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Manuel Neuer hütete bei der WM in Südafrika das deutsche Tor © getty

Der Nationaltorhüter lässt seine Zukunft in Gelsenkirchen offen. Wie Magath und Metzelder sieht er ein Kopfproblem bei den Kollegen.

Gelsenkirchen - Nationaltorwart Manuel Neuer ist unzufrieden und denkt offenbar über einen Abschied von Vizemeister Schalke 04 nach.

Nach dem schlechtesten Saisonstart der Gelsenkirchener seit Gründung der höchsten deutschen Spielklasse mit nur vier Punkten aus den ersten sieben Spielen scheint die Zukunft des deutschen WM-Torhüters bei den Königsblauen offener denn je.

Eine Verlängerung des nur noch bis 2012 laufenden Vertrages ist derzeit kein Thema.

"Bis jetzt habe ich die Entscheidung nicht getroffen, und ich weiß nicht, ob es eine Bauch- oder Kopfentscheidung ist", sagte der Schalker Kapitän nach der 1:2-Niederlage am vergangenen Samstag beim 1. FC Nürnberg bei "Sky": 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag)

"In der momentanen Situation auf Schalke fühle ich mich nicht wohl. Ich hoffe, dass wir die Biege kriegen und wieder auf einen erfolgreichen Weg kommen."

Zu viele Gegentore

Neuer spielt seit seinem vierten Lebensjahr ununterbrochen für Schalke und gilt als das Gesicht des Traditionsvereins. In den vergangenen Jahren hatte vor allem der deutsche Rekordmeister Bayern München Interesse an dem Nationalkeeper gezeigt.

Nach fünf Niederlage in sieben Ligapartien stecken die Knappen im Abstiegskampf. Der Hauptgrund für Neuers Unzufriedenheit dürfte in erster Linie die schlechte Schalker Defensive, in den vergangenen Jahren stets das Prunkstück des Revierklubs, sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neuer kassierte im Schnitt exakt zwei Gegentore pro Spiel - zuviel für die deutsche Nummer eins.

Neuer fordert mehr Disziplin

Auch die Disziplin seiner Mitspieler gibt dem Torhüter zu denken. "Ohne den Platzverweis hätten wir in Nürnberg nicht verloren. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir in Unterzahl gerieten. Wir haben aus unseren Fehlern nichts gelernt", sagte der 24-Jährige.

In sieben Bundesliga-Spielen kassierte die Elf von Trainer Felix Magath bereits drei Platzverweise, zudem sah Benedikt Höwedes beim Champions-League-Auftakt in Lyon (0:1 aus Schalker Sicht) glatt Rot.

In der gesamten zurückliegende Saison flog gerade mal ein Gelsenkirchener vom Feld.

Champions League hui, Liga pfui

Mit seiner Kritik an der mangelnden Disziplin schlägt Neuer in die gleiche Kerbe wie Trainer Felix Magath und Abwehrspieler Christoph Metzelder.

Magath polterte nach der Pleite in Nürnberg: "Ich sehe die Ursache darin, dass sich der eine oder andere mit der Heimreise oder Länderspielabstellung beschäftigt hat."

Metzelder wies verklausuliert auf Einstellungsschiwerigkeiten der Schalker Mannschaft nach dem Champions-League-Erfolg gegen Benfica Lissabon hin. In der Bundesliga könne auch eine vermeintlich kleine Mannschaft wie Nürnberg zuhause jeden Gegner schlagen:

"Das ist das Gefährliche nach einem schönen Champions-League-Abend. Da fährt man hierher und sieht, wie schwer es ist", erklärte Metzelder.

Magath redet die Krise klein

Ist auf Schalke also alles nur ein Kopfproblem? Wenn es nach Magath geht schon. "Wir müssen auch feststellen, dass diese Mannschaft durchaus in der Lage ist, sehr gute Spiele abzuliefern und in der Spitze mitzuspielen", sagte er.

Von der Spitze zu Reden, kann in Schalkes Situation aber Gift sein. Am kommenden Spieltag gastiert der VfB Stuttgart auf Schalke - ein vermeintliches Spitzenspiel. Diesmal ist es das Duell 17. gegen 18..

Können die Schalker sich auch hier wieder nicht befreien, dürfte Manuel Neuer noch mehr die Lust vergehen.

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