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Marko Marin (M.) spielt seit 2009 für Werder Bremen © getty

Werder Bremen schlägt den HSV in einem kuriosen Nordderby. Hugo Almeida ist der gefeierte Held. Hamburg verliert erneut.

Bremen - Hugo Almeida hat Werder Bremen aus der Krise geschossen und die Misere beim Erzrivalen Hamburger SV weiter verschärft.

Der Portugiese entschied das turbulente 93. Nordderby der Bundesliga mit seinem Treffer zum 3:2 (2:0)-Endstand in der 85. Minute.

Zuvor hatte Almeida bereits das 2:0 erzielt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Werder verbesserte sich in der Tabelle auf Platz elf und tankte mit dem ersten Sieg seit dem zweiten Spieltag Selbstbewusstsein für das Champions-League-Duell mit Inter Mailand.

Dem HSV droht nun das Mittelmaß 291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag).

"Es wurde höchste Zeit eine Antwort zu geben", strahlte Matchwinner Almeida nach nervenaufreibenden 90 Minuten. "Das haben wir heute getan."

Westermann und Veh sauer

"Das Spiel hat gehalten, was man erwartet hat", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

"Wir haben vielleicht einen Fehler weniger gemacht als der Gegner."

Das Gästeteam von Coach Armin Veh kassierte dagegen seine erste Auswärtsniederlage der Saison.

"In der ersten Hälfte haben wir ohne Überzeugung gespielt, ohne den letzten Biss", sagte Kapitän Heiko Westermann. "Dann kommen wir zum 2:2 und spielen Harakiri."

Ins gleiche Horn stieß sein Trainer Armin Veh: "Ich habe einen Hals. Wir haben uns gut zurückgekämpft nach dem 2:2 und haben dann das Spiel gut im Griff gehabt", analysierte der Coach.

"Dann haben wir die Chance auf den Siegtreffer und laufen kurz vor Schluß in einen Konter ? das kann ich nicht nachvollziehen."

Hamburg zeigt Moral

Dabei hätten die Hamburger zumindest als moralischer Sieger aus dem Derby hervorgehen können.

Ein Tor von Marko Marin in der 25. und Almeidas Kopfballtor in der 28. Minute hatten Werder scheinbar schon auf die Siegerstraße gebracht.

Mit Toren von Ruud van Nistelrooy (59.) und dem zehn Minuten zuvor eingewechselten Jonathan Pitroipa (63.) Minute war der HSV aber auf dem besten Weg zu einem Unentschieden.

Dann schlug Almeida erneut zu.

"Hugo hatte heute einen überragenden Tag", lobte Sturmpartner Claudio Pizarro, der dem Werder-Spiel nach seiner Verletzungspause in der Sturmspitze sehr gut tat.

Nervöse Anfangsphase

Die Platzherren scheinen jetzt einigermaßen für das Spiel beim Titelverteidiger Inter am Mittwochabend in der Königsklasse gerüstet zu sein.

"Der Sieg war auch im Hinblick auf Mailand sehr wichtig", sagte Pizarro. "Wenn wir da so auftreten, können wir auch dort gewinnen."

In einer nervösen Anfangsphase waren beiden Mannschaften die Misserfolge der vergangenen Spiele deutlich anzumerken.

Vor 36.300 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion spielte sich das Geschehen in erster Linie im Mittelfeld ab, insgesamt wirkten die Gäste dabei sogar eine Spur zielstrebiger.

Van Nistelrooy vergibt Chancen

So war es fast folgerichtig, dass der HSV in der 21. Minute zu seiner ersten Einschussmöglichkeit kam.

Bei einer flachen Hereingabe von links tauchte van Nistelrooy gefährlich im Werder-Strafraum auf, traf den Ball jedoch nicht richtig.

Sekunden vor dem Pausenpfiff kam der Niederländer sogar frei zum Schuss, verfehlte das Gehäuse allerdings knapp.

Nach dem Seitenwechsel verstärkte der HSV wieder seine Angriffsbemühungen, zunächst jedoch ohne Erfolg.

HSV nach der Pause stärker

Eine gute Chance zum Anschlusstreffer ergab sich für Marcell Jansen in der 47. Minute, der Distanzschuss des Nationalspielers wurde jedoch von Tim Wiese glänzend zur Ecke abgewehrt.

Doch der Druck der Hamburger hielt an und wurde letztlich mit Toren durch van Nistelrooy und Pitroipa belohnt.

Als in der Schlussphase beide Teams mit offenem Visier auf den "Dreier" spielten, spielte Wesley den überragenden Almeida frei, der zum Siegtreffer traf.

In den letzten Sekunden vergab der HSV noch mehrere Gelegenheiten zum 3:3.

Trotzdem wollte bei Werder niemand in Euphorie verfallen.

"Wir haben erst sieben Punkte ? das reicht für das Mittelfeld vielleicht. Für mehr ist es im Moment noch nicht gut", sagte Per Mertesacker, der sein Comeback nach Verletzung feierte.

Fan muss reanimiert werden

Nach dem Spiel kam es im Weserstadion zu einem Zwischenfall.

Bei einem Gedränge auf einer Treppe sind sieben Fans und 20 Polizisten verletzt worden. Ein HSV-Anhänger musste sogar reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden, befand sich am Sonntag morgen jedoch schon wieder auf dem Weg der Besserung.

Ansonsten blieb es bei leichten Gehirnerschütterungen, Prellungen und Schürfwunden.

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