Das wurde beim 0:2 deutlich, als Bayer mit der VfB-Abwehr "Jo-Jo" spielte: Eren Derdiyok legte per Hacke für Michal Kadlec auf, der Vidal bediente. Dieser wurde von Arthur Boka nur halbherzig bedrängt.

Nur ein Stuttgarter Torschuss

Bei dem aus dem Platzverweis resultierenden Freistoß verhinderte VfB-Torwart Sven Ulreich gegen Derdiyok per Glanztat das 0:3. Stuttgart indes schoss in der ganzen ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal aufs Tor - ein verzogener Versuch von Martin Harnik.

Nach dem Seitenwechsel machte Leverkusen den Fehler, das Ergebnis verwalten zu wollen. Obwohl sich im Spiel des VfB weiter Abspielfehler an Abspielfehler reihte, kam Stuttgart nun noch einmal heran.

An Kuzmanovics Freistoß von halblinks rutschten Freund und Feind vorbei - und der Ball fiel am machtlosen Rene Adler vorbei ins Tor.

Bemüht, aber uneffektiv

Trotz Unterzahl biss und kämpfte sich der VfB jetzt immerhin ins Spiel - im Angriff fehlte aber weiter die Präzision. Das sollte Ciprian Marica ändern, der für Harnik kam (63.).

Doch Stuttgart fehlte weiter die Durchschlagskraft. Auch, weil Heynckes seiner nachlassenden Truppe mit der Hereinnahme von Rolfes wieder mehr Stabilität gab.

Balitsch vergab bei einem Konter die Vorentscheidung, als er an Ulreich scheiterte. Doch kurz darauf war der gute Torhüter machtlos, als Balitsch nach Derdiyok-Flanke akrobatisch einschoss.

Dazwischen traf Pavel Pogrebnyak für Stuttgart zum vermeintlichen Anschlusstor - aber die Unparteiischen sahen, dass der eingewechselte Ciprian Marica zuvor mit der Hand am Ball war.

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