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Lewis Holtby spielte in seiner Jugend drei Jahre für Borussia Mönchengladbach © getty

Stolpert Mainz über Hoffenheim? Der Startrekord winkt, weder Holtby noch Fuchs glauben bei SPORT1 an ein Nachlassen der Kräfte.

Von Christian Stüwe

München - Thomas Tuchel sprang auf, rannte bis an den Rand der Mainzer Coaching-Zone und ballte die Faust in Richtung seiner Spieler.

Nein, die 05er hatten kein Tor gegen Bayern erzielt, sondern lediglich mit großen Laufaufwand und hohem Einsatz Mark van Bommel zu einem Fehlpass gezwungen.

Keine Frage, die Mainzer spielen modern, clever und erfolgreich - aber auch sehr kräftezehrend.

Im Heimspiel gegen Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) winkt den Rheinhessen nun die Einstellung des Startrekords von Bayern München und Kaiserslautern.

Holtby: Großer Einsatz zeichnet uns aus

Doch reicht auch die Kraft für den siebten Sieg in Folge?

"Jeder hat die Einstellung immer alles zu geben", sagte Lewis Holtby zu SPORT1: "Jeder beißt auf die Zähne und gibt alles für die Mannschaft. Das zeichnet uns aus."

Nach dem Gastspiel in München war Holtby allerdings auch gezeichnet. Eine Wadenverhärtung hatte den offensiven Mittelfeldspieler lahmgelegt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zur Pause musste er in der Kabine bleiben, was ihn aber nicht davon abhielt, am Abend mit Andre Schürrle und Adam Szalai das "Sportstudio" zu rocken.292052(DIASHOW: Die Bruchweg-Boys)

Die jungen Mainzer rasen derzeit auf der Überholspur, irgendwann wird das hohe Tempo sehr wahrscheinlich seinen Tribut zollen, auch wenn "die medizinische Abteilung tolle Arbeit" leiste, wie Holtby bemerkte.

Hoffenheimer "Himmelsstürmer" stürzten ab

Der aktuelle Lauf des "Karnevalsvereins" erinnert stark an die Hinrunde von Gegner Hoffenheim in der Saison 2008/09.

Damals stürmte der Aufsteiger aus dem Kraichgau mit begeisterndem Offensivfußball zur Herbstmeisterschaft - und beendete die Saison nach einer enttäuschenden Rückrunde auf Rang sieben.

[kaltura id="0_a869tn8o" class="full_size" title="Tuchels Kampf gegen den Rummel"]

Verletzungen, Unstimmigkeiten im Team, die Gründe für den Absturz schienen vielfältig. Auch die letzte Saison verlief enttäuschend.

Zuletzt präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick wieder gefestigt, dennoch gibt es immer wieder Störfeuer.

"Joe hat ungewohnte Fehler gemacht"

Abwehrchef Josip Simunic beschwerte sich über seine Auswechslung gegen Köln und wurde von Rangnick prompt gekontert.

"Ich verstehe diese Aussagen überhaupt nicht und habe kein Verständnis dafür. Die Auswechslung in Köln hat sich selbst erklärt, die muss ich nicht noch einmal erklären", ärgerte sich Rangnick.

"Die Fitness ist bei einzelnen Spielern offensichtlich nicht so, wie sie sein sollte, unter anderem bei Joe. Ihm hat man die englische Woche angemerkt. Er hat ungewohnte Fehler gemacht", stichelte der Trainer weiter.

Von der Unbeschwertheit der ersten Monate in der Bundesliga ist Hoffenheim jedenfalls weit entfernt.

Fuchs: "Wenn es läuft, dann läuft es eben"

Am Bruchweg hingegen scheint in der zweiten Spielzeit nach dem Aufstieg einfach alles zu funktionieren.

"Wenn es läuft, dann läuft es eben", brachte Christian Fuchs im SPORT1-Interview die aktuelle Situation ziemlich einfach und exakt auf den Punkt.

Der Verteidiger aus Österreich glaubt ebenfalls nicht an einen durch die aufwendige Spielweise bedingten Einbruch.

"Wir haben 90 Minuten am Wochenende und dann haben wir sechs Tage zur Erholung", erklärte Fuchs: "Und dann können wir am nächsten Wochenende wieder 90 Minuten Vollgas geben."

Keiner der Mainzer Spieler war bei der WM, das Team ist eingespielt und mit Ausnahme von Torwart Heinz Müller bisher von schlimmeren Verletzungen verschont geblieben.

Top-Teams werden zulegen

Doch die Rückschläge werden kommen, gerade die Topteams werden im körperlichen und spielerischen Bereich noch zulegen.

Dann wird sich zeigen, wie stabil das junge Mainzer Team wirklich ist.

"Wir haben keine Angst vor einem Einbruch. So denken wir gar nicht. Wir machen mit der gleichen Intensität weiter wie zuvor", erklärt Tuchel, der von dem möglichen Startrekord nichts wissen will.

"Das ist bei uns kein Thema. Wir bilden uns auch nichts auf die Tabelle ein, sondern sehen sie lediglich als Bestätigung unseres Weges."

Die nächste Wegmarke ist mit Hoffenheim ein Team, das vor zwei Jahren einen ähnlichen Weg gegangen ist.

Am Samstag wird sich zeigen, ob die euphorisierten Mainzer einmal mehr wirbeln können, oder ob ausgerechnet die einstigen Himmelsstürmer zum ersten Stolperstein werden.

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