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Adam Szalai (r., mit Trainer Tuchel) erzielte den Siegtreffer gegen Bayern © getty

Nach dem Bayern-Coup nehmen die 05er jetzt auch eine Bestmarke ins Visier. Van Gaal traut den Mainzern gar den Titel zu.

Von Christian Stüwe

München - Unterschiedlicher hätte die Gemütslage kaum sein können.

Während die Spieler des FC Bayern mit knappen Worten die Niederlage gegen Mainz 05 zu rechtfertigen versuchten oder gleich mit hängenden Köpfen davon schlichen, trat Adam Szalai mit breiter Brust vor die Pressevertreter.

"Wer will hier noch mit mir reden?", fragte der Mainzer Stürmer grinsend in die Runde.291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag)

SPORT1 wollte - und bekam zu hören: "Was die Mannschaft bisher in den sechs Spielen geleistet hat, ist unglaublich. Von der Laufleistung her, im Kopf und im Training. So kann man solche Dinge schaffen."

Erst Bayern-Sieg, dann "Rockstar"-Auftritt

Für den Ungar verlief der Tag in München perfekt, der 22-Jährige zeigte eine starke Leistung und stellte mit einem herrlichen Treffer den Sieg sicher.

Da ließ sich hinterher auch umso mehr scherzen beim Gast-Auftritt im "Aktuellen Sportstudio" als "Rockstar". 292052(DIASHOW: Die Bruchweg-Boys)

Die fast schon unglaubliche Serie hielt auch gegen den Rekordmeister - die Mainzer schweben weiter im siebten Himmel. Abheben will Szalai trotzdem nicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Einfach so weitermachen wie bisher"

Das Schielen nach höheren Regionen ist für die Mainzer tabu trotz der mittlerweile zehn Punkte Vorsprung auf die Bayern.

"Es ist nicht meine Aufgabe, neue Ziele zu setzen", bemerkte Szalai.

"Ich will einfach nur so weitermachen wie bisher und einen klaren Kopf behalten. Die neuen Ziele müssen der Trainer oder Vorstand benennen."

Auch Heidel will keine neuen Ziele nennen

Wenige Meter weiter stand Christian Heidel einer, der durchaus in der Position wäre, eine neue Wegmarke für die Rheinhessen festzulegen.

Doch auch der 05-Manager war bemüht, den Ball flach zu halten.

"Es macht doch gar keinen Sinn über neue Ziele zu sprechen, es läuft doch gut so", sagte der umtriebige Macher des "Karnevalsvereins".

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Hoffenheim schon wieder das Thema

"Natürlich rechnen wir nicht mehr damit, dass wir absteigen. Aber wir setzen uns auch keine hochtrabenden Ziele", so Heidel: "Dann verlieren wir dreimal und alle sagen: Jetzt sind sie abgehoben."

Auch die Mannschaft tue dies nicht, sagte der Manager.

Schon kurz nach Abpfiff sei nicht mehr der Coup gegen die Bayern das Thema gewesen, sondern das nächste Spiel gegen Hoffenheim.

Tuchels Umstellung greift

Egal wie sehr Heidel aber auch um Zurückhaltung bemüht war - es schummelte sich doch immer wieder mal ein stolzes Lächeln in sein Gesicht.

Kein Wunder, hatten die Mainzer den Sieg in München doch mit einer bemerkenswert guten Leistung herausgeschossen.

Wieder einmal hatte Trainer Thomas Tuchel sein Team perfekt auf den Gegner eingestellt.

Holtby: "Haben die Schwächen der Bayern gesehen"

"Wir haben die Bayern analysiert. Wir haben ihre wenigen Schwächen gesehen", verriet Lewis Holtby:

"Ich habe als Zehner gespielt und mich hinter den beiden Sechsern der Bayern bewegt. Wir wussten, dass wir so unsere Räume kriegen. Wie haben Schweinsteiger und van Bommel zugestellt und sind so auch zu unseren Chancen gekommen", meinte der Youngster.

Tuchel selber fehlten nach dem Spiel ein wenig die Worte.

Van Gaal: Mainz Meister? Warum nicht!

"Wir fühlen uns jetzt nicht größer, als wir sind. Man hat aber unser gewachsenes Selbstvertrauen gespürt. Das ist eine weitere Verstärkung auf unserem Weg", sagte der 37-Jährige.

Während die Mainzer sich bedeckt hielten, war es dann ausgerechnet Bayern-Trainer Louis van Gaal, der klare Worte für die Leistung der Rheinhessen fand.

Ob denn die Mainzer auch Meister werden könnte, wurde der niederländische Trainerfuchs gefragt. "Warum nicht?", fragte van Gaal zurück: "Kaiserslautern hat es schließlich auch geschafft."

Schnappen die Mainzer sich Bayerns Startrekord?

Der Weg bis dahin ist noch weit, zunächst mal könnte sich das Tuchel-Team aber einen anderen Titel schnappen.

In der Saison 1996/1997 waren die Bayern mit sieben Siegen in die neue Spielzeit gestartet - genauso wie der 1. FC Kaiserslautern in der Spielzeit 2001/2002.

Nun könnte der kleine Verein vom Bruchweg mit dem großen FCB in dieser Kategorie gleich ziehen, einen Sieg gegen Hoffenheim vorausgesetzt.

Wer die selbstbewussten Mainzer in München gesehen hat, dürfte nicht verwundert sein, wenn auch der siebte Streich gelingt.

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