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DFL-Geschäftsführer Seifert, Pressesprecher Christian Pfennig und Ligachef Rauball (v.l.n.r.) © getty

Die DFL hat den neuen Spielplan für die kommende Saison vorgestellt. Auch der Sonntag und die Zweite Liga werden neu geordnet.

Frankfurt - Die Karten liegen auf dem Tisch, der Millionen-Poker um die TV-Rechte an der Bundesliga geht in die heiße Phase.

Mit der Einführung eines Top-Spiels am Samstag um 18.30 Uhr sowie der "Entzerrung" der beiden Begegnungen am Sonntag um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr statt wie bisher um 17.00 Uhr hat die DFL bei der Ausschreibung die erwarteten neuen Akzente gesetzt.

"Ich glaube, dass wir eine vernünftige Lösung gefunden haben. Ich gehe davon aus, dass wir am Ende auch unter dem finanziellen Aspekt zufrieden sein werden", erklärte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball bei der Vorstellung der Verwertungsrechte in Frankfurt.

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Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich mit zufrieden: "Die Liga hat einen sehr schwierigen Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit, Fan-Interessen, Zuschauer-Gewohnheiten und den Wünschen des Amateurfußballs in angemessener Weise bewältigt."

500 Millionen "wohl zu ambitioniert"

Im Moment erzielt die DFL jährlich 409 Millionen Euro an Einnahmen auf dem Inlandsmarkt. "Ich erwarte, dass wir diese Zahlen wieder erreichen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Er bezeichnete die 500-Millionen-Grenze aber als "wohl zu ambitioniert". Zum Vergleich: In Frankreich fließen zum Beispiel rund 600 Millionen Euro.

Insgesamt gibt es 39 Bieter für 37 Rechtepakete für den Zeitraum von drei oder vier Jahren. Die DFL will möglichst noch vor Weihnachten entscheiden, welcher Sender ab 2009 was übertragen darf.

Rummenigge fordert Verlässlichkeit

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom Deutschen Meister Bayern München sprach sich in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Pay-TV-Anbieter Premiere, der Konkurrenz vom Disney-Ableger ESPN bekommen könnte, aus.

Zugleich warnte Rummenigge die ARD, ihre Position im Free-TV nach der Empfehlung des Kartellamtes auszunutzen: "Vor drei Jahren hat die Liga die Sportschau gerettet, weil wir das finanziell deutlich attraktivere Angebot von Premiere mit Fußball im Free-TV erst ab 22.00 Uhr abgelehnt haben. Von einem guten Partner erwarte ich jetzt die gleiche Verlässlichkeit."

Für das Top-Spiel hat die DFL verfügt, dass jede Mannschaft höchstens sechs Mal am Samstagabend antreten darf.

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Bei Bedarf weiter drei Sonntags-Spiele

Das Spiel wird in direkter Konkurrenz zur Sportschau oder einer ähnlichen Sendung laufen, da auf Empfehlung des Kartellamtes eine Zusammenfassung der Bundesliga-Spiele vom Samstagnachmittag vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden muss.

Das sind in Zukunft dann nur noch fünf Partien, da auch weiter der Freitagabend für ein Spiel genutzt wird.

Allerdings behält sich die Liga in Zukunft weiter das Recht vor, ein drittes Spiel am Sonntag anzusetzen. Dies kommt vor allem nach UEFA-Cup-Spielen am Donnerstag in Frage. In diesem Fall würde das Spiel am Samstagabend auf den Sonntag gelegt.

Weiter Ärger über das Kartellamt

Änderungen gibt es auch in der 2. Liga. Die Begegnungen am Sonntag (nur noch drei statt bislang fünf) werden auf 13.30 Uhr verschoben.

Dies ist ein Entgegenkommen gegenüber dem DFB, der damit den Amateurfußball besser geschützt sieht. Im Gegenzug werden zwei Partien vom Sonntag auf den Samstag gezogen, damit wird wiederum die Samstags-Zusammenfassung im Free-TV aufgewertet.

Noch immer nicht ganz ausgestanden ist der Konflikt mit dem Kartellamt nach dem geplatzten Milliardenvertrag mit Medienunternehmer Leo Kirch.

"Es hat zwar keinen Zweck, im Groll nach hinten zu schauen, aber das damalige Konzept wäre der richtige Weg gewesen", sagte Rauball, der die Entscheidung der Bonner Behörde nach wie vor so nicht akzeptieren mag: "Wir denken weiter darüber nach, rechtliche und politische Lösungen zu erreichen."

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