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Edin Dzeko war im Vorjahr Torschützenkönig und hat bislang fünfmal getroffen © getty

Im SPORT1-Interview analysiert Edin Dzeko die bisherige Wolfsburger Saison und die neue Taktik und vergleicht Diego mit Misimovic.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs

Wolfsburg - Um eine Woche hat es gedauert, um beim VfL Wolfsburg Frust ind Freude umschlagen zu lassen.

Vor der englischen Woche lag der Meister von 2009 noch nach drei NIederlagen mit null Punkten am Tabellenende, doch dann folgten drei Siege in Folge.

Beim 2:1 am Sonntag gegen Freiburg war Grafite erneut der Matchwinner. 292317(DIASHOW: Die SPORT1-Elf des Spieltags)

Der Brasilianer ist auf dem besten Weg zurück zu alter Glanzform, was maßgeblich an der Rückkehr zum 4-4-2-System liegt.

Und natürlich seinem kongenialen Sturmpartner Edin Dzeko, der bislang auch schon wieder fünfmal getroffen hat.

Der Bosnier bestritt gegen Freiburg sein 100. Bundesligaspiel und ist mit 61 Bundesligatreffern zu diesem Jubiläum der achtbeste Schütze der Liga-Historie. 291324(DIASHOW: Der 6. Spieltag)

Wechsel im Sommer gescheitert

Vor zwei Jahren war er hinter Grafite zweitbester Torschütze der Liga, im Vorjahr holte der 24-Jährige selber die Torschützen-Kanone.

Trotzdem scheiterte ein Wechsel in der Sommerpause, weil selbst den interessierten Top-Klubs wie Juventus Turin, dem AC Mailand oder dem FC Arsenal die geforderte Ablöse von rund 40 Millionen Euro zu hoch war.

Im SPORT1-Interview spricht Dzeko über den bisherigen Saisonverlauf, das Zusammenspiel mit Grafite und Neuzugang Diego, den Abschied von Misimovic und seine Ziele.

SPORT1: Neun Punkte in drei Spielen der englischen Woche. Wie beurteilen Sie die Partien?

Edin Dzeko: Wenn du gewinnst, ist ein Spiel nie schlecht.

SPORT1: Aber die Mannschaft hatte auch Glück: Der HSV zum Beispiel hatte in allen Punkten die größeren Spielanteile...

Dzeko (lacht): Außer beim Spielergebnis. Nein, Sie haben recht, der HSV hatte die größeren Spielanteile. Aber wir haben sehr kompakt gestanden. Unsere Abwehr hat gezeigt, dass sie besser ist als ihr Ruf. Sie hat den Grundstein für den Sieg gelegt und hat auch gegen Freiburg nur wenige Chancen zugelassen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Und im Angriff treffen Dzeko und Grafite wieder wie zu besten Zeiten. Sind Sie froh, ihn wieder als Sturmpartner zu haben?

Dzeko: Natürlich. Grafite hat in den letzten Spielen gezeigt, wie wichtig er ist. Wir haben aber auch mit einer Spitze nicht schlecht gespielt. Bei Bayern in letzter Minute verloren, gegen Mainz müssen wir bei einer 3:0-Führung gewinnen. In Dortmund kann man verlieren. Aber natürlich macht es mir das Spiel leichter, wenn die Abwehr sich nicht ausschließlich auf mich konzentrieren kann. Ich habe so natürlich mehr Raum.

SPORT1: Schaut man in Wolfsburg nach dem schwachen Saisonstart mit drei Niederlagen und zuletzt drei Siegen jetzt wieder nach oben?

Dzeko: Nein. Derzeit müssen wir von Spiel zu Spiel denken. Wir sind innerhalb einer Woche an Mannschaften wie Bayern München und dem HSV vorbeigezogen. Das müssen wir nun in Mönchengladbach bestätigen.

SPORT1: Wie funktioniert das Zusammenspiel mit Diego?

Dzeko: Das kann natürlich noch nicht optimal sein. Dafür haben wir noch nicht lange genug zusammen trainiert. Es wird von Spiel zu Spiel mit Sicherheit besser. Er ist jederzeit anspielbereit, immer in Bewegung und auch noch torgefährlich und schlägt gefährliche Freistöße. Auf jeden Fall ist Diego eine Bereicherung für unser Spiel.

SPORT1: Also vermissen Sie ihren Landsmann Zvjedzan Misimovic nicht?

Dzeko: Doch, natürlich. Wir haben beim VfL hervorragend harmoniert, uns blind verstanden, genau wie in der Nationalmannschaft. Außerdem ist er ein guter Freund. Wir haben auch privat viel gemeinsam unternommen.

SPORT1: Auch Sie waren auf dem Sprung. Waren Sie enttäuscht, als es mit einem Wechsel im Sommer nicht geklappt hat?

Dzeko: Nein, es hat nicht sein sollen. Jeder Spieler hat natürlich einen Traumverein und Vereinswechsel gehören im Profigeschäft dazu. Ich gebe weiter mein Bestes für Wolfsburg. Ich hatte und habe hier ja eine gute Zeit und fühle mich wohl. Mit dem VfL bin ich Meister geworden.

SPORT1: Und Torschützenkönig... Jetzt haben Sie in sechs Spielen bereits wieder fünf Treffer erzielt. Sind sie heiß auf die Torjägerkanone?

Dzeko (lacht): Warum sollte ich? Ich habe doch schon eine zu Hause. Natürlich bin ich als Stürmer heiß auf Tore, aber die Mannschaft geht vor. Wenn Grafite oder ein anderer besser steht, dann spiele ich natürlich ab. Am Ende ist wichtig, dass wir gewinnen.

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