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Mehrere Entscheidungen von Felix Brych stießen den VfB-Spielern sauer auf © getty

Nach der Pleite gegen Frankfurt finden die Stuttgarter schnell einen Schuldigen. Auch der Kapitän bekommt sein Fett weg.

Stuttgart - Nach der 1:2-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt hatten die Stuttgarter den Schuldigen schnell gefunden.

Nach dem Schlusspfiff stürmten sie auf Schiedsrichter Felix Brych zu und redeten wütend auf ihn ein.

"Ich weiß nicht, was er da gesehen hat", sagte Nationalspieler Christian Träsch, nachdem der Unparteiische beim 1:2 (0:1) des VfB gegen Eintracht Frankfurt den vermeintlichen Ausgleich in der 89. Minute durch Cacau nicht anerkannt hatte.

Ähnlich sah es Cacaus Sturmkollege Ciprian Marica: "Bei unserem Ausgleichstreffer habe ich keine Ahnung, was der Schiedsrichter da gepfiffen hat, das war ein ganz klares Tor.

Träsch erzielt Wembley-Tor

Auch eine andere Schiedsrichterentscheidung erhitzte in Stuttgart die Gemüter.

In der dritten Minute hatten die VfB-Fans schon den Torschrei auf den Lippen, als Träsch aus etwa 28 Metern mit rechts an die Latte schoss, von wo aus der Ball fast senkrecht auf den Rasen landete.

Ob auf oder hinter der Linie, konnten selbst Fernsehbilder nicht eindeutig zeigen. Träsch sprach das Schiedsrichtergespann jedoch von jeglicher Schuld frei, lamentierte aber: "Wenn wir weiter oben stünden, wäre der reingegangen."

Zuletzt 74/75 so schwach

So standen nach sieben Spielen die sechste Niederlage und Platz 18 zu Buche. Der schlechteste Saisonstart seit 36 Jahren ist damit perfekt. Nur in der Saison 1974/75 war der VfB genauso schlecht gestartet. Damals stiegen die Stuttgarter am Ende der Saison ab.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Luft für Trainer Christian Gross wird nun immer dünner.

Zwei Gegentreffer nach Standardsituationen

Aber nicht nur Pech und der Schiedsrichter waren verantwortlich für die sechste Stuttgarter Saisonniederlage. Bei den Frankfurter Treffern durch Theofanis Gekas und Chris verlor die VfB-Abwehr jeweils komplett den Durchblick.

"Beim Gegentor nach einem Einwurf waren wir zu unkonzentriert, und die Zuordnung hat nicht gestimmt. Auch das zweite Tor der Frankfurter fiel durch eine Standardsituation", analysierte Gross hinterher.

Zweite Luft nach Roter Karte

Träsch zog dennoch auch eine positive Erkenntnis aus der Partie: "An der Einstellung liegt es nicht. Der Matthieu fliegt vom Platz und plötzlich geht es wieder."

In der Tat hatte der VfB nach der Roten Karte für Delpierre in der 84. Minute die beste Phase der Partie. Pavel Pogrebnyak gelang eine Minute später der Anschlusstreffer. Kurz darauf schoss Cacau zum vermeintlichen Ausgleich ein.

Kritik an Rotsünder Delpierre

Kritik sendete Träsch dagegen an Delpierre für das rot-würdige Einsteigen Delpierres gegen Frankfurts Patrick Ochs: "Mit der Kapitänsbinde muss man sorgsamer umgehen", kritisierte er seinen Mitspieler."294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag)

Richtig selbskritisch gab sich der aber nicht: "Vor der Roten Karte springt mir der Ball zu weit weg und ich komme im Zweikampf zu spät, dann lag es in der Entscheidung des Schiedsrichters, mich vom Platz zu stellen."

Länderspiel-Pause nicht willkommen

Im Kellerduell gegen Schalke 04 nach der Länderspielpause müssen die Schwaben nun ohne Delpierre auskommen.

Träsch kommt die Pause ungelegen: "Es wäre für uns das Beste, wenn wir weiterspielen würden, damit wir endlich von den drei Punkten wegkommen."

"Sicher, dass ich die Mannschaft noch erreiche"

Auch Trainer Christian Gross gibt eine klare Parole aus: "Wir müssen weiter arbeiten. Wir brauchen Punkte. Momentan haben wir die nicht." Sollten nicht bald mehr Punkte auf das Konto der Schwaben hinzukommen, dürften Gross' Tage in Stuttgart allerdings gezählt sein.

Mit Christoph Daum und Krassimir Balakov werden bereits Nachfolgekandidaten gehandelt. Noch gibt sich der Schweizer Coach aber kämpferisch. "Ich bin sicher, dass ich die Mannschaft noch erreiche", sagte der Schweizer, sprach aber von einer "sehr, sehr schwierigen Situation".

Eintracht im sicheren Mittelfeld

Frankfurt befreite sich dagegen vorerst. Mit dem dritten Saisonsieg und dem ersten Dreier gegen Stuttgart seit viereinhalb Jahren schaffte die Eintracht den Sprung ins Tabellenmittelfeld.

Aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war der Erfolg für Frankfurt durchaus verdient. "Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns", meinte Kapitän Chris.

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