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Gojko Kacar wechselte für 5,5 Millionen Euro von Hertha BSC zum HSV © getty

Nach dem Erfolg über Lautern herrscht in Hamburg wieder Optimismus. Ausgerechnet ein Sorgenkind leitet die Wende ein.

Hamburg - "Solche Spiele sind die wichtigsten", sagte Armin Veh und atmete tief durch. 84 Minuten stand sein Team gegen den 1. FC Kaiserslautern am Rande des Abgrundes.

Die Krise hatte im Volkspark schon mal vorbeigeschaut, die Verunsicherung beim Hamburger SV war nach vier Spielen in Folge ohne Sieg und einem frühen Rückstand quasi mit den Händen zu greifen.

Dann kam sechs Minuten vor Schluss der "Hamburger Jung" Maxim Choupo-Moting mit seinem Treffer zum glücklichen 2:1 (0:1)-Sieg.

Und plötzlich herrscht wieder Optimismus.

Veh-Team zeigt Charakter

"Wenn du solche Spiele gewinnst, kann es plötzlich wieder in die andere Richtung gehen", betonte Veh, "das war ein ganz wichtiger Erfolg, den die Mannschaft unbedingt wollte."

Mentalitäts- und Charakterprobleme hatte Veh bei seinem Team nach den letzten Patzern schon vermutet. Das zumindest konnte man den Hamburgern nach dem hart erkämpften Dreier nicht vorwerfen.

Spielerische Probleme aber schon.

Gutes Spiel, aber nicht effektiv

Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz konnte es deshalb ebenso wenig wie seine Spieler, die nach Schlusspfiff völlig bedient auf den Boden sanken, verstehen, dass diese Partie verloren wurde:

"Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, waren aber leider nicht effektiv genug vor dem Tor."

Christian Tiffert sagte bei LIGA total!: "Wir hatten den HSV am Boden. Und dann kassierst du so ein Tor. Ich kann's nicht fassen."

Lautern trifft zweimal den Pfosten

Zwei Alu-Treffer durch Ivo Ilicevic und Martin Amedick in der ersten Hälfte und zwei Großchancen durch Ilicevic und Clemens Walch in der zweiten ließen sie ungenutzt.

"Wir werden genau so weiterarbeiten und können behaupten, dass wir in der Liga angekommen sind", sagte der FCK-Coach. Auch Kapitän Amedick meinte trotz des fünften Spiels hintereinander ohne Sieg: "Mit Ausnahme der Partie in Dortmund waren wir immer auf Augenhöhe."

Lakic trifft am Geburtstag

Durch den frühen Freistoßtreffer in der dritten Minute von Srdjan Lakic an seinem 27. Geburtstag war das Feld für einen Lauterer Coup vor 57.000 in der ausverkauften HSV-Arena eigentlich bereitet 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag).

Die Gastgeber fanden danach spielerisch praktisch nicht mehr statt.

Nur bei Standards gefährlich

Halbe Chancen gab es nur durch Standardsituationen. Der Spielaufbau wirkte behäbig und ideenlos, hinten leistete sich die Abwehr einschließlich Torwart Frank Rost diverse Unsicherheiten.

"Nach vier sieglosen Spielen geht man nicht mit einer breiten Brust in die Partie", erklärte Kapitän Heiko Westermann, "und wenn man dann nach wenigen Minuten schon zurückliegt, dann wird es nicht einfacher."

Sieg erzwingen

In der Halbzeitpause aber müssen sie sich noch einmal eingeschworen haben.

"Wir wollten den Sieg noch erzwingen", sagte der in Hamburg-Altona geborenen Halb-Kameruner Choupo-Moting, "wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, trotzdem herrscht jetzt Riesenfreude und Erleichterung."

Kacar bricht den Bann

Der für den verletzten David Jarolim (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) eingewechselte Gojko Kacar brach mit seinem Kopfball (69.) nach erstklassiger Vorarbeit von Ze Roberto schließlich den Bann.

"Ich hatte hier bislang eine schwere Zeit", sagte der Millionen-Einkauf aus Berlin, der bislang noch nicht in Hamburg überzeugen konnte, "jetzt kann ich nach vorne schauen."

Als Außenseiter nach Mainz

Wie wichtig der Sieg für die Ambitionen der Hamburger war, verrät der Spielplan: Nach der Länderspielpause geht es zu Tabellenführer Mainz, dann kommt Rekordmeister Bayern München (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Gegen Mainz sind wir der Underdog, da haben wir nichts zu verlieren", sagte Torwart Rost. Dabei machte er jedoch nicht den Eindruck, als meine er das erst.

Sollte er aber nach der Leistung vom Samstag.

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