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Coach Felix Magath wechselte 2009 vom VfL Wolfsburg zu Schalke 04 © getty

Der Schalke-Coach redet sich nach der Pleite beim Club in Rage, die Tabellensituation ist beängstigend. Hecking ist erleichtert.

Nürnberg - Trendwende? Von wegen!

Schalke 04 mag in der vergangenen Woche vielleicht in der Champions League angekommen sein, in der Bundesliga weist die Tabelle Königsblau nach sieben Spieltagen erst mal als Abstiegskandidaten aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir müssen natürlich erst mal zusehen, dass wir überhaupt punkten und da unten rauskommen, alles andere brauchen wir überhaupt nicht diskutieren", sagte Trainer Felix Magath nach dem 1:2 (0:0) beim 1. FC Nürnberg, der seinerseits bei den Fans die Hoffnung weckte, dass er diese Saison vielleicht mal nicht bis zum Ende um den Klassenerhalt bangen muss.

Die Schalker dagegen ließen kaum eine Gelegenheit aus, sich selbst ein Bein zu stellen.

Dritter Platzverweis für Schalke

Jermaine Jones sah in der 53. Minute Gelb-Rot für sein Einsteigen gegen Torhüter Raphael Schäfer - es war schon der dritte Platzverweis für die Königsblauen in dieser Saison. 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag)

"Zu elft hätten wir gewonnen", mutmaßte Torhüter Manuel Neuer.

So aber gelang den Nürnbergern nach Treffern von Mike Frantz (62.) und dem Ausgleich durch Klaas-Jan Huntelaar (74.) noch das Siegtor durch Andreas Wolf (84.).

"Zu wenig investiert"

So weit hätte es nicht kommen müssen, stellten die Schalker nach ihrer ersten Niederlage gegen den Club seit elfeinhalb Jahren fest.

Nach ihrem Sieg am Mittwoch zuvor gegen Benfica Lissabon (2:0), "wo wir viel investiert haben", wie Magath betonte, saßen die Gäste aber dem Irrtum auf, es gehe in der Bundesliga nun irgendwie von selbst.

"Wir haben zu wenig investiert", sagte Benedikt Höwedes und gestand, er habe keine Erklärung für den Mangel an Einsatz.

"Das war unser schlechtestes Spiel der Saison", lästerte Magath, "wahrscheinlich war der ein oder andere in Gedanken schon bei der Nationalmannschaft".

Naive Schalker

In der Tat waren die Schalker nicht ganz bei der Sache.

Nach dem Führungstreffer verlor der Club zunächst den Faden, der Ausgleich durch Huntelaars vierten Saisontreffer war die Folge - doch danach stellten sich die Königsblauen trotz Unterzahl doch reichlich naiv an.

"Wir haben vorne unsere Möglichkeiten nicht genutzt und hinten unerklärliche Fehler gemacht, katastrophale Fehler", sagte Magath.

Höwedes: "Wir bestrafen uns selbst"

Wolf traf nach dem zweiten von zwei Eckbällen innerhalb von wenigen Augenblicken. "Zweimal Ecke, zweimal Kopfball, das ist fahrlässig. Wir bestrafen uns selbst", jammerte Höwedes.

Magath bemühte sich vor der Verabschiedung in die zweiwöchige Spielpause, die Lage der Schalker in der Liga etwas schönzureden.

"Es ist so, dass wir in der Bundesliga hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind. Aber wir müssen auch feststellen, dass diese Mannschaft durchaus in der Lage ist, sehr gute Spiele abzuliefern und in der Spitze mitzuspielen", sagte er.

Neue Nürnberger Stärke

Die Anzahl sehr guter Spiele ist freilich bislang überschaubar und die Spitze weit weg. Schalke spielt erst mal gegen den Abstieg. "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen", warf Torhüter Neuer ein.

Verrückt machen lassen hat sich der Club früher bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Schon zum zweiten Mal in dieser Saison aber hat die junge Mannschaft das Gegenteil bewiesen.

Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart führten die Nürnberger, bekamen spät den Ausgleich - und gewannen doch noch ein Spiel, das sie früher wahrscheinlich sogar noch verloren hätten.

"Mannschaft glaubt an sich"

Gegen Schalke sahen die 48.548 Zuschauer im ausverkauften Stadion durchaus erstaunt eine Wiederholung. "Diese Mannschaft glaubt an sich", betonte Trainer Dieter Hecking.

Tatsächlich scheint der Club neuerdings in der Lage zu sein, Rückschläge wegstecken zu können.

Nach dem Zusammenprall mit Jones verhinderte Schäfer zunächst noch den Ausgleich durch Ivan Rakitic (56.), ehe er mit einer Gehirnerschütterung doch vom Platz musste (59.). Danach wirkten die Nürnberger, trotz der zwischenzeitlichen Führung verunsichert.

"Wir waren zu hektisch, haben den Überblick verloren", sagte Hecking. Doch wie sagte Ersatztorhüter Alexander Stephan: "Man sieht, dass wir auch nach dem 1:1 nicht den Kopf in den Sand gesteckt haben."

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