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Hannovers Didier Ya Konan (o.) droht eine längere Pause © imago

Hannover gelingt der beste Saisonstart. Trainer Slomka will den "Moment genießen". Lauterns Kurz spricht von einem "Lernprozess".

Von Christian Stüwe

Kaiserslautern - Trainer Mirko Slomka herzte und umarmte jeden, der sich ihm nach dem Schlusspfiff in den Weg stellte.

Der Trainer von Hannover 96, der vor dem Bundesliga-Start nach dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal schon in der Diskussion stand, strafte alle seine Kritiker Lügen.

Durch den 1:0 (1:0)-Erfolg im 750. Spiel der Niedersachsen in der Eliteklasse bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern kletterte der zweimalige Deutsche Meister auf den dritten Tabellenplatz und stellte mit 13 Punkten nach sechs Partien einen Klubrekord auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Norweger Mohammed Abdellaoue besiegelte mit seinem Treffer in der 33. Minute den zweiten Auswärtssieg und löste bei den 96ern ungeahnte Glücksgefühle aus.

"Im Fußball ist vieles möglich"

"Im Fußball ist vieles möglich. Doch damit hat niemand gerechnet. Das ist außergewöhnlich, wir werden den Moment deshalb genießen", meinte Coach Slomka.

Man habe beharrlich an bestimmten Dingen gearbeitet. Die Mannschaft habe immer gut mitgezogen und sich auch von äußerlichen Einflüssen nicht irritieren lassen, skizzierte Slomka das Erfolgsrezept.

Abdellaoue ins Krankenhaus

Der Sieg auf dem Betzenberg war allerdings teuer erkauft 291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag) .

Abdellaoue musste in der 78. Minute mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden und blieb in der Nacht zum Montag zur Beobachtung im Krankenhaus in Kaiserslautern.

Lauterns Außenverteidiger Florian Dick hatte den Norweger unabsichtlich mit dem Fuß am Kopf getroffen.

"Es ist komisch in der Kabine"

Bei Abdellaoues Sturmpartner Didier Ya Konan, der in der 69. Minute ausgewechselt wurde, besteht Verdacht auf eine Innenbandverletzung im Knie.

"Es ist komisch in der Kabine", berichtete Slomka: "Auf der einen Seite haben wir Feierstimmung, auf der anderen sind die Verletzungen von Abdellaoue und Ya Konan stimmungsdämpfend."

Fromlowitz: Zu früh für eine Bilanz

Hannovers Torwart Florian Fromlowitz versuchte die Euphorie ein wenig auszubremsen.

"Nach sechs Spieltagen ist es noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen. Wir haben auch heute wieder super verteidigt. Wir haben zwar insgesamt nicht so gut gespielt wie zuletzt, aber wichtig ist, dass wir gewonnen und nunmehr 13 Punkte auf dem Konto haben", meinte Fromlowitz.

Der Torhüter hatte einst bei den Pfälzern zwischen den Pfosten gestanden und dort auch sein erstes Bundesligaspiel bestritten.

"Deshalb war das ein besonders emotionaler Moment, hier zu spielen und zu gewinnen", ergänzte der 96-Keeper.

"Lernprozess, den wir durchmachen müssen"

Seine alte Mannschaft hingegen verpasste wieder mal einen Sieg und muss sich in der Tabelle mehr nach unten orientieren.

Trainer Marco Kurz versuchte, das Positive zu sehen:

"Wir haben die Partie so bestritten, wie wir das vorhatten, aber wir wussten um die Qualität der Hannoveraner. Wir hatten viele gute Momente und Aktionen, aber die Abschlussqualität war nicht da. Das ist der Lernprozess, den wir durchmachen müssen."

Auch Stürmer Srdjan Lakic richtete den Blick bereits wieder nach vorne: "Es hat gegen Hannover nicht geklappt, aber wir machen weiter und dürfen nicht nur das Negative sehen."

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