vergrößernverkleinern
Max Kruse (l.) und Fin Bartels jubel mit Marius Ebbers (M.) über dessen Treffer © getty

Nach dem Sieg in Hannover und einem "Bilderbuchtor" feiern die "Kiez-Kicker" in der Kabine. Slomka gönnt dem Aufsteiger den Sieg.

Hannover - Helmut Schulte platzte fast vor stolz und verlieh der Maßeinheit für gute Laune einen Namen.

"Dieser Sieg war H und V - herrlich und verdient. Ich habe das Ganze freudig erregt verfolgt", sagte der Sportchef des FC St. Pauli nach dem 1:0 (1:0) bei Hannover 96 und kam immer mehr in Fahrt.

Für Schulte war Innenverteidiger Markus Thorandt der "Abwehrgott" und Marius Ebbers (6.) erzielte ein "Bilderbuchtor". 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag)

Die offensive Mittelfeldreihe mit dem gebürtigen Kieler Fin Bartels, dem Reinbeker Max Kruse sowie Rouwen Hennings aus Bad Oldesloe war schlicht "Nordisch by Nature".

St. Pauli mit drittem Auswärtssieg

Abseits des Platzes scheint bei den Hamburgern kaum etwas ohne ein Augenzwinkern abzulaufen - auf dem Feld zeigen sie sich hingegen gnadenlos.

Der Sieg bei den Niedersachsen war für den Aufsteiger bereits der dritte Auswärtsdreier der Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit insgesamt zehn Punkten steht man in gesicherten Tabellenregionen. Vor allem taktisch muss sich die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski vor niemandem verstecken.

Mit hoher Laufbereitschaft und kompromisslosem Defensivverhalten trieb man Hannover fast zur Verzweiflung.

"Haben keine Lösung gefunden"

"Wir haben keine Lösung gefunden", analysierte 96-Trainer Mirko Slomka, dessen Team nach dem besten Saisonstart der Klubgeschichte einen Dämpfer erlitt und den Sprung auf Rang zwei ververfehlte:

"St. Pauli war richtig gut. Der Sieg ist vollkommen verdient", so der 43-Jährige weiter.

Doch nicht nur die Niederlage beschäftigte Slomka - auch die wummernden Bässe aus der Kabine der Hanseaten machten ihn ratlos.

Paulis Disco-Kabine

"Habt ihr eine Disco dabei?", fragte der Coach seinen Kollegen Stanislawski.

Dieser war Slomka auch hier einen Schritt voraus und erklärte: "Wir haben das Zeitalter des iPhones."

Doch nicht nur Musik - auch Sprüche schlugen sich die Profis des Aufsteigers kräftig um die Ohren.

Kleine Sticheleien

Siegtorschütze Ebbers, für den es der erste Bundesliga-Treffer seit knapp vier Jahren war, stichelte in Richtung seines Vorlagengebers: "So eine Flanke kann man von Bastian Oczipka ja eigentlich nicht erwarten."

Der Geschmähte schoss sofort zurück: "Nettes Tor. Aber die Vorarbeit war auch nicht so schlecht."

Zwischen beiden stand Gerald Asamoah mit einem breiten Grinsen.

Asamoah an alter Wirkungsstätte

Für den Ex-Nationalspieler reichte es zwar wieder nicht für die Startelf, dennoch war der ehemalige Schalker nach seiner Einwechslung in der 66. Minute für Rouwen Hennings über den Sieg an alter Wirkungsstätte überglücklich.

"Ich habe Hannover viel zu verdanken. Aber der Dreier ist für uns sehr wichtig", sagte der Stürmer, der von 1994 bis 1999 das 96-Trikot getragen hatte und besonders vom damaligen Jugendtrainer Slomka gefördert worden war.

Personalsorgen bei Hannover

Dieser musste am Ende des Abends jedoch nicht nur die Heimpleite verschmerzen.

Für das nächste Spiel am 16. Oktober bei Bayern München deuten sich erhebliche Personalsorgen an.

Karim Haggui sah gegen St. Pauli wegen einer Notbremse die Rote Karte (80.), Emanuel Pogatetz musste das Feld mit einer Muskelverletzung am linken Hüftbeuger vorzeitig verlassen.

Im Angriff ist zudem die Rückkehr von Didier Ya Konan (Knieverletzung), der gegen St. Pauli an allen Ecken und Enden fehlte, weiter offen.

"Weinen auf hohem Niveau"

Doch auch Stanislawski geht die kommende Begegnung gegen den 1. FC Nürnberg nicht sorgenfrei an.

Auswärts klappt bei den Hamburgern bisher vieles, zu Hause eher wenig. Drei Spiele, nur ein Punkt.

"Wir haben am Millerntor bisher nur gegen Mannschaften gespielt, die am Ende ganz oben dabei sein werden. Am Ende ist es doch egal, wo wir unsere Punkte holen. Darüber zu klagen, wäre Weinen auf hohem Niveau", sagte der Coach.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel