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Tim Wiese spielt seit 2005 für den SV Werder Bremen © getty

Vorm Gastspiel in Leverkusen kritisiert Torhüter Wiese die Bremer Transferpolitik. Werders Personalsorgen reißen nicht ab.

Von Andreas Kloo

München - Das Bremer Erfolgsmodell hatte sich in den letzten Jahren bewährt.

Durch den Verkauf starker Spieler sichert man die wirtschaftliche Stabilität. Und Trainer Thomas Schaaf gelingt es Jahr für Jahr im ruhigen Umfeld trotz der regelmäßigen Verkäufe von Schlüsselspielern eine schlagkräftige Mannschaft zu basteln.

Sieben Jahre in Serie gelang Werder so der Einzug in den Europacup. Doch nun gerät das Bremer Erfolgsmodell ins Wanken. In der Liga rangieren die Grün-Weißen nur auf Rang 12, in der Champions League droht das Vorrunden-Aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Özil fehlt uns"

Und auch mit der Beschaulichkeit scheint es vorbei.

Vor dem Spiel in Leverkusen ( ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) kritisiert Torhüter Tim Wiese den Verkauf Mesut Özils zu Real Madrid.

"Özil fehlt uns an allen Ecken und Enden. Er hat nicht nur wichtige Tore geschossen, er hat auch sehr viele vorbereitet", trauert Wiese dem Nationalspieler in der "Bild am Sonntag" nach.

In der Tat brachte es Özil in der Vorsaison neben seinen neun Treffern auf insgesamt 17 Vorlagen.

Stunk schon nach Hannover-Pleite

Schon nach der Pleite in Hannover hatten sich laut "Sport Bild" einige Spieler in einer Krisensitzung über den Verkauf Özils beschwert. Geschäftsführer Klaus Allofs platzte danach der Kragen. Er soll sogar damit gedroht haben, Gehälter einzufrieren.

Auch die neuerlichen Vorwürfe Wieses bügelt er eiskalt ab. "Auf diese Diskussion lasse ich mich nicht ein. Wir haben auch mit Mesut schlechte Spiele gemacht", sagt Allofs und fügt hinzu:

"Wir haben auch andere Spieler, die diese Position spielen können".

Fußstapfen zu groß?

Allofs meint wohl Marko Marin und Aaron Hunt. Allerdings scheinen dem Duo Özils Fußstapfen zu groß. Insbesondere Hunt steckt in der Formkrise.

Vom fußballerischen Potential her könnte am ehesten der brasilianische Neuzugang Wesley Özil ersetzen. Doch der musste zuletzt in Mailand auf der rechten Abwehrseite aushelfen.

Kernproblem Defensive

In der Defensive liegt auch Werders Hauptproblem. 14 Toren kassierten die Grün-Weißen bislang nach Mönchengladbach die meisten Gegentreffer in der Liga.

Und auch beim Champions-League-Debakel in Mailand war die Abwehr Werders. Achillesferse. "Ein einziger Pass reicht, um uns auszuspielen", haderte Schaaf hinterher mit seinem Team.

Weiter Personalnot

Ob in Leverkusen Besserung eintritt, ist fraglich. Innenverteidiger Naldo fehlt weiterhin. Dazu gesellen sich die verletzungsbedingten Absagen von Torsten Frings (Hüft-OP), Claudio Pizarro, Clemens Fritz (Muskelfaserriss) und Tim Borowski (Leistenprobleme).

Mit einem Mini-Kader von 16 Spielern ist Werder nach Leverkusen gereist, daruinter die beiden U-23-Spieler Leon-Aderemi Balogun und Onur Ayik.

Hoffnung macht allein die Statistik. Bayer gewann nur eine der letzten zehn Begegnungen gegen Bremen. Und Jupp Heynckes ist im Trainer-Duell mit Thomas Schaaf bislang sieglos.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Reinartz, Balitsch (Bender) - Sam, Barnetta - HelmesBremen: Wiese - Pasanen, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Bargfrede, Wesley - Arnautovic, Hunt, Marin - Almeida.

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