vergrößernverkleinern
Hannover 96 hatte letzte Saison bis zum 25. Spieltag erst vier Saisonsiege © getty

Gegen St. Pauli kann Hannover auf Platz zwei klettern. Allerdings wird der Traum-Sturm gesprengt. Auch Pauli hat Personalsorgen.

Hannover - Hannover 96 setzt zum Sprung auf den zweiten Platz der Tabelle an, doch Trainer Mirko Slomka bleibt auf dem Teppich.

"Euphorie ist nichts Schlechtes. Die Fans sollen träumen können. Aber bei uns verliert niemand die Bodenhaftung", sagte der 96-Coach vor dem Nordduell am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den FC St. Pauli.

Doch der beste Bundesligastart der Klubgeschichte mit vier Siegen und einem Unentschieden aus sechs Spielen hat auch beim zurückhaltenden Slomka Begehrlichkeiten geweckt:

"Wir wollen unsere Serie weiter ausbauen."

Heimspiele als Festtage

Zumal die Niedersachsen zu Hause ungeschlagen sind und die Liga derzeit wie sonst nur Spitzenreiter FSV Mainz 05 aufmischen.

Eine erstaunliche Entwicklung.

Nach dem peinlichen Pokal-Aus vor sieben Wochen glich die Mannschaft noch einem Trümmerhaufen. Nun ist sie auferstanden aus Ruinen.

"Momentan macht es einfach riesigen Spaß. Gerade unsere Heimspiele sind echte Festtage", sagt Abwehrspieler Christian Schulz. Zuletzt wurde Werder Bremen mit einer 1:4-Packung nach Hause geschickt.

Sturm-Duo gesprengt

Es wächst etwas zusammen in Hannover. Die Abwehr wirkt stabil, der Angriff ist stets brandgefährlich.

Gegen St. Pauli wird Slomka allerdings zum Umbau gezwungen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Sein kongeniales Sturmduo, das sieben der bislang elf Saisontore erzielt hat, ist gesprengt. Zwar kann Mohammed Abellaoue nach überstandener Schädelprellung wohl mitwirken, sein Partner Didier Ya Konan muss wegen einer Knieblessur allerdings passen.

Hanke und Schlaudraff keine Alternative

Möglicherweise kommt für den Ivorer der bereits abgeschriebene Mikael Forssell zum Zug. Auch Lars Stindl ist eine Alternative.

Den beiden früheren Nationalspielern Mike Hanke und Jan Schlaudraff bleibt hingegen wieder einmal nur die Zuschauerrolle. "Wir werden eine Lösung finden. Es gibt mehrere Möglichkeiten", sagt Slomka.

Rothenbach schwer verletzt

Sein Hamburger Kollege Holger Stanislawski blickt hingegen auf eine turbulente Woche zurück.

Zunächst reagierte der Coach des FC St. Pauli auf die 1:3-Heimpleite gegen Borussia Dortmund mit einem wahren Tobsuchtsanfall, dann gab es im Training einen Schock zu verdauen.

Abwehrspieler Carsten Rothenbach erlitt bei einem Zweikampf mit Moritz Volz eine 20 Zentimeter lange Fleischwunde am Unterschenkel. Rothenbach wurde inzwischen operiert und ist auf dem Wege der Besserung, gegen Hannover fällt er jedoch aus.

Ein Klaps auf den Hintern

Stanislawski, der neben den Langzeitverletzten möglicherweise auch auf die grippekranken Matthias Lehmann und Florian Bruns verzichten muss, will die Personalsorgen nicht dramatisieren.

"Ich kann das Geweine nicht hören. Ich habe immer noch eine zweite Mannschaft und eine A-Jugend. Diese Jungs kriegen einen Klaps auf den Hintern und dann geht?s auf in den Kampf - Attacke."

Rückkehr zu den Anfängen

Dabei muss der Trainer bei der Suche nach Alternativen aber nicht unbedingt in den Niederungen seines Kaders suchen. In Gerald Asamoah brennt ein Ex-Nationalspieler auf sein Startelf-Debüt.

Zumal es für den Offensivallrounder eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte ist. Von 1994 bis 1999 trug Asamoah das 96-Trikot.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hannover: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stoppelkamp, Rausch - Forssell, Abdellaoue (Stindl)

St. Pauli: Kessler - Lechner (Volz), Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll, Lehmann - Asamoah (Hennings), Takyi, Naki ? Ebbers

Schiedsrichter: Markus Wingenbach

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel