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Schon einmal traf Lukas Podolski in dieser Saison per Strafstoß: Gegen den HSV © imago

Gegen Bielefeld (15 Uhr LIVE) darf Lukas Podolski wohl vorerst letztmals von Beginn ran. Retten könnte ihn ein Elfer.

Von Christian Paschwitz

München - Ein Bundesligaspiel gegen Bielefeld (ab 15 Uhr LIVE) gilt für den FC Bayern gemeinhin nicht gerade als Match von ultimativem Härtegrad.

Bei Lukas Podolski ist der Fall momentan etwas anders gelagert, denn: Gegen die Arminia hat der glücklose Stürmer vielleicht seine finale Möglichkeit, sich nachhaltig zu empfehlen.

"Poldis" letzte Chance - wenn er gegen Bielefeld nicht trifft, fristet er demnächst sein Dasein wohl dauerhaft auf der Bayern-Bank.

Noch einmal fehlt Luca Toni wegen seiner Rippenprellung im Bayern-Kader. Zum dritten Mal darf Podolski deshalb neben Miroslav Klose von Beginn an ran. Nachdem er gegen Wolfsburg (4:2) und in Frankfurt (2:1) auf dem Platz quasi nicht stattfand.

Nach Florenz wohl Schluss

Abseits der Bundesliga winkt ihm der Kick ab der ersten Minute noch mal in der Champions League, am Mittwoch in Florenz. Sofern Toni gegen seinen Ex-Klub wirklich malade bleibt.

Dann allerdings ist Schluss, interpretiert man die Worte von Trainer Jürgen Klinsmann nicht völlig fehl: "Wir haben immer gesagt: Wenn er die Gelegenheit hat zu spielen, dann muss er natürlich auch unterstreichen, dass er diesen Platz will. Nicht nur in den Spielen, auch in jeder Trainingseinheit."

Das bleibt Podolski nach wie vor schuldig. Und deshalb erklärt Klinsmann: "Nachdem was ich in den letzten vier Monaten sehen durfte, kommt er nicht an Luca Toni und Miro Klose vorbei."

Ende der Geduld

Es wirkt, als sei die Geduld der Bayern mit dem 23-Jährigen am Ende.

Mehr noch: Die Zeichen stehen klarer denn je auf Trennung. Auch wenn (noch) niemand erklärt, dass sich Podolski im Winter einen neuen Verein suchen könne, sollte es gegen Bielefeld (Klinsmann: "Sie werden auf Konter lauern. Wir müssen Geduld haben, um diese harte Nuss zu knacken.") erneut nicht mit einem Erfolgserlebnis klappen.

Allein soviel sagt Klinsmann: "Was in einem halben Jahr ist, das wissen wir nicht." Nur Podolski "allein definiert seine Zukunft. Wenn er dem Trainer soviel Kopfzerbrechen macht, dann wird er auch spielen."

Rummenigges Andeutung

Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge zumindest deutete zuletzt so stark wie nie an, dass man darüber reden könne, wenn denn nun ein Angebot für Podolski käme.

Und Manager Uli Hoeneß hatte nach der Partie in Frankfurt erklärt: "Er hatte seine Chancen. Die hat er nicht genutzt. Und wenn einer zwei Tore gegen Liechtenstein schießt, hat das nichts zu heißen. Da würde wohl auch unsere Drittligamannschaft gut aussehen."

Es sei "gravierend festzustellen, dass Klose, Schweinsteiger und Lahm bei uns und in der Nationalelf ihre Leistungen bringen - und nur einer nicht", so Hoeneß.

Vielsagender Rüffel

Ein vielsagender Rüffel: Dass Podolski im DFB-Team eine glänzende Quote vorweist (31 Tore in 59 Spielen) ist unerheblich bei den Bayern, für die der Stürmer in dieser Saison erst zweimal jubeln durfte:

Einmal am 13. September, ausgerechnet bei seinem Ex- und Herzensklub in Köln. Davor beim 2:2-Saisonauftakt gegen den HSV. Per Strafstoß. Flach unten rechts.

Ein Elfmeter ist möglicherweise auch Podolskis letzter Hoffnungsschimmer, doch noch die Kurve zu kriegen.

Elfmeter als Rettungsanker?

In Aussicht stellt den Rettungsanker ausgerechnet Sturmkollege Miroslav Klose, der am Mittwoch noch spöttelte auf die Frage, ob man Podolski mit Streicheleinheiten helfen könne (Antwort: "Für Streicheleinheiten müssen wir uns eine Katze kaufen.").

Konkret: Wenn die Bayern einen Strafstoß bekommen, dann "würde ich im den Ball geben", so Klose. Klose selbst hatte nach langer Durststrecke vom Punkt getroffen, am dritten Spieltag beim 4:1 über Hertha.

Podolski per Strafstoß - "das steht, glaube ich, sowieso an", verweist Klose auf die festgelegte Reihenfolge der Bayern-Schüzten. "Es würde ihm auch jeder gönnen."

Kloses hohe Vorgaben

Wahrscheinlich wäre es für Podolski selbst damit aber nicht getan. Erwartet wird bei den Bayern letztlich die Qualität eines Klose ("Wenn einer mehr tut als die anderen, dann wird das belohnt. Ich habe viele Extraschichten gemacht").

In den letzten sechs Pflichtspielen war Klose an zehn Toren beteilig; dreimal traf er selbst, sieben Mal legte er für die Kollegen auf.

Klose hat die Messlatte hoch gelegt. Für Podolski wird es schwer.

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