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Armin Veh holte mit dem VfB Stuttgart 2007 den Meistertitel © getty

Der HSV-Coach prangert die mangelnde Einstellung seiner Spieler an und verspricht eine Systemänderung. Petric fällt länger aus.

Von Andreas Kloo

München - An der sportlichen Qualität liegt es nicht, dass der Hamburger SV keines der letzten vier Spiele gewann.

"Wir hatten in jedem Spiel mehr gewonnene Zweikämpfe, zahlreiche Torschüsse und mehr Ecken, das alles kommt nicht von ungefähr", meint jedenfalls Armin Veh.

Der eigentliche Kern des Problems liegt nach Meinung des Trainers woanders: "Wir haben ein Mentalitätsproblem."

"Bei einigen muss sich was ändern"

Als Beispiel zieht er die Niederlage gegen Bremen heran: "Nach dem 2:2 war Werder am Boden. Dann müssen wir das Spiel auch unbedingt gewinnen wollen. Diese Prozente will ich herausholen. Diese Mentalität brauchen wir. Das müssen wir ändern."

Grundsätzlich ist er mit seinem Team durchaus zufrieden: "Prinzipiell ist die Mannschaft total in Ordnung, dennoch muss sich bei einigen mental etwas ändern."

Welche Spieler Veh damit meint, liegt auf der Hand.

Sehnenriss bei Petric

Da ist zum einen Piotr Trochowski, den er sich nach seinem verhängnisvollen Ballverlust in Bremen noch auf dem Platz zur Brust nahm.

Da ist zum anderen Mladen Petric, dem nach seinem geplatztem Wechsel zum VfB Stuttgart von einigen nachlassende Motivation vorgeworfen ist. Am Samstag gegen Kaiserslautern (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kann er allerdings nicht den Gegenbeweis antreten.

Im Training zog sich der Kroate einen Riss der Plantarissehne in der Wade zu. Zunächst waren die Verantwortlichen nur von einer Prellung ausgegangen.

Wie lange er pausieren muss, steht noch nicht fest, aber neben der Partie auf dem Betzenberg wird er wohl auch die Länderspiele mit der kroatischen Nationalmannschaft absagen müssen.

Elia in Formkrise

Zu den charakterschwachen Spielern könnte man zudem Eljero Elia zählen, der bislang nicht an die Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen kann. Auch der Niederländer musste sich im Sommer einen Wechsel abschminken. Der VfL Wolfsburg und Juventus Turin waren interessiert.

"Er hat keine gute Phase, aber wir wissen alle, was er kann. Man darf jetzt nicht immer auf ihn einreden, muss ihn auch mal in Ruhe lassen", hofft Landsmann Ruud van Nistelrooy auf eine Steigerung bei Elia.

Veh dennoch optimistisch

In der Kritik steht auch Paolo Guerrero. Nicht nur durch seinen Flaschenwurf gegen einen HSV-Fan im April, für den er demnächst vor Gericht steht, fiel er negativ auf.

Auch sportlich konnte er bislang nicht überzeugen. Erst ein Treffer gelang dem Peruaner in dieser Saison.

Noch ist Veh aber optimistisch, dass ihm die Wende zum Positiven gelingt: "Wir werden es schaffen, den Regler ein paar Prozent nach oben zu schieben. Solche Dinge kann man ändern." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gegen Lautern mit zwei Spitzen

Eine andere Änderung betrifft das System. Bislang ließ Veh im 4-2-3-1 spielen. Doch der zentrale Mann hinter den Spitzen bereitete dabei immer Probleme. Ob Elia, Trochowski, Petric oder Guerrero, keiner der vier überzeugte auf der Zehner-Position.

Deshalb wird es Veh nun mit zwei Spitzen versuchen. "Im Grunde ist es aber keine große Systemänderung. In einem System mit zwei Stürmern, lässt sich auch immer einer fallen und agiert als hängende Spitze, genau wie wir es jetzt schon machen", redet der 49-Jährige die Umstellung klein.

"Notfalls mit einem Scheißspiel"

Wer die Position des zweiten Stürmers neben van Nistelrooy ausfüllen wird, steht nach dem Ausfall von Petric so gut wie fest. Es dürfte sich um Maxim Choupo-Moting handeln.

"Er hat ein gutes Spiel gemacht und sich im Training immer weiter gesteigert", lobte Veh den 21-Jährigen für dessen Auftritt in Bremen.

Für Marcell Jansen ist ohnehin zweitrangig, in welchem System der HSV in Lautern aufläuft: "Wir brauchen einen Dreier, notfalls mit einem Scheißspiel. Wir müssen uns die Leichtigkeit zurückerkämpfen."

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