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Lukas Podolski (l.) erzielte bislang nur magere zwei Saisontore für den FC © getty

Köln rutscht nach der Pleite in Freiburg immer tiefer in den Tabellenkeller. Podolski hat die Nase voll und kritisiert sein Team.

Freiburg - Präsident Wolfgang Overath hatte genug gesehen und flüchtete mit dem Schlusspfiff im Laufschritt von der Ehrentribüne.

Nationalspieler Lukas Podolski lief dagegen nicht davon und rief bereits nach dem 7. Spieltag den Abstiegskampf aus. 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag)

"Wir brauchen nicht drum herum zu reden: der Abstiegskampf hat für uns schon länger begonnen", sagte der Angreifer vom 1. FC Köln nach dem 2:3 (1:2) beim SC Freiburg und fügte mit sorgenvoller Miene hinzu: "So wird es sehr schwer für uns."

Vor allem über die Anfangsphase der Kölner konnte Podolski nur den Kopf schütteln.

Cisse besiegelt Pleite

"In der Bundesliga ist es tödlich, wenn man nach einer knappen Viertelstunde schon 0:2 zurückliegt", kommentierte der 25-Jährige den schwachen Auftakt der Rheinländer, die vor 22.100 Zuschauern früh durch die beiden Tore des Freiburger Mittelfeldspielers Jan Rosenthal (4. und 11.) in Rückstand geraten waren.

Die Kölner kämpften sich zwar durch den Treffer des Ex-Freiburgers Youssef Mohamad (22.) und den tollen Distanzschuss des polnischen Nationalspielers Adam Matuschyk (50.) zurück in die Partie, das siebte Saisontor des Freiburger Torjägers Papiss Cisse (70.) besiegelte allerdings die Pleite. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Freiburg als Angstgegner

"Insgesamt waren wir nach vorne zu harmlos, und hinten waren wir nicht kompakt", sagte Podolski, den auch die frenetischen "Poldi"-Rufe der Fans am Kölner Mannschaftsbus nicht trösten konnten.

Zu trostlos ist die momentane Lage der Kölner, die seit mittlerweile vier Spielen auf einen Sieg warten, im Tabellenkeller. Insgesamt steht erst ein Erfolg in der laufenden Saison zu Buche.

Zudem entwickelt sich Freiburg immer mehr zum Angstgegner der Kölner, die in den zurückliegenden acht Spielen gegen Freiburg nicht gewinnen konnten und seit über 14 Jahren auf einen Erfolg im Breisgau warten.

Manager Meier bedient

Entsprechend bedient waren auch Manager Michael Meier und der längst nicht mehr unumstrittene Trainer Zvonimir Soldo.

"Die Tabelle hat immer Substanz und macht eine eindeutige Aussage. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. In der Länderspielpause wird es jetzt sicher Kritik geben, der man sich stellen muss", sagte Meier, der dem nächsten Spiel gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund mit gemischten Gefühlen entgegensieht:

"Das wird sicher nicht einfach für uns."

Vernichtendes Urteil von Soldo

Mit einer ähnlichen Leistung wie in Freiburg können die Kölner gegen Dortmund nicht bestehen - dessen ist sich auch Soldo sicher.

Der Kroate fällte ein vernichtendes Urteil über seine Schützlinge. "Einige Spieler haben wohl noch nicht begriffen, um was es geht", sagte der Coach: "Das Zweikampfverhalten vor dem ersten Gegentor hat mit Bundesliga nichts zu tun."

Von den Problemen der Kölner sind die Freiburger derzeit meilenweit entfernt.

Rosenthal lässt sich feiern

"Die Mannschaft ist total gefestigt. Das hat man nach dem Ausgleich gesehen. Mit der Punktausbeute nach sieben Spielen sind wir sehr zufrieden", kommentierte Trainer Robin Dutt den Klubrekord mit zwölf Punkten nach sieben Partien.

Für Doppel-Torschütze Rosenthal, der sich mit dem Megafon in der Hand von den Fans feiern ließ, war der Sieg vor allem mit Blick auf die kommenden Wochen wichtig:

"Der Sieg war der Lohn für die Mannschaft - es ist vollkommen egal, wer die Tore macht. Für uns ist jeder Punkt von großer Bedeutung. Jetzt können wir in der Länderspielpause beruhigt arbeiten."

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