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Karl-Heinz Rummenigge (l., hier mit Uli Hoeneß) bestritt 310 Spiele für Bayern © getty

Karl-Heinz Rummenigge ärgert sich über die Pleite gegen Mainz 05. Vom Team fordert er altbekannte Eigenschaften - schon in Basel.

Vom FC Bayern berichtetMathias Frohnapfel

München - Ein Ordner war es, der am Samstagabend die Geburtstagsblumen durch den Bauch der Allianz Arena tragen musste.

Denn dem Adressaten Karl-Heinz Rummenigge, der vorm Spiel gegen Mainz das Gebinde überreicht bekam, war gar nicht zum Feiern zumute.

Seinen 55. Geburtstag hatte die 1:2-Pleite gegen den frech aufspielenden Außenseiter ganz schön verhagelt.

Entsprechend verärgert analysierte der Bayern-Boss gegenüber den Reportern die aktuelle Schwächephase des Meisters. 291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag)

"Zehn Punkte Abstand ist schon viel"

Im Interview sprach Rummenigge auch über die immer schwieriger werdende Ausgangslage in der Bundesliga, die Mainzer Trümpfe und die anstehende Champions-League-Partie der Münchner beim FC Basel (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Frage: Herr Rummenigge, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Sie hatten aber auch schon schönere Geburtstage, oder?

Karl-Heinz Rummenigge: Ja, ich habe auch schon gewonnen an meinen Geburtstag. Das war diesmal sicher kein gutes Spiel.

Frage: Woran lag es?

Rummenigge: Wir sind am Anfang nicht gut reingekommen in die Begegnung. Die Mainzer haben mit großer Laufbereitschaft, großer Aggressivität und Leidenschaft gespielt. Diese Attribute haben wir vermissen lassen.

Frage: Viele hatten den Bayern einen Saison-Stotterstart prophezeit. Haben auch Sie befürchtet, dass es so schwierig wird?

Rummenigge: Wir hatten die Hoffnung nach dem Sieg in Hoffenheim, weiter in der Tabelle Punkte nach oben gut zu machen. Jetzt haben wir Punkte verloren. Wir müssen zusehen, dass wir langsam die Kurve kriegen. Zehn Punkte Abstand auf Platz eins ist schon ganz schön viel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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Frage: Spürt Ihre Mannschaft denn noch die Auswirkungen der WM?

Rummenigge: Es war klar, dass es kein runder Start werden würde. Wegen der WM und wegen der Vorbereitung, die sicher alles andere als optimal war. Jetzt haben wir aber Ende September und müssen langsam loslegen. Das ist Richtung Spieler zu verstehen, nicht Richtung Trainer. Louis van Gaal macht hier tagtäglich einen super Job.

Frage: Mainz liegt zehn Punkte vor Bayern, Dortmund sieben. Wird die Lage dadurch noch brenzliger?

Rummenigge: Das ist sicher etwas, dass wir verbessern müssen. Wir spielen ja jetzt in Dortmund am nächsten Sonntag, da sollten wir anfangen. Es macht keinen Sinn zu glauben, wir schaffen es wie im letzten Jahr. Irgendwann muss man anfangen, die Punkte zu holen, um den Druck nach oben zu erhöhen.

Frage: Ist Dortmund womöglich der gefährlichste Titel-Konkurrent?

Rummenigge: Wir tun gut daran, alle mit Respekt zu behandeln. Es steht ja nicht nur Borussia Dortmund vor uns, sondern es sind auch andere Teams. Wir sollten uns an die eigene Nase fassen, und die läuft jetzt. Wir können absolut nicht zufrieden sein.

Frage: Was muss besser werden?

Rummenigge: Wir müssen jetzt die Attribute einbringen, die uns in der vergangenen Saison bis ins Champions-League-Finale gebracht haben: Leidenschaft, Laufbereitschaft und Aggressivität.

Frage: Wie schätzen Sie die Mainzer Leistung ein?

Rummenigge: Die Mainzer haben gezeigt, dass sie eine Mannschaft haben, gegen die es nicht leicht ist zu gewinnen.

Frage: Kann Mainz aus Ihrer Sicht langfristig oben ein Wörtchen mitreden?

Rummenigge: Das weiß ich nicht. Sie haben auf jeden Fall einen super Start hingelegt. Das hat wohl selbst der größte Optimist in Mainz nicht erwartet. Dazu kann man Mainz nur gratulieren.

Frage: Wie gehen Sie nun das Champions-League-Spiel in Basel an?

Rummenigge: Das ist das Schöne im Fußball - dass man die Dinge drei Tage später korrigieren kann. Aber es ist klar: Mit der Leistung aus dem Mainz-Spiel kann man in der Champions League nicht bestehen - und auch in der Bundesliga nicht.

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