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Benedikt Höwedes stand in fünf von sechs Bundesliga-Spielen in der Schalker Startelf © getty

Schalke 04 will schleunigst aus dem Tabellenkeller raus. Im SPORT1-Interview gibt Benedikt Höwedes die Marschrichtung vor.

Von Rainer Nachtwey

Gelsenkirchen - Mühsam nährt sich das Eichhörnchen: Nach vier Punkten aus den vergangenen beiden Partien in der Bundesliga ist der "königsblaue" Knoten nun auch in der Champions League geplatzt.

Benedikt Höwedes war beim Schalker 2:0 (0:0)-Sieg gegen Benfica Lissabon allerdings zum Zuschauen verdammt, der Verteidiger saß aufgrund einer Rot-Sperre nur auf der Tribüne (292903die Bilder des 2. Spieltags).

Dennoch machte der Verteidiger bei seiner Mannschaft eine klare Leistungssteigerung aus, an die man schon am Samstag im Spiel beim 1. FC Nürnberg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) anknüpfen will.

Im Interview mit SPORT1 spricht der 22-Jährige über die Marschrichtung für die nächsten Aufgaben, die Abstimmungsprobleme in der Defensive - und Trainer Felix Magath.

SPORT1: Herr Höwedes, Schalke hat aus den letzten beiden Spielen vier Punkte geholt. Was erwarten Sie für das Spiel in Nürnberg?

Benedikt Höwedes: Ich denke schon, dass wir zuletzt viel besser gespielt haben als in den ersten vier Spielen, die wir verloren haben. Auch beim 2:0-Sieg über Benfica Lissabon in der Champions League hat sich die Mannschaft sehr gut präsentiert. Deshalb fahren wir jetzt mit breiter Brust nach Nürnberg und wollen Punkte mitnehmen. Wir wollen so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller raus und deshalb wären drei Punkte in Nürnberg natürlich das Beste.

SPORT1: Der FCN steht mit sechs Punkten nicht viel besser da. Wird es ein richtiges Kampfspiel?

Höwedes: Das Spiel wird mit Sicherheit über den Kampf entschieden. Wir müssen den Kampf annehmen. Nürnberg wird mit viel Einsatz spielen, dem müssen wir Paroli bieten. Darüber hinaus wollen wir aber auch spielerische Akzente setzen, so wie wir das in den letzten Spielen schon gemacht haben. Wir müssen uns Chancen rausspielen und zu Toren kommen.

SPORT1: Mit zwölf Gegentoren gehört die Schalker Abwehr zu den schlechtesten der Liga. Woran liegt es, dass es derzeit im Abwehrverbund nicht passt?

Höwedes: Es ist ja im modernen Fußball so, dass nicht nur die Abwehr verteidigt und der Sturm angreift, sondern dass die gesamte Mannschaft angreift und verteidigt. Nun befinden wir uns in einem Umbruch, so dass die Automatismen noch nicht greifen. Das braucht seine Zeit. Allerdings wirft uns manchmal eine einzige Situation zurück, wie bei dem Foulelfmeter gegen Gladbach. Dadurch sind wir in Rückstand geraten. Das gilt es abzustellen. Man muss sich auf die Arbeit konzentrieren und die Mitspieler vor einem coachen und korrigieren. Dann werden wir das bald in den Griff kriegen.

SPORT1: Wie lange wird es noch dauern, bis die Abstimmung stimmt?

Höwedes: Das ist schwierig zu sagen. Ich sehe auf jeden Fall Steigerungspotenzial. Aber selbst wenn es gut läuft, kann man sich immer noch verbessern.

SPORT1: Für Sie persönlich läuft es derzeit nicht besonders. Die Rote Karte gegen Lyon, der verschuldete Elfmeter gegen Gladbach. Bei dem Spiel sind Sie als Rechtsverteidiger aufgelaufen. Wie sehen Sie Ihre Position in der Mannschaft derzeit?

Höwedes: Ich bin ein fester Bestandteil der Mannschaft und ich versuche so gut wie möglich zu helfen. Die Rote Karte in Lyon war aus meiner Sicht keine, da konnte ich nicht viel dazu. Der Elfmeter ging auf meine Kappe, da war ich im Zweikampf zu ungestüm . Ansonsten denke ich schon, dass ich ordentliche Leistungen abrufe. Ich weiß selber, dass ich noch Steigerungspotenzial habe, dass ich besser spielen kann.

SPORT1: Wie ist die Zusammenarbeit mit Felix Magath?

Höwedes: Er ist ein sehr guter Trainer, der viel wert auf Disziplin und Fitness legt. Er kann gut motivieren und die Mannschaft wachrütteln, wenn es nicht so gut läuft. Seine Erfolge sprechen für sich.

SPORT1: Raul sprach davon, dass noch alle drei Titel möglich sind. Was kann Schalke noch erreichen?

Höwedes: Ein konkretes Ziel möchte ich nicht formulieren. Wir wollen erst einmal unten raus und da hinkommen, wo wir hinwollen, nämlich ins obere Drittel. Wir würden natürlich gerne auch in der Champions League eine Runde weiterkommen. Das sind die Ziele, die wir uns für die Hinrunde gesetzt haben. Dann muss man sehen, was noch nach oben möglich ist.

SPORT1: Sie haben nur vier Punkte Rückstand auf Bayern München?

Höwedes: Ja, stimmt. Aber wir schauen nicht auf die Bayern, sondern konzentrieren uns nur auf uns. Wir stehen auf Rang 17. Deshalb muss das Ziel sein, so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller rauszukommen und so viele Punkte wie möglich zu machen. Dann kann man über andere Sachen sprechen. Aber wir denken nur von Spiel zu Spiel und wollen jede Partie gewinnen.

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