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Manuel Schmiedebach (l.) wechselte 2008 von Hertha BSC zu Hannover 96 © getty

Die Hamburger stellen ihre Auswärtsstärke durch einen Erfolg in Hannover unter Beweis. Marius Ebbers schießt das Tor des Tages.

Hannover - Aufsteiger FC St. Pauli hat den Höhenflug von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga gestoppt.

Die Hamburger gewannen bei den zuvor zu Hause unbesiegten Niedersachsen dank eines frühen Tores von Marius Ebbers (6.) mit 1:0 (1:0) und stellten damit erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Von insgesamt zehn Punkten holten die Hanseaten neun auf fremdem Platz. Für Hannover bedeutete die Niederlage nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte dagegen einen unerwarteten Dämpfer.

Mit einem Sieg hätte sich das Team, das zudem Karim Haggui durch eine Rote Karte wegen einer Notbremse verlor (80.), auf den zweiten Platz der Tabelle verbessern können 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag).

"Verdienter Sieg für St. Pauli"

Mirko Slomka haderte vor allem mit dem frühen Gegentreffer.

"Nach dem Gegentor war es umso schwerer, weil wir von St. Paulis Auswärtsstärke wussten. St. Pauli hat defensiv richtig gut gearbeit, sie haben es uns brutal schwer gemacht. Wir hatten mehr Ballbesitz und mehr vom Spiel, und St. Pauli hat das Spiel gespielt, was eigentlich wir spielen", sagte der Trainer von Hannover, fand aber auch lobende Worte für St. Pauli: "Der Konter zum Tor war einfach wunderbar. Es war ein verdienter Sieg für St. Pauli, weil wir keine Mittel gefunden haben."

Stanislawski lobt die Defensive

Holger Stanislawski freute sich vor allem über die kompakte Defensivleistung seiner Mannschaft.

"Nach der nicht so guten Leistung gegen Dortmund haben wir in der Abwehr vieles richtig gemacht. Die Jungs haben immer wieder die weiten Wege gemacht", sagte der Coach: "Das hat gut geklappt. Wir freuen uns über den dritten Dreier. Er war ein weiterer Schritt in die richtig Richtung."

Slomka stellt um

96-Trainer Mirko Slomka sah sich vor 49.000 Zuschauern in Hannovers ausverkaufter WM-Arena aufgrund des Ausfalls von Torjäger Didier Ya Konan zu einer Systemumstellung gezwungen.

Der nach einer Schädelprellung rechtzeitig genesene Mohammed Abdellaoue bildete die einzige Spitze. Dahinter sollte Lars Stindl, der den Vorzug vor Mikael Forssell erhielt, aus der Mittelfeldzentrale für Druck nach vorn sorgen.

Dies gelang gegen die couragierten Hamburger allerdings zunächst kaum.

Kein Ersatz für Ya Konan

Die Platzherren waren zwar engagiert, ließen es aber an Sicherheit im Kombinationsspiel und Durchschlagskraft vermissen.

Ya Konan, der vor dem Spiel gemeinsam mit Abdellaoue für sieben der insgesamt elf 96-Treffer zuständig gewesen war, fehlte Hannover an allen Ecken und Enden.

Ohne große Durchschlagskraft und Sicherheit im Kombinationsspiel sprang vor der Pause nur eine halbwegs aussichtsreiche Situation heraus. Der Freistoß von Sergio Pinto strich jedoch an St. Paulis Tor vorbei (45.).

Kiez-Kicker perfekt eingestellt

Die Hamburger, bei denen Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah auch an alter Wirkungsstätte nicht in der Startelf stand und erst ab der 65. Minute zum Einsatz kam, zeigten sich von Trainer Holger Stanislawski hingegen vor allem taktisch perfekt vorbereitet.

Durch hohe Laufbereitschaft wurden die Räume schon im Mittelfeld geschickt verengt.

Mustergültiger Konter

Im Spiel nach vorn lauerte der Liganeuling immer wieder auf seine Chance und wirkte in seinen Aktionen meist gefährlicher als Hannover. So kamen Ebbers (8.), Matthias Lehmann und Fin Bartels (beide 39.) vor der Pause einem Torerfolg nahe. Vor allem bei der Führung wusste St. Pauli auch spielerisch zu gefallen.

Ebbers schloss einen glänzenden Angriff über die linke Seite per Kopf ab. Zuvor hatte Bastian Oczipka milimetergenau geflankt.

Hannover findet kein Mittel

Hannover konnte derweil auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht an die Form der Vorwochen anknüpfen.

Die 96-Elf versuchte zwar, den Druck zu erhöhen, stieß jedoch immer wieder früh an ihre spielerischen Grenzen. In der 59. Minute reagierte Slomka, nahm den angeschlagenen Innenverteidiger Emanuel Pogatetz aus dem Spiel und erhöhte durch die Hereinnahme von Forssell die Offensivkraft.

Doch auch der Finne brachte trotz jetzt größeren Drucks der Platzherren nichts Zählbares zu Stande.

Bei Hannover wussten Manuel Schmiedebach und der bemühte Moritz Stoppelkamp noch am ehesten zu überzeugen. St. Pauli hatte seine besten Spieler in Ebbers, Oczipka und Carlos Zambrano.

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