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Sichtlich unzufrieden: Wolfsburgs Kapitän und Torjäger Edin Dzeko © getty

Wolfsburg-Coach McClaren zeigt sich "enttäuscht" vom müden Remis in Gladbach. Frontzeck ist wütend auf den Schiedsrichter.

Mönchengladbach - Steve McClaren macht weiter rasende Fortschritte beim Erwerb der deutschen Sprache.

Sportlich hat der VfL Wolfsburg an diesem Samstag aber nicht mit dem Lerntempo seines Trainer Schritt gehalten.

Und so musste der englische Coach sein Team nach dem 1:1 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach erstmals auf Deutsch tadeln: "Ich bin enttäuscht von meiner Mannschaft, denn sie hat eine gute Chance verpasst", hielt er fest.

Nach zuvor drei Siegen in Serie konnte der hoch gelobte Wolfsburger Sturm mit Grafite und Edin Dzeko diesmal überhaupt nicht glänzen(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Selbst schwer gemacht"

Spielmacher Diego fiel nur bei seinem stark foulverdächtigen misslungenen Fallrückzieher vor der Führung durch Thomas Kahlenberg (27.) auf.

Vor allem die Passivität seines Teams nach dem Tor hatte McClaren nicht gefallen. "Wir haben es uns auch selbst schwer gemacht. Wenn man so viele Bälle verliert, dann gerät man unter Druck", sagte der frühere Teammanager der englischen Nationalmannschaft 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag).

Auch für den zweiten Leitwolf hat die Mannschaft zwei Punkte verschenkt. "Wir können nicht zufrieden sein mit dem Punkt. Wir haben nur versucht, das Spiel zu verwalten. Das wird meistens bestraft", kritisierte VfL-Manager Dieter Hoeneß: "Wir haben heute eine gute Chance verpasst, uns oben festzusetzen."

Selbstkritische Stars

Immerhin zeigten sich die VfL-Stars auf den Vorwurf des Beamtenfußballs hin selbstkritisch. "Wir haben offensiv sicher nicht unseren besten Tag gehabt", gab Grafite zu, der in den letzten beiden Spielen insgesamt viermal getroffen hatte.

Kapitän und Sturmpartner Dzeko erklärte: "Hinten stehen wir gut, aber vorne haben wir ein bisschen Probleme. Wir müssen mit der ganzen Mannschaft nach vorne spielen. Zehn Punkte aus sieben Spielen sind eigentlich zu wenig."

Auch aus Sicht von Diego ist die bisherige Saisonausbeute nicht genug für die Ansprüche des deutschen Meisters von 2009. "Manchmal sind wir brillant, manchmal nicht. Unser Ziel müssen drei Punkte sein, kein 1:1 oder 0:0", sagte der Brasilianer, der zumindest indirekt am Wolfsburger Tor beteiligt war.

"Weiß nicht, was wir verbrochen haben"

Diegos Einsatz gegen Tobias Levels hatte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck anders gesehen als Schiedsrichter Christian Dingert.

"Mir ist es absolut unverständlich, warum es keinen Freistoß für uns gibt", schimpfte Frontzeck: "Ich weiß aber nicht, was wir verbrochen haben und die wievielte Entscheidung gegen uns das war. Ich bin inzwischen davon ab zu sagen, das gleicht sich in einer Saison aus."

Trotz des Nackenschlags war seine Mannschaft nicht eingebrochen und hatte durch Thorben Marx den Ausgleich geschafft (65.).

Positive Zeichen

"Die Mannschaft hat fantastisch reagiert. Wenn sie weiter so in der Spur bleibt, wird sie sicher bald auch mit drei Punkten belohnt werden", sagte Frontzeck, der seinem Team das beste Saisonspiel bescheinigte - trotz des 6:3 in Leverkusen, bislang einziger Sieg.

Nicht nur die neu formierte Abwehr mit Bamba Anderson und Filip Daems im Zentrum sowie Sebastian Schachten auf links überzeugte.

Die Mannschaft habe als Kollektiv funktioniert, sagte Frontzeck, für den das gelungene Kurz-Debüt des lange verletzten Neuzugangs Igor de Camargo ein weiteres positives Zeichen war. "Nach dreieinhalb Monaten Pause braucht er aber noch Zeit, und die wird er bekommen", versicherte Frontzeck.

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