Die Meistermacher Magath und Veh haben bei der Zusammenstellung ihrer Teams große Probleme. Mainz' Coach Tuchel zeigt, wie es geht.

Magier, Meistertrainer - Felix Magath hat in seiner Trainer-Karriere viele Attribute außer "Quälix" erhalten.

Doch beim Magier scheint der Zauber verflogen.

Letzte Saison schien jede Entscheidung, die der Schalker Trainer traf, die richtige zu sein. Egal wen er in die Startelf warf, es passte, die Mannschaft passte.

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Im Moment passt es allerdings nicht. Egal wen Magath in der Verteidigung aufbietet, der Abwehrverband patzt. Und er wechselt viel. Höwedes in der Innenverteidigung, Höwedes auf Außen, Höwedes mit Metzelder, Höwedes mit Plestan, Metzelder mit Plestan, Metzelder mit Papadopoulos und, und, und.

Beim 1:2 in Nürnberg war es nun der Grieche Papadopoulos, der beim Führungstreffer der Gastgeber keine gute Figur abgab.

Und die Suche nach der idealen Formation hinterlässt offensichtlich selbst bei Dauernörgler Magath Spuren. Seine harte Kritik an der Einstellung seiner Spieler - "Einige waren mit dem Kopf schon beim Länderspiel" - lässt vermuten, dass Magath seine neu zusammengewürfelte Mannschaft noch nicht erreicht.

Und auch bei seinem Hamburger Pendant Armin Veh, mit Stuttgart 2007 Deutscher Meister und seit 1996 im Profi-Fußball als Trainer tätig, läuft es derzeit alles andere als rund. Der HSV zeigte beim glücklichen 2:1-Sieg über Kaiserslautern 70 Minuten Fußball zum Abgewöhnen.

Sein öffentliches Zusammenfalten von Piotr Trochowski nach dem Bremen-Spiel zeigt, dass es um sein Nervenkostüm nicht besonders gut bestellt ist.

Aber auch seine taktischen Veränderungen werfen Fragen auf. Mit Ze Roberto als Linksverteidiger verlor der HSV viel Kreativität in der Schaltzentrale, die die enttäuschende Leistung erklären könnte.

Und durch die Abkehr von der 4-2-3-1-Taktik zum 4-4-2 hing Ruud van Nistelrooy völlig in Luft.

Wie man es derzeit besser macht, zeigt den beiden Routiniers und Meistertrainern ausgerechnet einer, der gerade einmal etwas mehr als ein Jahr Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse vorweisen kann.

Egal wie Thomas Tuchel seine Mannschaft durcheinander würfelt, am Ende hat er recht. Nicht umsonst sagte Hoffenheims Christian Eichner vor dem Mainzer 4:2-Erfolg und dem siebten Sieg im siebten Spiel: "Tuchel könnte auch seine schwangere Frau aufstellen, und sie würde zwei Tore schießen."

Nach der Länderspielpause, die für den Mainzer Trainer wohl zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt, treffen der HSV und der Überraschungstabellenführer aufeinander.

Bis dahin kann Veh noch einige DVDs von Tuchels Arbeit in Mainz studieren. Vielleicht findet er dann zu seiner Meistermagie von 2007 zurück.

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